Konjunkturkrimi: US-Wirtschaft in Q2 deutlich besser als bisher geschätzt

by Dirk Elsner on 28. August 2008

Das ist tatsächlich ein Hammer. Gewundert hatte ich mich über den starken Anstieg des DAX ab viertel nach zwei. Innerhalb einer halben Stunde legte er um fast 100 Punkte zu. Hinter solchen starken Veränderungen stecken häufig Nachrichten mit Informationen, die die Märkte so nicht erwartet haben. Nicht erwartet hatte man deutlichen positiven Korrekturen einer Reihe von US-Konjunkturdaten. So ist das Wachstum im abgelaufenen 2. Quartal von ursprünglich 1,9% auf 3,3% korrigiert worden, wie das „Commerce Department“ heute Morgen (US-Zeit) bekannt gegeben hat.

Aus einigen Details kann man ableiten, dass es sich dabei möglicherweise nicht nur um ein Strohfeuer aufgrund des Konjunkturprogramms der Regierung handeln könnte. Treibender Faktor war nämlich der Export, der um 13,2% gestiegen sind (geschätzt waren ursprünglich 9,2%).

Das milliardenschwere Konjunkturprogramm scheint dagegen verpufft zu sein. Die Ausgaben der Konsumenten sind „nur“ um 1,7% (Erwartung 1,5%) gestiegen. Die Importe sind sogar um 7,6% (6,6%) zurück gegangen, was ebenfalls als Beleg für geringere Ausgabenneigung gesehen wird.

Allerdings blicken Volkswirte in den USA skeptischer in die nahe Zukunft, weil -und so öffnet sich der Kreis- die Volkswirtschaften in Europa und Asien Schwächezeichen zeigen und deswegen möglicherweise der Export nachlassen wird. Die Volkswirtschaft zumindest in Europa schwächelt aber, weil -und so schließt sich der Kreis – hier angenommen wurde, die US-Wirtschaft schwächele. Vielleicht haben deswegen Konsumenten und Unternehmen angefangen, sich mit Anschaffungen zurückzuhalten.

Ich bin gespannt, wie dieser Konjunkturkrimi weitergeht. Treibt uns die negative Grundstimmung der europäischen bzw. deutschen Wirtschaft tiefer in den Morast oder ziehen uns die USA mit ihrer optimistischeren Haltung mal wieder aus dem Sumpf. Bermerkenswert an den Amerikanern ist, dass trotz Finanz- und Immobilienkrise und Angst um den Arbeitsplatz die Konsumausgaben gestiegen sind, wenn auch für US-Verhältnisse historisch gering.

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