Neue Eskalation? Update der Mindmap der Schuldenkrise

by Dirk Elsner on 12. Juli 2011

Wahrscheinlich werden wir erst in einigen Wochen wissen, ob die gestern durch Medien und Finanzmärkte getriebene Dramatisierung der Schuldenkrise wirklich nachhaltig ist. Ich will das jetzt nicht kommentieren, weil die Aufgeregtheit im umgekehrten Verhältnis zur Informationsdichte steht. Immerhin habe ich am Abend die Mindmap zur Schuldenkrise aktualisieren und erweitern können.

Die Mindmap versucht die verschiedenen Diskussions- und Krisenstränge zu sortieren. Hinter dem image–Symbol verbergen sich weitere Informationen, die meist auf vertiefenden Artikel verweisen.

Mir fehlen noch jede Menge Linkhinweise mit Vorschlägen zur Lösung der Schuldenkrise. Ich habe hier erst 17 Konzepte verlinken können. Dabei gibt es mindestens 178 und vermutlich viel mehr.

Ausgewählte Schlagzeilen der letzten zwei Tage

HB: Rom im Visier der Finanzmärkte Italien schuldet deutschen Banken 116 Milliarden Euro (11.7.11): Die Finanzmärkte richten den Blick zunehmend auf den italienischen Schuldenberg. Wenn das Land in ernste Schwierigkeiten gerät, haben auch die deutschen Banken ein Problem.

SZ: Schuldenkrise in Italien — Merkel drängt Berlusconi zum Sparen (11.7.11): Die Euro-Krise verschärft sich: Jetzt steht Italien, die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone, im Zentrum von Spekulationen. Dass das Volumen des Rettungsfonds auf anderthalb Billionen Euro verdoppelt werden soll, steht für Finanzminister Schäuble zwar überhaupt nicht zur Debatte. Kanzlerin Merkel rät Italien trotzdem, im Etat zu kürzen – und zwar schnell.

HB: Griechenland-Krise: EZB ruft Finanzinstitute zu Hilfe (11.07.11): Aus Angst vor möglichen Staatspleiten im Euro-Raum sucht die Europäische Zentralbank (EZB) heimlich nach professioneller Hilfe. Mehr als fünf Finanzinstitute sind dabei im Rennen.

HB: EU-Justizkommissarin: Weg mit dem Kartell der Ratingagenturen (11.07.11): Die EU-Justizkomissarin Vivane Reding schwingt den Hammer. Die drei Ratingagenturen Standard & Poors (S&P), Moody’s und Fitch bilden ein Kartell, das zerschlagen werden sollte.

FAZ: Schuldenkrise EU-Kommission will Rating für gestützte Euro-Staaten verbieten (11.7.11): Viele Politiker geben den Ratingagenturen eine Mitschuld an der Euro-Krise. EU-Kommissar Michel Barnier stellt jetzt gar ein Verbot jeglicher Bewertungen von Staaten zur Diskussion, denen durch internationale Kreditprogramme geholfen wird. Unabhängige Ökonomen reagierten skeptisch.

BL: Sich ständig wiederholende Kritik an Ratingagenturen ermüdet (11.07.11): Die Ratingagenturen stehen wieder einmal am Pranger. Mich ermüdet diese Debatte, trotz oder vielleicht gerade weil sich nun auch der Bundespräsident bemüßigt sieht, den Druck auf dem Kessel zu erhöhen. Alle jetzt wieder hochgekochten Vorwürfe sind uralt. Zigfach haben sich
Politiker und Aufsichtsbehörden über die Bonitätsmechaniker beschwert. Ich halte
das weiterhin für ausgemachten Populismus und eine Ablenkungschlacht, wie
mittlerweile die Wirtschaftspresse mehrfach diagnostiziert hat.

HB: Italien-Krise: EZB diskutiert über Verdopplung des Euro-Rettungsschirms (10.07.11): Europas Zentralbanker wollen den Rettungsschirm für angeschlagene Mitgliedsstaaten aufstocken. Erfasst die Schuldenkrise auch Italien, sei die EU momentan nicht ausreichend
vorbereitet.

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