Buddenbrooks-Verfilmung wirtschaftlich enttäuschend

by Dirk Elsner on 26. Dezember 2008

Buddenbrooks

Haus der Buddenbrooks in Lübeck

Neugierig war ich auf den kaufmännischen Part der Buddenbrooks-Verfilmung von Heinricht Breloer. Der Grimme-Preisträger hatte  2001 bereits den Fernseh-Mehrteiler „Die Manns“ gedreht und wird besonders für seine TV-Dokudramen gefeiert.  Mit der Verfilmung von Thomas Manns Roman „Buddenbrooks: Verfall einer Familie“  erreicht sein Kino-Debüt nun die Zuschauer.

Als jemand, der am wirtschaftlichen Geschehen interessiert ist, hat mich der Film allerdings enttäuscht. Wenig erfuhr man darüber, wie die Buddenbrooks Geschäfte machten und überhaupt zu ihrem Reichtum gekommen sind. Zwar wurden einige wenige Aspekte des Getreidehandels angerissen, sie standen aber nicht im Fokus des 2,5 stündigen Films. So wird der Zuschauer auch weitestgehend allein mit der Frage gelassen, warum es eigentlich zum geschäftlichen Abstieg der Buddenbrooks und von Geschäftspartnern kommt.

Einen wirtschaftlichen Lehrsatz des alten Konsul Buddenbrooks (übrigens hervorragend gespielt von Armin Mueller-Stahl) kann man vielleicht mitnehmen: „Mache mit Lust Geschäfte am Tag, aber nur solche, die dich nachts gut schlafen lassen.“

Immerhin lernt man, dass bereits in der damaligen Zeit das Netzwerken eine wichtige Rolle spielte. Wichtigstes Netzwerkinstrument waren dabei die eigenen Kinder, die in andere Kaufmannfamilien einzuheiraten hatten.

Ob der Film selbst wirtschaftlich gut läuft, vermag ich nicht zu beurteilen. Es ist aber zu vermuten, dass er die 16 Millionen Euro Produktionskosten nicht an der Kinokassen einspielt. Die Produktion dürfte dennoch wirtschaftlich durch verschiedene Filmförderprogramme gut abgesichert sein.

Weitere Beiträge zu der Verfilmung

Zeit: Schlechte Verfilmung: Jessica Schwarz ist enttäuscht von .

Welt: Das kann es noch nicht gewesen sein

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