Die Meldung über den Rücktritt von Hans Berger, dem Chef der HSH Nordbank, überrascht mich nicht, wenn ich noch einmal auf meinen Blogbeitrag vom vergangenen Donnerstag sehe. Dort hatte ich beschrieben, in welcher Zwickmühle die HSH Nordbank zwischen Eigentümern, Markt und Rettungspaket steckt. Wenn man, wie Herr Berger, jemand ist, der es vor allem den Eigentümern recht machen wollte, dann musste er an der aktuellen Situation zerbrechen.
Bisher waren die Eigentümer nicht bereit, neues Kapital zur Verfügung zu stellen. Dieses ist aber erforderlich für die HSH Nordbank, um die Mindestvoraussetzungen für die Inanspruchnahme des deutschen Rettungspaketes zu erfüllen. Gleichzeitig verlangten die Eigner aber von der HSH Nordbank ein Verhandlungsergebnis mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), die das Gesetz gar nicht vorsieht, jedoch die Pfründe der Eigentümer sichern sollte (Details in meinem Beitrag vom Donnerstag). Hier konnte Herr Berger nur scheitern. Sein Rücktritt ist daher Konsequent und drückt hoffentlich nichts Schlimmeres für die Bank aus.
Auch ein neuer Vorsitzende der Bank wird sich in den gleichen Schraubstock zwängen müssen. Es sei denn, es wird noch ein weiterer Investor aus dem Hut gezaubert. Aber auch der wird Bedingungen nennen, die den jetzigen Eigentümern der Bank nicht schmecken dürften. Wie heißt es so schön auf der Homepage der Bank? “Herausforderungen annehmen”. Die müssen vor allem die Eigentümer annehmen, wenn sie nicht noch einen größeren Scherbenhaufen anrichten wollen.
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