Kein Slogan von Darwin: Survival of the fittest

by Dirk Elsner on 3. Januar 2009

2009 ist das Darwin-Jahr und vermutlich auch ein weiteres Jahr der Finanzkrise. Finanzkrise und Darwin. Passt das zusammen? Ja, wenn man den Klischees folgt, nein, wenn man es genau nimmt. Im Februar können wir seinen 200. Geburtstag feiern, und vor 150 Jahren erschien erstmals seine Werk: „Über die Entstehung der Arten“. Und auch nach 150 Jahren „darwinistischer“ Theorien, die ja intensiv in der Gesellschaftspolitik diskutiert werden, gibt es immer noch etwas zu lernen.

Insbesondere in diesen Zeiten wird gern und häufig in Wirtschaftskommentaren der Slogan „Survival of the fittest“  für Unternehmen herangezogen, die nach der Finanz- und Wirtschaftskrise gestärkt aus ihr hervorgehen und die schwachen Unternehmen verdrängt haben sollen. Dabei geht dieser Ausdruck gar nicht auf Darwin zurück.

Aus der der Zeit erfahren wir: „Die Formel gehört zu den folgenreichsten, die je ein Forscher zu Papier gebracht hat. Sie geht allerdings nicht auf Darwin zurück, sondern auf den Soziologen Herbert Spencer – und damit wiederum auf ein Gesellschaftsmodell. Spencer gilt als Begründer des Sozialdarwinismus, obwohl er dessen heutige Thesen nie geteilt hätte. Er glaubt an kulturelle Evolution, an Evolution total, vom All bis in die Seele, vom Molekül bis zur Moral. Krankes, Schwaches und Entartetes merzt sich im Daseinskampf selbst aus, das Bessere ist der Feind des Guten. In Darwins Entstehung der Arten von 1859 findet er das gesuchte Stück Biologie für seine Weltanschauung. Darwin übernimmt die Sprechweise vom survival of the fittest erst ein paar Jahre später. In seinem Hauptwerk taucht sie erstmals in der fünften Auflage 1869 auf.“

Mehr zu Charles Darwin

Zeit: Danke, Darwin!

Tagesspiegel: Darwins revolutionäres Weltbild

Handelsblatt: Von Finken, Drosseln, Genen und Zeitreisen

Darwins Welt

FAZ: Um einen Darwin von innen bittend

Sonderseite der FAZ zum Darwin-Jahr

Welt: Der Artenforscher

Spiegel: Sämtliche Werke von Charles Darwin sind frei im Internet zugänglich

Krause-schoenberg: Was Darwin selbst geschrieben hat – und was andere daraus gemacht haben

Mit einem besonderen Projekt wird die Arbeit des Naturforschers Charles Darwin (1809 bis 1882) gewürdigt: Sämtliche Werke des Begründers der modernen Evolutionstheorie sind jetzt im Internet frei zugänglich (darwin-online.org.uk).

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