Wenig Veränderung im Rezessionsbarometer von Intrade

by Dirk Elsner on 15. August 2008

In den sogenannten Vorhersagemärkten von Intrade werden Erwartungen auf bestimmte klar definierte Ereignisse gehandelt. Konkret bedeutet dies: Tritt ein Ereignis ein, auf das man gesetzt hat, erhält man 100 US$ ausgezahlt, tritt es nicht ein, erhält man kein Geld.

So werden bei Intrade auch Rezessionserwartungen in einer Art Zertifikat gehandelt. Das Ereignis Rezession in den USA im Jahre 2008 würde bei Eintritt also 100 US$ erlösen. Definiert ist das Ereignis mit zwei aufeinander folgenden Monaten, in denen das Wirtschaftswachstum zurück geht. Ähnliche Zertifikate gibt es beispielsweise auch auf den Ausgang der US-Wahl.

Aktuell „kostet“ das Ereignis Rezession in den USA in 2008 24,6 US $. Kommt es bis zum Ende des letzten Quartals tatsächlich zu einer Rezession, dann erhält der Käufer 100 US$ und hätte damit einen Gewinn von 75,40 $ erzielt.  Der Verkäufer dieses Ereignisses hätte einen Verlust in gleicher Höhe realisiert.

Da die Auszahlung auf 100$ skalliert ist, kann der aktuelle Preis für das Ereignis Rezession auch als Wahrscheinlichkeit interpretiert werden. Damit rechnen die Handelsteilnehmer an der Vorhersagebörse mit einer Wahrscheinlichkeit von 24,6% mit einer Rezession noch in diesem Jahr. Im Vergleich zur Vorwoche ergibt sich daraus ein Plus von etwa 2%. Für das Ereignis Rezession in 2009 wird 1$ mehr als in der Vorwoche gezahlt, aber immerhin auch mit einer Wahrscheinlichkeit von 48%.

Verglichen mit den Höchstkursen war die Rezessionserwartung damit schon deutlich höher in diesem Jahr. Gleichwohl ist sie im Vergleich zur Vergangenen Woche gestiegen.

Die Qualität dieses Vorhersageinstruments liegt vor allem darin begründet, dass die Marktteilnehmer echtes Geld investieren. Der Preis, so die Theorie, soll damit die Informationen aller Marktteilnehmer bündeln. Er enthält sozusagen eine aggregierte Prognose. Die Vorhersagequalität ist dennoch davon abhängig, wie viele Marktteilnehmer dieses Instrument nutzen. Liegen die Angebotspreise weit von den Nachragepreisen entfernt, dann kommt kein Handel zustande und man erhält keine Preis für eine Vorhersage. Dies ist z.B. der Fall für die Rezessionsprognosen für Deutschland. Das höchte Kaufangebot liegt heute bei 10$, das beste Verkaufsangebot bei 60$.

Einen lesenswerten Artikel zu dem Thema hat Matthias Gräbner unter dem Titel „Geld verdienen mit Barack Obama“ in Telepolis veröffentlicht.

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