Kleine Unternehmen werden von der Wirtschaftspresse ignoriert

by Gastbeitrag on 22. August 2009

Gastbeitrag von Rainer Schäffer*

Die Bedeutung der Basis der Wirtschaft wird nicht zur Kenntnis genommen.

Beim Lesen des Wirtschaftsteils fällt auf, dass mit Ausnahmen nur über Globalplayer, Monopolisten, Konzerne und Großunternehmen berichtet wird. Selbstverständlich erwartet der geneigte Leser Berichte über relevante Wirtschaftsangelegenheiten aus dem Bereich der Großunternehmen.
Journalistisch wird es sicher interessanter sein, über die Hauptversammlungen deutscher Dax-Unternehmen zu berichten. Großunternehmen, Konzerne oder Globalplayer, sind keineswegs unbedeutend. Von der Berichterstattung werden große Unternehmen daher gerne überproportional in den Mittelpunkt genommen.

Die Realwirtschaft sieht aber ganz anders, was von den Wirtschaftsredakteuren leider in der Presse scheinbar nicht zur Kenntnis genommen wird.
Berichtet wird von der Presse dagegen vielfach und ausgiebig über nicht ganz 3 % der Unternehmen. Im Gegensatz dazu werden über 97 % der Wirtschaftsunternehmen, welche die Basis der Wirtschaft darstellen von der Presse und der Politik gering beachtet.

Das eklatante Missverhältnis in der Berichterstattung des Wirtschaftsteils, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen, ist sicherlich mit ein Grund mit dafür, dass der Wirtschaftsteil von den Lesern sehr wenig gelesen wird, weil die Wichtigkeit der Makro- und Mikrowirtschaft spärlich erwähnt werden und somit kein Interesse bei den wirtschaftlich Interessierten geweckt werden. Den Wirtschaftsredakteuren könnte man unterstellen, dass diese an den wirtschaftlich wissbegierigen Lesern vorbei schreiben.

Es fragt sich, ob die Wirtschaftsredaktionen die Belastungen und Benachteiligungen, aber auch deren Erfolge und wirtschaftliche Bedeutung der kleinen Unternehmen, bewusst nicht zur Kenntnis nehmen und publizieren möchten.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Wirtschaftsredakteure zum Beispiel eher bestimmten Funktionären oder Politikern überproportional Gelegenheit geben, ihre nicht unumstrittenen Thesen zu verbreiten oder eine unkritische Hofberichterstattung für Kammern, Parteien usw. verbreiten.

Die Darstellung, bzw. vornehmliche Nichtdarstellung, hinsichtlich der kleinen Unternehmen kann bei der wichtigen gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der bremischen kleinen Unternehmen von seiten der Wirtschaftspublikation weder sachgerecht noch fair sein.

* Rainer Schäffer ist Geschäftsführer der SCHÄFFER Hausverwaltungs – GmbH, Bremen, übernommen via OpenPR

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