Banker in Untersuchungsausschüssen

by Dirk Elsner on 13. Februar 2009

In dieser Woche gab es große parlamentarische Aufbereitungen der Bankenkrisen mit den Vorstandsbossen zahlreicher Großbanken in den USA und England.

Zu der Anhörung im britischen Finanzausschuss schrieb das Handelsblatt:

“Wie die Schuljungen saßen sie da, die Hände vor sich auf dem Tisch gefaltet, den Kopf gesenkt, vier zerknirschte Bankmanager, deren Institute ohne 37 Mrd. Pfund Staatshilfe wohl nicht überlebt hätten – Fred Goodwin, der geschasste Chef der Royal Bank of Scotland (RBS) und sein Chairman Tom McKillop, dazu Dennis Stevenson, Chairman von Großbritanniens größtem Immobilienfinanzierer HBOS und Andy Hornby, der unter ihm als Vorstandschef diente.”

Immerhin konnte man von den Bankbossen Entschuldigungen hören. Ob das wirklich weiter hilft sei mal dahin gestellt. Der darnieder liegenden Wirtschaft wird es nicht helfen, wohl könnte es aber der Genugtuung dienen.

Zu der Anhörung am Mittwoch im House Financial Services Committee (Material dazu hier) schrieb breakingviews:

“Der Chef der Citigroup, Vikram Pandit, entschuldigte sich dafür, dass seine Bank sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten und den Auftrag für einen neuen Unternehmensjet erst mit großer Verspätung storniert hat. Ken Lewis wurde wegen der Akquisition von Merrill Lynch durch die Bank of America ein wenig eingeheizt. Alle acht beteuerten, für 2008 keine Boni in Anspruch nehmen zu wollen. Und Pandit ergänzte, sein Gehalt auf nur einen Dollar zu beschränken, bis die Citigroup wieder Gewinne vorzeigen kann. John Mack von Morgan Stanley betonte gar, seinen Job so sehr zu lieben, dass er gleich ganz auf eine Entlohnung verzichten würde.”

Ist eigentlich ein Wunder, dass in Deutschland noch keine Partei einen Untersuchungsausschuss zu den Bankhilfen gefordert hat, auf der dann die Chefs der deutschen Groß- und Landesbanken Rede und Antwort gestanden hätten.

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