Fusion von BayernLB mit WestLB scheitert planmäßig

by mnockerl on 4. November 2010

Gerade lese ich in meiner Mittagspause auf Handelsblatt Online vom Scheitern der Fusionsgespräche zwischen von BayernLB und WestLB. Der Blick Log hatte das Schweitern bereits im September vorhergesagt.  Viele Zentralisierungsbemühungen sind in der Vergangenheit nach feierlichen Beschlüssen am Lokaldünkel der Eigentümer oder spätestens in der Umsetzung gescheitert.

Die Gründe dürften hier ebenfalls, auch wenn die beiden Banken etwas anderes kommunizieren, in deutlich divergierenden außerökonomischen Interessen der verschiedenen Stakeholder liegen.  Im Handelsblatt ist zu den Gründen zu lesen:

„Grund für das Scheitern ist Finanzkreisen zufolge offenbar die mangelnde Rückendeckung Häuslers im eigenen Vorstand. Dieser habe voll in die Gespräche eingebunden sein wollen, sagte ein Beteiligter. Zudem habe es Angst vor Rechtsrisiken gegeben sowie Vorbehalte in der bayerischen CSU beziehungsweise der Staatsregierung.

Offiziell würden die Bayern aber wirtschaftliche Argumente gegen die am 20. September bekannt gewordenen Fusionspläne anführen. Angeblich hakten die Gespräche bereits in den vergangenen Wochen. So sei einTreffen Mitte Oktober abgesagt worden, in dem eigentlich Details über das Öffnen der Bücher und die damit einhergehende gegenseitige Prüfung der Bilanzen vereinbart werden sollte.“

Die hier genannten Gründe dürften mit Sicherheit höchstens ein Viertel der Wahrheit sein.  Bei beiden Banken spielen verschiedenste landespolitische Interessen ein Rolle. Daneben wollen die Sparkassen direkt oder über ihre Verbände sowie der DSGV selbst ein Wörtchen mitreden.  In der Regel lassen sich die verschiedenenZielvorstellungen untereinander nicht in Deckung bringen und stehen meist im Widerspurch zu betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten. Erschwerend kommt bei beiden Landesbanken derzeit das „Damoklesschwert“ EU-Kommission hinzu. Brüssel hat bekanntlich ganz eigene Vorstellung zur Lösung des Landesbankenthemas.  

Ich glaube übrigens nicht, dass die Absage in Zweifeln an den Bewertungen der jeweiligen Aktiven begründet werden kann.  Glaubt man der Berichterstattung, dann waren die Institute noch gar nicht in die Due Dilligence eingestiegen, um die Vernmögenswerte genauer zu prüfen.

Vermutlich werden jetzt die Entscheidungsträger, die auf den bisherigen Häppchengipfel schlau über die Zukunft der Landesbankenlandschaft philosophierten, etwas mehr Gehirnschmalz in die Neuordnung stecken müssen. Dazu empfehle ich zunächst eine Analyse und Bereinigung der Stakeholderziele. Ohne Zugeständnisse von allen Seite hier, wird man noch in zehn Jahren über die Neuordnung streiten.

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