Das was sich heute Morgen bereits angedeutet hat, haben die Märkte mittlerweile bestätigt: der US Rettungsplan reicht offensichtlich nicht aus, um die Finanzmärkte zu stabilisieren. Der Dow-Jones fällt aktuell um fast 2,5 % unter seinem Schlussstand vom vergangenen Freitag, in Europa sind die Kurse ebenfalls deutlich eingebrochen. Die Liste der Finanzinstitute, die ins Straucheln geraten, wird immer länger.
Wachovia, die vor zwei Wochen noch mit Morgan Stanley über eine Übernahme verhandelt haben sollen, sind selbst in Schwierigkeiten geraten und werden nun selbst von der Citigroup übernommen. Die Verstaatlichung der angeschlagenen britischen Hypothekenbank Bradford & Bingley (B&B) und die Teilübernahme des niederländisch-belgischen Finanzkonzerns Fortis durch die Benelux-Staaten schlugen den Investoren auf die Stimmung. Die Hypo Real Estate soll durch Fehlspekulationen seiner irischen Tochter Depfa in Schwierigkeiten geraten sein und wird nun von Privatbanken und dem Bund zur Rettung insgesamt 35 Mrd. in zwei Tranchen erhalten.
Angesichts dieser Meldungen möchte man gar nicht mehr die Frage stellen, was als nächstes passieren kann oder besser welche Bank als nächstes erwischt von der Finanzkrise hinweggefegt wird. Wir erleben eine Konsolidierungswelle im Finanzsektor, wie man sie vorher kaum für möglich gehalten hätte. Der französische Präsident Sarkozy hat die EU-Staaten aufgefordert, sich hinter die Banken zu stellen. Er forderte außerdem zu einem Gipfel auf europäischer und globaler Ebene auf. Und in der Tat, die Finanzmarktkrise ist weder ein amerikanisches noch ein deutsches oder europäisches Problem sondern ein globales Thema, das sich damit auch nur global lösen lässt.
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