Großinvestor Icahn will neue Regeln für vom Staat gestützte Unternehmen

by Dirk Elsner on 26. Januar 2009

Im Wall Street Journal fordert Investorenlegende Carl Icahn neue Regeln, wie staatliche Firmen geführt werden. Unter Berufung auf die Inaugurationsrede von Barack Obama will er das Management vom Staat unterstützter Unternehmen im Zaum halten. Kernproblem: Die notleidenden Firmen erhielten Hunderte Milliarden Dollar an Steuergeldern, würden aber nicht dazu verpflichtet, ihre Management-Strukturen zu verändern. „Wie sollte das unserer Wirtschaft dienen, wenn wir die Managements subventionieren, die ihre Firmen in die Misere geführt haben?“ Als Ausweg müsse der US-Kongress Aktionären mehr Rechte geben, um neue Boards zu wählen und die Vergütung von Führungskräften zu beeinflussen. „Laxe und uneffektive Verwaltungsräte, sich selbst bedienende Managements und gescheiterte Kurzfrist-Strategien haben zur absehbaren finanziellen Kernschmelze geführt. Nun ist es Zeit, dass die angeschlagenen Aktionäre zurückschlagen.“

Carl Icahn gehört zu den Jägern angeschlagener Firmen. Immer wieder kreuzt der Milliardär im Fernsehen auf und poltert dann gegen (scheinbar) unfähige Vorstände beziehungsweise Aufsichtsräte. In seinem Blog Icahnreport.com widmet er sich ausschließlich den Nieten in Nadelstreifen. Oftmals bleibt bei seinen Aktienlieblingen nach dem Einstieg kein Stein auf dem anderen. Häufige Wechsel im Management sind gang und gäbe. Doch nicht immer gehen seine Wetten auf. Große Positionen hält Icahn derzeit an Motorola, Time Warner und Biogen. Insbesondere das Motorola-­Investment hat sich als Niete erwiesen. Ende vorigen Jahres stockte Icahn seinen Anteil an Yahoo um knapp 5,5 Prozent auf. Nach wie vor hofft der Raider, dass es trotz des geplatzten Microsoft-Übernahmeangebots doch noch zu einem Deal kommt. Icahn ist an zügigen Transaktionen interessiert.

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