sharewise Wunschanalyse Wal-Mart Stores Inc.

by sharewise on 15. Juni 2012

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von sharewise in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de) und Terrell Trowbridge von LRT-Finanzresearch.de. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse der Aktie des US-amerikanischen Einzelhandelsriesen Wal-Mart Stores Inc. gewünscht.

Wal-Mart Stores laut sharewise.com:

Prognostiziertes Kursziel kaufen halten verkaufen
9 Mitglieder Ø ca. 46,27 € (ca. 58,00 US-Dollar) 5 4
5 Analysten Ø 68,75 US-Dollar (ca. 54,75 €) 3 2 0

Wal-Mart Stores Inc. (WKN 860 853, ISIN: US9311421039, Marktkapitalisierung: ca. 226,93 Mrd. US-Dollar, ca. 180,60 Mrd. €)

 

Die Daten von Stockpulse ermöglichen auf zweierlei Weise, die Kursentwicklung von Aktien mit Hilfe von Informationen aus Social Media einzuschätzen. Der Stockpulse-Index vergleicht die Abweichung der aktuellen Kommunikation in den Sozialen Medien zu einer Aktie mit der durchschnittlichen Kommunikation. Ist der Unterschied groß genug, ist das ein deutlicher Hinweis auf erhöhte Handelsaktivität.

Das zweite Element ist die Sentiment-Messung. Mit Hilfe von automatischer Textanalyse kann das System erkennen, ob eine Äußerung zu einem Wertpapier positiv oder negativ ist und aus den gesammelten Meinungen einen aussagekräftigen Index erstellen.

Unsere Kollegen von Stockpulse stellen dazu fest: Ende April schoss das Interesse für Wal-Mart plötzlich in die Höhe, als in zahlreichen Medien in den USA Berichte auftauchten, dass die mexikanische Tochter des Konzerns in einen Bestechungsskandal verwickelt sei. Entsprechend negativ war auch das Sentiment. Jedoch hielt sich die schlechte Stimmung nicht lange. Innerhalb einer guten Woche normalisierte sich das Stimmungsbild wieder.

Nach beeindruckenden Zahlen für das erste Quartal 2012 waren die Nutzer von Social Media dennoch zunächst nur verhalten positiv, ließen sich dann jedoch offensichtlich doch von der deutlich anziehenden Aktie überzeugen – die Stimmung stieg zum Ende des Monats deutlich an und blieb bis Anfang Juni im positiven Bereich. Erst in den letzten paar Tagen ging die Stimmung wieder leicht zurück – mit Ausnahme eines Zwischenhochs am 11. Juni. Wirklich schlecht ist das Sentiment zwar nicht, jedoch zeigt die rückläufige Aufmerksamkeit, dass die Mehrheit der Social Media Nutzer die Aktie nun wieder ein wenig aus dem Fokus verliert.

 


                      Firmenlogo Wal-Mart Stores Inc.

 

Der weltgrößte Einzelhändler hat restrukturiert und profitiert vom Fehler eines Wettbewerbers. Zudem wird die Aktie von internationalen Anlegern auf der Flucht vor der „Euro Krise“ gesucht. Ich denke nicht, dass diese glücklichen Umstände lange Bestand haben werden. Zumal derzeit das Damoklesschwert einer mexikanischen Schmiergeldaffäre über dem Unternehmen schwebt.

Wenn Sie wissen möchten, welche weiteren Aktien die Top100 Mitglieder aktuell empfehlen, empfehlen wir Ihnen unseren sharewise Börsenbrief zu abonnieren.

JAHRZEHNT MIT RÜCKLÄUFIGEN GESCHÄFTEN

Die amerikanische Wal-Mart Stores Inc, der weltgrößte Einzelhändler, schaut zurück auf eine Dekade mit schrumpfenden Gewinnen und teilweise rückläufigen Umsätzen. Kleine Wettbewerber haben dem Giganten in unzähligen kleinen Nischen Marktanteile abgejagt und Wal-Mart war weder mit seinen Produkten, noch mit seiner Verkaufsstrategie, auf der Höhe der Zeit.

In den vergangenen Jahren bekamen die Geschäfte ein Facelift und Ein- und Verkauf wurden enger miteinander verzahnt. Die Kunden kommen wieder zu Wal-Mart, denn man bekommt dort alles, was man im Alltag braucht, zu einem angemessenen, meist sogar ziemlich günstigen Preis. Die Geschäfte von Wal-Mart zogen daher zuletzt wieder etwas an.

MEXIKANISCHE SCHMIERGELDAFFÄRE

Doch mitten in diese Erholung hinein kam in diesem Frühjahr ein Skandal aus Mexiko. Es wurde aufgedeckt, dass Manager des Unternehmens in Mexiko – systematisch und in großem Stil – Mitarbeiter der Behörden bestochen haben. Die Untersuchungen laufen noch und sind natürlich für beide Parteien eine Belastung: für Wal-Mart in erster Linie deshalb, weil man unsauberer Geschäftspraktiken überführt wurde und nun eine eine saftige Geldstrafe droht. Und für die Behörden, weil in diesem Jahr in Mexiko Wahlen anstehen und da sind Beamte, die Schmiergelder angenommen haben, so ziemlich das Letzte, was eine Regierung gebrauchen kann.

Wal-Mart ist in Mexiko der größte Arbeitgeber. Wal-Mart aus dem Land zu werfen wird sich die mexikanische Regierung daher also nicht leisten können. So zeigt sich sehr bald, dass bei aller öffentlicher Empörung die Strafe für Wal-Mart nicht all zu drakonisch ausfallen kann. Die mexikanische Schmiergeldaffäre hat also die Gemüter erhitzt, wird aber die Bilanz kaum belasten.

 

J.C. PENNEYS NIEDERGANG

Zuerst hat Wal-Mart also gut gearbeitet und das Geschäft neu ausgerichtet. Zudem ist das Unternehmen in Mexiko so stark aufgestellt, dass dortige Fehler kaum die Bilanz verhageln werden. Und nun kommt auch noch Glück hinzu: Ronald Johnson, der Top-Verkäufer von Apple, ist zum Wettbewerber J.C. Penney gegangen und legte dort einen Fehlstart hin.

Ron Johnson ist verantwortlich für die Apple-Stores, die weltweit Furore machen. Ein Glas-Quader mit großzügigem Innenleben, modernem Design und terminierten Unterrichts- und Verkaufsgesprächen erwirtschaftet weltweit den mit Abstand höchsten Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche, den irgendein Einzelhändler erzielt. Fantastisch! Und dieser Ron Johnson hat nun Apple verlassen, um dem angeschlagenen Einzelhändler J.C. Penney auf die Beine zu helfen.

Ich bin sicher, dass er einen langfristigen Plan verfolgt. Doch sein erster Schritt war ein Fehlgriff! J.C. Penney hat sich in den vergangenen Jahren in erster Linie durch aufwendige Coupon-Geschichten über Wasser gehalten. Ja, ich weiß: „Rabatt, mein Lieber, lass Dir sagen – wird vorher immer draufgeschlagen!“. Auch ich bin mittlerweile der ewigen Rabattschlachten überdrüssig. Warum macht man nicht gleich einen vernünftigen Preis für seine Waren?

Nun, Ron Johnson hat ebenso gedacht und schaffte die exzessiven Rabatt-Aktionen und Coupon-Geschichten ab. Stattdessen wurden gleich die niedrigen Preise auf die Waren geklebt. Resultat: Die Leute wussten gar nicht mehr, wie viel sie sparen, wenn Sie dieses oder jenes kaufen. J.C. Penney hatte sich zuvor genau die Klientel gesichert, die mit solchen Spielchen zu gewinnen war und durch die Abschaffung der „Sie sparen x%“- Schilder wurden die Stammkunden nicht mehr zum Kauf bewegt. Der Umsatz von J.C. Penney brach im ersten Quartal 2012 daher deutlich ein.

Sehr zur Freude von Wal-Mart, denn was bei J.C. Penney nicht gekauft wurde konnte sodann bei Wal-Mart zu einem „fairen“ Preis erworben werden.

 

HEIß UMKÄMPFTER MARKT DES EINZELHANDELS

Bed Bath & Beyond, Dollar Stores, Limited Brands, Macy’s, Ross Stores, Target… der Wettbewerb in den USA ist hart. Wal-Mart hat seine Größe ausgespielt und kann ein breites Spektrum mit günstigen Preisen anbieten. Doch wo soll der Konzern noch hinwachsen?

In meinen Augen erlebt Wal-Mart derzeit eine Renaissance in den USA. Die Abenteuer in Europa sind fehlgeschlagen, in Europa sind die Kunden nicht mit US-Marketingmethoden zu ködern. Insbesondere an Deutschland hat sich Wal-Mart bereits in den 1990er Jahren die Zähne ausgebissen. Ist das Unternehmen nun in der Lage, in den USA Marktanteile hinzu zu gewinnen? Oder will der Konzern vielleicht Asien erobern? Beides sind in meinen Augen schwere Aufgaben, die allein durch die Größe nicht bewerkstelligt werden können.

Gerade der Einzelhandel ist ein lokaler Markt, überall können sich nationale Supermärkte behaupten, häufig sogar lokale Einzelhändler. Die Bedürfnisse der Bevölkerung sind extrem individuell und da ist die Größe von Wal-Mart in meinen Augen eher ein Hindernis als ein Vorteil!

 

BEWERTUNGSNIVEAU IN ORDNUNG

Mit einem KGV von 14 ist das erwartete Umsatzwachstum der nächsten fünf Jahre von durchschnittlich +8% p.a. in meinen Augen fair bewertet. Die Gewinnmarge liegt jedoch bei nur 3,5% – der Einzelhandel ist und bleibt eben ein Volumengeschäft. Gleichzeitig werden die 228 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz mit einer Kreditlinie von 55 Mrd. US-Dollar finanziert. Wenn wir von einer Beruhigung der „Euro Krise“ ausgehen, dann wird sich das Zinsniveau auch in den USA bald kräftig nach oben schrauben, was dann wiederum den Gewinn von Wal-Mart schmälern würde.

Die erwartete Dividendenrendite von 2,4% ist für ein amerikanisches Unternehmen zwar schon recht hoch. Hier in Deutschland kennen wir aber wesentlich besser aufgestellte Unternehmen mit einer deutlich höheren Dividendenrendite. Das wäre für mich also kein Grund, diese Aktie zu kaufen.

 

KURSENTWICKLUNG ZEIGT EINEN INTAKTEN AUFWÄRTSTREND

Eine Aktie steigt immer dann, wenn sich die fundamentalen Rahmenbedingungen zugunsten des Unternehmens verändern. Dies haben wir bei Wal-Mart in den vergangenen Jahren gesehen. Seit vergangenen Herbst ist die Aktie von ca. 35,00 Euro auf ca. 53,00 Euro angesprungen, ein Plus von über +50%!

Doch die Erfolge der Umstrukturierung sowie der Glücksfall des Fehlers bei J.C. Penney lassen sich nicht wiederholen. Seitens Mexiko erwarte ich zwar auch kein Drama, aber doch zumindest heftige Vorwürfe durch die Opposition dort, was ein schlechtes Licht auf das Unternehmen werfen wird. Wal-Mart wird sich mit seinem Image auseinander setzen müssen, um diese Phase durchzustehen. Seine Wettbewerber werden dies nutzen können, um dem Unternehmen mit gezielten Verkaufsaktionen weitere Marktanteile abzujagen.

Seit dem Jahr 2000 ist die Aktie zwischen ca. 30,00 Euro und 55,00 Euro hin und her gependelt. Ich denke kaum, dass Wal-Mart nun so gut aufgestellt ist, um diese Handelsspanne nach oben zu verlassen. Vielmehr haben einige gute Entwicklungen in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass die Aktie nun wieder am oberen Rand dieser Handelsspanne notiert.

 

CHARTTECHNIK

Hier finden Sie eine ausführliche charttechnische Analyse der Aktie der Wal-Mart Stores Inc. von unserem Kooperationspartner in Sachen Charttechnik, LRT-Finanzresearch.de.

 

FAZIT

Internationale Anleger meiden zur Zeit Europa. Auf der Suche nach soliden US-Unternehmen führt dann natürlich kein Weg an der Aktie des größten Einzelhändler dort vorbei. Ich denke, dass auch dies dazu beigetragen hat, dass die Aktie in den vergangenen Monaten so gut gelaufen ist. Auf der Suche nach Alternativen sind solide amerikanische Unternehmen derzeit eben einfach gefragt, ungeachtet deren Zukunftsaussichten. Hauptsache das aktuelle Bewertungsniveau stimmt. Und das stimmt ja bei Wal-Mart.

Sollten sich die Turbulenzen in Europa legen, dann dürfte die Aktie von Wal-Mart jedoch eine evtl. Aktienkursrally kaum mitmachen. Internationale Anleger werden ihr Geld dann nämlich eher wieder aus den USA abziehen und in unterbewertete europäische Aktien investieren.

Wird die „Euro Krise“ enden? Nun, dieser Frage gehe ich jede Woche in meinem Börsenbrief Heibel-Ticker nach, den Sie absolut kostenfrei und unverbindlich über meiner Website unter: http://www.heibel-ticker.de beziehen können. Schauen Sie doch mal vorbei!

 

 

ÜBER DEN AUTOR: STEPHAN HEIBEL

Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter http://www.heibel-ticker.de unverbindlich eintragen.

Take Share,
Stephan Heibel

 

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