Noch ist unklar, wie sich die Dubai-Krise tatsächlich auswirkt auf die Finanzmärkte. Die Reaktionen reichen von “Dubai-Krise könnte neuen globalen Crash auslösen” bis ein „Einen Flächenbrand wird es nicht geben“. Auch wenn zahlreiche Experten jetzt wieder ihr “Wissen” in die Informationsmärkte pumpen, keiner kann die wirklichen Reaktionen voraussagen. Bei der Bandbreite an Prognosen wird allerdings irgend jemand schon recht haben.
Fakt ist aber offenbar, dass in Dubai schon länger die Trostlosigkeit um sich greift.
Bereits Ende letzten Jahres hatte Dubai von sich reden gemacht, als die Krise unübersehbar geworden war, Baukräne stillstanden, Arbeiter abgeschoben wurden und westliche Angestellte als Arbeitslose aus dem Land flohen. Doch die Weltwirtschaftskrise, die Dubai schlimm erwischt hatte, wurde im Emirat schöngeredet. (NZZ)
“Mit spektakulären Projekten und einem brillanten Marketing war das Emirat Dubai in Rekordzeit von einem verschlafenen Nest zur feinsten arabischen Adresse für Immobilien- und Finanzgeschäfte aufgestiegen. Die künstlichen Inseln in Form einer Palme und der höchste Hochhausturm der Welt lenkten die Aufmerksamkeit der Investoren und die Missgunst arabischer Nachbarn auf das kleine Reich von Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum. Doch jetzt sind mehr als 50 große Bauprojekte unterbrochen oder ganz eingestellt worden.” (Handelsblatt)
“Einige Experten befürchten allerdings, dass sich die Wirtschaft in Dubai nicht so schnell erholen wird wie die lokalen Auguren voraussagen. Sie glauben, dass die Abwärtsspirale zunächst nicht zu stoppen sein wird, wenn Berichte über Schulden und abgesagte Bauprojekte das Jet-Set-Image der arabischen Metropole erst einmal nachhaltig beschädigt haben.” (Handelsblatt)
Impressionen aus einem Dossier der FTD:
“Aber es ist auch anderes zu sehen: ein Sandhaufen im Meer, er sollte eine weitere Palmeninseln werden. Und überall verstreut: Ruinen und Rohbauten. Das Gerippe des Al Attar Tower, an dem seit Monaten nur noch Sonne und Sand arbeiten. Ja, von oben sieht Dubai aus wie ein Sandkasten nach dem Spiel: Vieles ist kaputt oder wurde nie fertig. Ein trauriger Anblick.
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Selbst da, wo fertig gebaut wurde, sieht es nicht nach einer guten Zukunft aus: Das Hotel Atlantis, vor einem Jahr mit 20-Mio.-$-Feuerwerk eröffnet, lockt mit Sondertarifen. Und die Inselpalme ist für Touristen eine Überraschung der besonderen Art: "Wie sieht das denn hier aus?", entfährt es einer Deutschen, die im Monorail über die Kunstinsel schwebt. Die Stelzenbahn ist leer, wie fast die gesamte Palme. Mittendrauf wollte Donald Trump ein Luxusresort bauen. Ausgesetzt. …
Gigabauten stehen nicht mehr an. Der Superflughafen verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Der Kanal quer durch die Wüste ist abgesagt. Dubailand, der Vergnügungspark, der Las Vegas übertreffen sollte, bleibt ein Hirngespinst "In Dubai hat sich vieles geändert", sagt Pradhan. "Jetzt wird nur noch Geld in Projekte gesteckt, die Sinn machen." Und von denen gibt es nicht viele.
Zu viele Büros und Wohnungen wurden gebaut. Wenn es dämmert, gehen in manchen Hochhauskomplexen nur ein, zwei Lichter an.”
Und schon vor dem Finanzdesaster war auf halloabudhabi zu lesen:
“Viele Bauprojekte liegen derzeit auf Eis, die Bagger stehen still und viele Arbeitskräfte werden noch immer entlassen. Das Prototypen-Beispiel schlechthin ist hierfür „Dubai World“.
Das Megaprojekt der künstlich aufgeschütteten Inselgruppen soll, mit Infrastruktur und der Bebauung der Inseln, geschätzte 14 Milliarden US-Dollar kosten. Das Projekt sollte eigentlich im Jahr 2020 beendet werden. Nun wurde die Fertigstellung der Inselgruppen jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Zudem wurden rund 12.000 Arbeiter entlassen, 70.000 Arbeiter bleiben weiterhin beschäftigt.
Das Dubai World-Projekt muss nun grundlegend umstrukturiert werden. Ein erster Schritt gründet sich nun auf der Entlassung der 12.000 Mitarbeiter.
Spekulationen werden laut, von wem sich Nakheel das dringend benötigte Geld denn nun leihen soll. Eventuell könnte die Regierung einspringen, um dem Unternehmung aus der Patsche zu helfen. Auch die Möglichkeit, Anteile von der verschuldeten Holding „Dubai World“ an eventuelle Geldgeber zu veräußern, wäre denkbar.”
Der Blick Log hatte sich vor einem Jahr in zwei Beiträgen mit dem mit dem herannahendem Kater von Dubai befasst:
Dubai: Feuerwerk und Promis gegen die Krise
In Dubai geht die Angst um: “Atlantis” ist ein schöner Name in dieser Zeit

Da schließ ich mir dich an DrHo. Vor allem wer schon mal da war der weiss wie sich 40°C im Sshatten anfühlen. Diese ganzen künstlichen lagunen stinken ja bis zum himmel weil das ganze wasser und die abgestorbenen pflanzen richtig schimmeln. Nichts für mich.
Liebe Grüße vom schönen Bodensee,
Marko Gross
http://www.mascus.de
Mal ganz im Ernst. Wer will denn in der Wüste Urlaub machen? Was soll ich da? Wer ist die Zielgruppe, die da hin will, außer denen, die denken, dass der Kauf einer Immobilie Gewinne erzeugt?
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