Social Trading – Mit der Crowd den Markt schlagen?

by RalfKeuper on 7. März 2014

Die Verfechter der Effizienzmarkthypothese halten es unmöglich, dass Anleger den Markt dauerhaft oder auch nur über einen längeren Zeitraum schlagen können. Eine etwas andere Position vertritt der legendäre Investor Warren Buffett, der sich dabei gerne auf die von Benjamin Graham eingeführte fiktive Figur des Mr. Market beruft.

Das Internet bietet inzwischen die Möglichkeit, von den Investmentstrategien erfolgreicher Anleger zu profitieren, indem man sich fast in Echtzeit an ihre Fersen heften kann. Das Schlagwort hierfür ist Social Trading.

Nicht wenige sehen in dieser Entwicklung eine weitere ernsthafte Bedrohung für das Geschäftsmodell der Banken. Bekannte Plattformen für das Social Trading im Netz sind u.a. Wikifolio, ayondo und eToro.

Einen guten Überblick über das Marktumfeld liefert der Beitrag Das Social Web killt den Kundenberater sowie ein Interview in der Berner Zeitung mit dem Finanzjournalisten Andreas Braun.

Aber nicht nur die Banken geraten durch das Social Trading unter Druck: Auch die Lieferanten von Finanzinformationen und Anbieter klassischer Handelsplattformen wie Thomson Reuters oder Bloomberg bekommen das veränderte Anlegerverhalten zu spüren.

Die dänische Saxo Bank hat quasi aus der Not eine Tugend gemacht und mit Tradingfloor eine eigene Social Trading – Plattform ins Leben gerufen. Das Beispiel von Saxo zeigt nebenbei, dass Banken im digitalen Zeitalter nicht automatisch in die Defensive gehen müssen.

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit neuen Anlagestrategien im Netz häufig fällt, ist die Sentimentanalyse, die auf dem Konzept der Behavioral Finance aufsetzt.

Das Berliner Startup SentiTrade hat das Potenzial frühzeitig erkannt und bietet die gleichnamige Software für Anleger an.

Die Frage, ob man mit Social Trading – quasi als Crowd – den Markt dauerhaft oder zumindest öfter schlagen als gegen ihn verlieren kann, bleibt – für mich jedenfalls – bis auf weiteres offen. 
Weitere Informationen:
Thomson Reuters Taps Into Twitter For Big Data Sentiment Analysis


Dieser Beitrag ist ein erlaubter Crosspost von Ralf Keupers Blog Bankstil

Dividenden-Sammler März 7, 2014 um 12:45

Auf der Anlegermesse in Frankfurt/Main hat wikifolio auch einen kleinen Stand gehabt.
Mein Eindruck ist eher, das jemand eine Idee / eine Strategie entwickelt und diese tradet.
Egal ob schnelles Trading oder langsames Investieren.
Hat er 5 oder 10 (ich weiß nicht genau) Follower, wird ein Zertifikat aufgelegt, was dann an der Börse normal gekauft werden kann.

Aber am Ende vertraue ich damit nur einer fremden Person, die möglicherweise jetzt momentan mit der Strategie einen guten Lauf hat…

Auf den Punkt: Ich denke nicht, das social Trading erfolgreich sein kann.
Denn die Masse liegt meistens falsch (Kostolany).
Und der Herdentrieb einer Masse kann tödlich sein!

Beste Grüße
D-S

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