Optimismus kehrt laaaangsaaam zurück: Da freut sich der Neue in der Scharnhorststraße

by Dirk Elsner on 10. Februar 2009

Das Handelsblatt wählte die Überschrift noch vorsichtiger als ich und titelte: “Zuversicht kommt schleichend zurück” Dazu schreibt das Blatt u.a.:

“Die Talsohle ist in sichtbare Nähe gerückt. In bislang ungekanntem Tempo waren sämtliche relevanten Größen, die hierzulande Orientierung hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung bieten, in den vergangenen Monaten bergab gestürzt. Dieser Sturzflug ist nun – zumindest für einige der wichtigen Stimmungsindikatoren – abgebremst. Die schlechte Nachricht relativiert dies allerdings: Das Niveau, auf dem die Konjunkturindikatoren inzwischen gelandet sind, ist tief wie selten.”

So wirklich gut klingen die Ergebnisse des Handelsblatt Business-Monitors in der Tat noch nicht und meine Überschrift mag mehr Hoffnung als Realität ausdrücken. Immerhin erkennt man eine Abkehr von den extremen Negativschlagzeilen, die in den letzten Wochen nicht nur mich, sondern auch viele Unternehmer genervt hatten.

Und immerhin: “Der freie Fall der Stimmungsindikatoren stoppte zuletzt: Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung der Unternehmen misst, hatte sich minimal von 82,7 auf 83 Zähler verbessert. Und das ZEW-Barometer, das die Konjunkturerwartungen von Finanzmarktexperten und Analysten widerspiegelt, war sogar drei Mal in Folge gestiegen. Zudem waren wichtige Indikatoren in der Euro-Zone und den USA leicht nach oben geklettert, schreibt die Zeitung „Wenn wir auch im Februar kräftige Anstiege der Stimmungsindikatoren sehen, sollte die Wirtschaft zur Jahresmitte zumindest aufhören zu schrumpfen und die Rezession enden“, sagt der Chefvolkswirt der Commerzbank Jörg Krämer.

Damit könnte dem neuen Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg schon mal etwas Last genommen werden. Dennoch wird der neue Hausherr in der Scharnhorststraße in Berlin sich eines Tages feiern lassen für die Trendwende, die weder er noch sein Vorgänger zu verantworten haben. Und damit habe ich es endlich geschafft, doch noch in meinem Blog den neuen Amtsinhaber zu erwähnen, denn zu der Person ist mir tatsächlich nichts eingefallen. Er war mir bisher nicht aufgefallen, was allerdings kein schlechtes Zeichen sein muss. Er hat trotz der Umstände auf jeden Fall eine Chance verdient. Mit Umstände meine ich, dass nicht der am besten geeignetste Mann, sondern die am besten aus der CSU geeignete und verfügbarste Person ausgewählt wurde.

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