iPad-Killer mit Tastatur? Dells Netvertible Insprion Duo

by delsn on 20. November 2010

Seit Monaten warte ich auf die richtige iPad-Alternative, die das ge- und verschlossene Konzept von Apple für die Windows- oder Linux-Welt öffnet. Ich will mich nicht von Steve Jobs gängeln lassen und unterwegs im Flugzeug oder der Bahn so ein Gadget haben, mit dem ich mailen, twittern, schreiben und lesen kann. Mein Notebook ist mir einfach zu unhandlich und sperrig. Außerdem will ich meine gewohnten Standardanwendungen nutzen und nicht von Apples Gnaden ausgesuchte Apps.

Zum Glück gibt es seit einiger Zeit eine Geräteklasse, die meinen Wünschen immer näher kommt. Es sind die die häufig als Convertibles oder Netvertibles bezeichneten Geräte. Netvertibles oder Netbook Convertibles sind im Prinzip leistungsfähige Netbooks bzw. Notebooks mit einem drehbaren und berührungsempfindlichen Display. Das Display lässt sich so umklappen, dass sich das Gerät auch als Pad-Rechner, also bedienbar über den Bildschirm, verwenden lässt.

Vor einigen Monaten hatte ich hier schon einmal zwei Geräte in die engere Wahl genommen, den ASUS Eee PC T101MT und den Acer Aspire 1825PT und darüber hier kurz geschrieben. Leider habe ich nicht in einem einzigen der besuchten Elektromärkte die Gelegenheit gefunden, eines dieser Gadgets auszuprobieren.

Nun hat mein für diese Geräteklasse bevorzugtes Weblog (touchmemobile.de) ein neues Gerät angekündigt, das mich wirklich neugierig macht: Dell Inspiron Duo. Es soll mit einem 10,1-Zoll kapazitiven Touchscreen bei einer Auflösung von 1366×768 Pixel ausgestattet sein. Der Clou an dem Gerät ist das Display, das man es in dem Rahmen mittig um die Längsachse drehen und so in ein Tablet verwandeln kann. Dann startet die Touch-optimierte Oberfläche “Stage. Das sieht dann so aus:

Zur Bedienung schreibt das PC-Magazin: “Mit seinem kapazitiven N-trig-Touchscreen erkennt das Inspiron duo Multitouch-Gesten mit bis zu vier Fingern – beim ersten Ausprobieren reagierte der Touchscreen exakt auf Eingaben. Einen Stift für Handschrifteingaben oder Zeichnungen bietet das Dell-Netvertible leider nicht. Ein Lagesensor erkennt die Position des Tablets, das Drehen des Bildschirminhalts erfolgt aber nicht so flüssig, wie bei einem iPad. Das liegt aber nicht am Dell, sondern eher an Windows 7 und den Intel-Grafiktreibern.” Preislich beginnt der Spaß bei 549€.

Für die Technikfreunde unter den Lesern hier bisher gehandelte Features, die allerdings je nach Quelle noch etwas differieren: Atom N550 Prozessor, 2GB Ram, 250GB/320GB Festplatte. Es verfügt laut PC-Magazin über eine 1,3-Megapixel-Webcam und ein Array-Microfon, das Nebengeräusche eliminiert. Der 4-Zellen-Akku soll bis zu vier Stunden halten, kann aber nicht getauscht werden. Das Netvertible hat ein Gewicht von 1,38 kg. UMTS/HSDPA und GPS soll es gegen Aufpreis geben. Als Betriebssystem ist Windows 7 Home Premium vorgesehen, mit dem das Netvertible aber, glaubt man dem Video, noch nicht so flink laufen soll. Dazu gibt es die Dell Stage Oberfläche, die ich nicht kenne.

Auf ein paar Nachteile weist ndevil.com hin: “Bei dem Prototypen waren nur zwei USB Anschlüsse, Strom und Kopfhörer hinter einer Klappe vorhanden. Alles andere wird über eine Dockingstation, die sich an der Unterseite verbindet, verfügbar. In dieser Station sind auch gute Stereo Lautsprecher von JBL verbaut und, wie man auf den Bildern und im Video im Anschluss erkennen kann, einige Ports. Leider scheint der VGA oder HDMI Ausgang komplett zu fehlen, wodurch man da Anschließen eines Beamers oder anderen externen Bildschirmes wohl flach fällt.” Das ist freilich immer noch deutlich besser, als das, was der iPad zu bieten hat.

Insgesamt macht die unaufgeregte Präsentation auf jeden Fall neugierig. Nach dem ersten Eindruck könnte Dell damit tatsächlich das treffen, was ich mir für unterwegs vorstelle. Ob das Gerät ein iPad-Killer werden kann, lässt sich schwer sagen. . Dell entzündet in der Presse trotz des pfiffigen Designs nicht annähernd den Hype, den Steve Jobs mit jeder Produktankündigung startet. Apple bleibt halt das Lieblingskind der Medien und hat die bessere Vermarktungsstrategie für den Consumer-Markt. Die Leistungsbeschreibung jedenfalls des Inspiron Duo, schlagen, gemessen an meinen Ansprüchen, das iPad um Längen.

Hier zum Abschluss noch ein Präsentationsvideo der PC Welt

Weitere Berichte:

mobicroco: Hands-On: Dell Inspiron Duo gefällt und kostet 549 Euro

Promovideo von Dell

CNet: Dell Duo: Are Windows tablets on the rise?

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