Blödsinn: Google baut kein eigenes Betriebssystem

by Dirk Elsner on 10. Dezember 2008

Inside Google HQ

Arbeitsplatz bei Google

Nicht so sonderlich berührt haben mich die Meldungen über Gerüchte, dass Google an einem eigenen Desktop-Betriebssystem arbeiten soll, wie z.B. bei Eisy oder im Google Watch Blog zu lesen war. Aus diversen Verhaltensweisen bei einem Besuch bei Google sowie fehlender Betriebssystemsignatur von Google-Mitarbeitern werde geschlossen, dass Google ein eigenes Betriebssystem verwende und dies möglicherweise auch irgendwann allen Nutzern am besten kostenlos zugänglich machen wolle.

Das ist aus mindestens 4 Gründen Blödsinn:

  1. Die Finanzkrise trifft auch Google. Die Kosten für die Entwicklung und Vermarktung eines marktfähigen Betriebssystems gehen in die Milliarden Dollar.
  2. Google würde es selbst bei großer Marketingpower nicht gelingen, eine notwendige kritische Masse von der Akzeptanz eines Betriebssystems zu überzeugen. Dafür ist mittlerweile auch das Mißtrauen gegenüber dem Datensammler zu groß geworden.
  3. 1. und 2. werden die Anteilseigner von Google dazu bringen, einen solchen Plan zu verhindern, weil die finanziellen Ressourcen in anderen Geschäftsbereichen viel profitabler verwendet werden könnten.
  4. Ein Betriebssystem reicht allein nicht. Zur Akzeptanz gehören auch, dass andere Anwendungen laufen. Google müsste also frühzeitig Entwicklern Informationen über eine neues Betriebssystem liefern. Solche Informationen wären selbst bei einem Non-Disclosure mit hohen Strafbeiträgen längst durchgesickert.

Google unterstützt schon länger die Kernel Entwicklung von Linux und passt viele Applikationen an Linux an. Möglicherweise fördert Google die eine oder andere oder gar eine eigene Linux-Distribution. Persönlich würde ich dies sogar sehr begrüßen nachdem ich im Sommer wieder zu Windows zurückgekehren musste. Linux erreicht bisher einfach noch nicht User wie mich. Zu hoher Zeitaufwand, zu wenig Programme, zu viele Abstürze nach Parametrisierungen und vor allem das absolute No-Go: Arbeiten mit der Konsole für zahlreiche Einstellungen. Hier könnte Google mit geringerem finanziellen Aufwand viel mehr erreichen. Der Linux-Weg wäre der Entwicklung eines eigenen Betriebssystems in allen vier oben genannten Punkten überlegen.

Also die Gerüchteküche wieder kalt stellen.


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