Warum die Blase platzen wird

by Gastbeitrag on 10. September 2014

Gastbeitrag von Andreas Langa*

Ja die Seifenblasen auf unserer Erde, die platzen alle irgendwann. Das hat mir der Schwerkraft zu tun: irgendwann setzt sich das Wasser in der Seifenblase ab und wird oben immer dünner bis diese schließlich platzt. Sogar Spekulationsblasen platzen, obwohl diese zumeist nicht aus Seife bestehen.

Inzwischen glaube ich, dass die gesamte Börse eine einzige riesige Blase ist. Weltweit gibt es militärische Konflikte, die immer mehr zu eskalieren scheinen, das Erdöl wird knapper, die Wirtschaft in China schwächelt, die Eurokrise ist nach wie vor allgegenwärtig, die USA sind vollkommen überschuldet und würden zusammenbrechen, sobald der US-Dollar nicht mehr die Weltleitwährung wäre, der Terrorismus hat mit der ISIS eine ganz neue Dimension erreicht, die Umwelt wird von Sekunde zu Sekunde stärker verschmutzt, die Wälder gehen weltweit zurück, in Lebensmitteln finden sich immer mehr Giftstoffe, wachsende politische Spannungen mit Russland, eine ausbreitende Epidemie in Westafrika (Pharmakonzerne könnten hier profitieren), das Wachstum vieler Schwellenländer kühlt ab und auch Nordkorea droht noch immer mit Krieg.

Jeder einzelne dieser Aspekte wäre ein Grund weshalb die Börse oder zumindest einzelne Unternehmen eigentlich fallen müssten, schließlich hat sich die Anzahl der globalen Krisen erhöht. Und doch ist der S&P 500 sowie der Dow Jones in Amerika auf Allzeithoch, auch der Dax hat ebenfalls vor kurzem sein Allzeithoch erreicht. Auch andere Börsen weltweit sind zumindest auf einem hohen Niveau.

Als ich damals begann die Börse intensiver zu betrachten wurden Kleinigkeiten, wie selbst die Vogelgrippe zum riesigen Elefanten gemacht. Alles verunsicherte die Börsen. Inzwischen scheint es als ob die letzte Finanzkrise vergessen wurde. Die Banken – besonders in den USA – machen wieder gewaltige Gewinne, als hätte es nie eine Krise gegeben und vergeben den billigen Zinsen sei Dank Geld an jeden der etwas benötigt.

Das billige Geld der Zentralbanken

Das billige Geld der Zentralbanken beflügelt zwar die Kreditvergabe, doch bergen Kredite die Gefahr der Verschuldung. Man gaukelt den Kunden vor Sie hätten genügend Geld für eine neues Auto, Haus, Kühlschrank, Fernseher oder wenn es auch nur das neue Smartphone ist. Aber an einem Kredit ist man häufig lange gebunden und wenn die EZB den Leitzins anhebt steigen bei Kreditverträgen mit variablen Zinsen auch die Finanzierungskosten. Dadurch kann sich schnell die Zinslast enorm erhöhen und da die niedrigen Zinsen nicht gerade zum Sparen verführen haben viele Haushalte nur wenig Geld auf dem Konto. Wer schlau ist legte sein Geld in Aktien an, aber wenn die Blase am Platzen ist müssen Privatinvestoren schnell sein. Aber in der Regel sind institutionelle Anleger die schnellsten, die aus platzenden Blase zumindest Teilweise aussteigen können und wenn diese Investoren ausgestiegen sind ist der Kurs ohnehin schon stark gefallen. Wer also seinen Notgroschen in Aktien anlegt muss damit rechnen nur einen kleinen Teil davon im Falle einer Finanzkrise wiederzusehen. Aber die steigenden Zinsen muss man dennoch bezahlen können.

Zwar wollen die Zentralbanken die Zinsen nur langsam anheben, doch läuft ein Kredit für ein Auto durchaus fünf Jahre und wissen Sie wo in fünf Jahren die Leitzinsen stehen werden?

Ein Haus zahlen wir oft 20 Jahre und mehr ab. Würden Sie es schaffen hierfür in 10 Jahren einige Prozent mehr Zinsen zu zahlen?

Es gibt also die Gefahr, dass die privaten Haushalte – aber auch Unternehmen – mit höheren Zinsen nicht zurechtkommen und schon schlittern wir in die nächste Rezession. Wir sind bereits jetzt auf niedrige Zinsen angewiesen – wie eine Droge. Sie machten die wirtschaftliche Erholung erst möglich, aber können auch schnell zur Gefahr werden. So können wir unser Haus mit 5% Zinsen noch bezahlen, aber mit 15% wird es schon deutlich schwieriger.

Überbewertete Internetfirmen

Investoren sind bereit hunderte Millionen in Start-ups zu investieren, die in wenigen Wochen kopiert und ausgetauscht werden könnten. Das Ganze erinnert mich sehr stark an die Internetblase, doch diesmal schwören die Investoren nicht wieder den gleichen Fehler zu machen. Das Unternehmen Uber machte 2013 einen Umsatz von rund 213 Mio. Dollar (Quelle: Wikipedia) und soll dennoch über 18 Milliarden Dollar wert sein. Also ähnlich hoch wie die Marktkapitalisierung des Energiekonzerns RWE, mit dem Unterschied allerdings, dass RWE einen Umsatz von 54 Milliarden Euro im Jahr 2013 machte.

Genau das ist es ja, diese Vermutung oder oft auch Hoffnung, dass aus diesem Start-up etwas ganz Großes wird. Besonders einige Internet Start-ups werden meiner Meinung nach enorm überbewertet, denn schließlich ist es nicht sehr schwer ein Geschäftsmodell im Internet zu kopieren oder besser zu machen.

Zum Beispiel hat Google alle anderen damaligen Suchmaschinen innerhalb kürzester Zeit komplett verdrängt und wer weiß denn, dass ein ähnliches Schicksal nicht auch Uber droht. Ein Unternehmen wie Daimler oder Adidas ist da schon deutlich schwieriger zu kopieren. In einem Auto steckt jede Menge hochkomplexe Technik welche – insbesondere für Premiumfahrzeuge. Adidas als Marke ist überall präsent und wohl jedes Kind kennt Adidas und weiß um die Qualität der Herzogenauracher.

Aber ich sage immer, „je schneller ein Unternehmen kommt, desto schneller kann es wieder verschwinden“. Besonders im Internet tauchen täglich neue Geschäftsmodelle auf und die User wechseln sehr schnell zur Konkurrenz. So musste sich auch StudiVZ – einst DAS deutsche Social Network – kurz nach dem Erscheinen Facebooks geschlagen geben.


* Andreas Langa studiert derzeit nebenberuflich International Management in Dortmund und berät in der Woche mittelständische Unternehmen bei der Anpassung an die sich ständig verändernde Umwelt.

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