Pressemitteilung des AWD: Schönreden ist schlechte PR

by Dirk Elsner on 28. August 2008

Thomas Schmitt vom Handelsblatt entkleidet in einer lesenswerten Analyse die Erklärung des „Finanzoptimierers“ AWD zur aktuellen Bilanzlage. Während der AWD selbst in der Presseerklärung mit dem Titel „AWD stärkt Marktposition in Deutschland“ versucht, die jüngsten Zahlen positiv darzustellen, schreibt Schmitt Klartext. Er macht sich die sonst selten gewordene Mühe und schaut nicht nur in die Bilanzzahlen sondern jongliert geschickt mit den veröffentlichten Zahlen und bringt sie auf einen wirtschaftlichen Kern.

Man darf also die Frage stellen, warum die aktuellen Zahlen von den Verantwortlichen derart in einem hellen Licht dargestellt werden, dass es so auffällt. Für das Management wäre es hier viel eher angesagt, zunächst die aktuellen Daten tatsächlich in Moll darzustellen. Dann hätten allerdings Maßnahmen benannt werden müssen, wie man die Ergebnislage wieder verbessert.

Dazu bleibt aber die Erklärung selbst merkwürdig schwammig. Die einzig konkrete Maßnahme, nämlich eine Rekrutierungsoffensive mit dem Ziel zu starten, „neue Berater zu gewinnen und gute Vermittler langfristig an das Unternehmen zu binden.“ geht nach hinten los. Wie Schmitt berechnet, hat der AWD allein in Deutschland innerhalb eines Jahres 500 Berater verloren. Eine „Rekrutierungsoffensive“ ist tatsächlich das Minimum, was zu tun ist.

Öffentlichkeitsarbeit darf nicht dazu verkommen, schlechte Leistungen gut zu verpacken. Das hat in der Vergangenheit schon der gesamten PR-Branche stark geschadet. PR kann aber auch nicht Managementfehler heilen. Auch das AWD-Management wird Signale zur Früherkennung haben und muss entsprechend darauf reagieren.

PS

Auch die Financial Times Deutschland lässt sich vom schönen Schein der Presseerklärung nicht blenden und sieht: „Käuferstreik trifft AWD hart“.

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