So könnte die Zukunft nach der Apokalypse aussehen

by dels on 14. März 2009

In der vergangenen Woche hatte der Freitag in die Apokalypse geblickt. Diese Visionen waren der relaunchten Wochenzeitung wohl auch zu dunkel. Daher lässt sie in dieser Woche drei Autoren zu Wort kommen, die alternativen Zukunftsszenarien positive Seiten abgewinnen. Autor Robert Misik leitet die Reihe ein und warnt u.a. vor Utopien:

„Die Endlichkeit der Welt mag realistisch sein, der Kapitalismus ist ewig. Zumindest galt das bis zum 15. September, bis zu dem Tag, als die US-Regierung LehmanBrothers kollabieren ließ. Seither kann man sich auch den Zusammenbruch des Kapitalismus realistisch vorstellen. An Krisenbewusstsein herrscht kein Mangel mehr. Die Praktiker versuchen den Zusammenbruch zu verhindern. In ministeriellen Planungsabteilungen wird über Finanzmarktregulierungen nachgedacht, in der Hoffnung, dass es da demnächst überhaupt noch etwas zu regulieren gibt. Auf Attac-Kongressen wird über „Solidarische Ökonomie“ diskutiert und über Modelle von „New Work“ – über neue Arbeitsformen in den Ruinen des Kapitalismus, in denen nichts mehr geht. Die verwüsteten Gebiete gibt es heute schon, etwa in der Innenstadt von Detroit, sehr bald werden sich diese Zonen ausweiten. In Think Tanks beginnt man über die neuen Spielregeln für den nächsten Kapitalismus nachzudenken. Ökonkeynesianismus, einen „Grünen New Deal“ propagieren die Grünen.“

„Utopien stehen in einen schlechten Ruf, aus verschiedenen Gründen. Schließlich sind Utopien meist Kopfgeburten, etwas für phantasievolle Schwärmer. … Sie malten sich eine vernünftige, widerspruchsfreie und etwas zu gut aufgeräumte Welt aus – oder so genannte „Idealstaaten“ – aber sie meinten ihre Sache durchaus ernst. Ihr Betriebsmodus war der des pausbäckigen Vernunftglaubens: Man muss sich eine gute Ordnung nur im Kopfe entwerfen, dann brächte man die Menschen, diese vernunftbegabten Wesen, schon dazu, eine solche Welt zu schaffen. Die Ideen waren am Reißbrett skizziert und die Welt, die sie zeichneten, roch ein wenig nach den Phantasiewelten aus heutigen Science-Fiction-Filmen.

Hier der Weg zu den drei Szenarien

Szenario I Von Skanergia nach Freementalli: Wenn die Egalität in Bewegung kommt, beginnt die posttraumatische Ökonomie, erklärt der Weise Rat

Szenario II Ein himmlischer Äther voll tiefer Gespräche: Wenn das Netzgeplapper in der Pleite endet, finden die Bürgernetze der Zukunft wieder Bodenhaftung

Szenario III Laboratorium des Gemeinsinns: Wenn Menschen kooperieren und ihr Wissen teilen, profitieren am Ende alle davon


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