Mit viel Medien-Tam-Tam wurde der Start der „Zeitschriftentauschbörse“ Mygazines im Sommer begleitet. „Verleger fürchten Hochglanz-Raubkopien“ titelte Spiegel Online im August. Das Portal, welches mit dem Slogan „upload.share.archive“ warb, bot Nutzern die Möglichkeit, PDFs ihrer Magazine hochzuladen und mit anderen zu teilen. Medienkonzerne wie Time Warner fürchteten ein Napster für Zeitschriften und legten sich mit dem Startup an.
Als ich schauen wollte, wie sich denn dieses Portal so entwickelt, fand ich gerade die Meldung (Original unten), dass mygazines das Geld ausgegangen sei und deswegen geschlossen werden musste. Mygazin, ein Opfer der Finanzkrise? Oder haben die Medienkonzerne hinter den Kulissen nachgeholfen? Merkwürdig jedenfalls, der Untergang erfolgte in aller Stille und das bereits im Oktober. Nicht einmal einen deutschen Blogbeitrag habe ich zu der Einäscherung gefunden. Ruhe in Frieden „Mygazine“.
Ich bin gespannt, wann das Modell an anderer Stelle wieder aufsteht. Immerhin ermöglichte es die Lektüre von Zeitschriften, auf die man sonst keinen Zugriff hat. Ob das bei dem amerikanischen People Magazin erstrebenswert ist, sei mal dahin gestellt. Es wurden aber auch anspruchsvolle Magazine angeboten.
Allerdings müßte ein Nachfolger unbedingt die Urheberrechtsproblematik in den Griff bekommen. Aber auch hier hat ja mittlerweile die Musikindustrie Modelle entwickelt, die man nachahmen könnte.
Zum Brennpunkt Finanzkrise geht es hier
Und hier die Originalmeldung von mygazines
Dear valued members, visitors and publishers,
Due to monetary reasons and the state of the global economy, we unfortunately must close mygazines.com. We simply ran out of funds to support the daily operations.
We thank you for your patronage.
If you are a publisher interested in understanding more about our model and vision for the future of the publishing industry going forward, or to discuss our Business to Business model opportunities, please email us at mygazines@gmail.com.

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