US-Angstindex zeigt Gelassenheit trotz der Eskalation der Schuldendebatte

by Dirk Elsner on 1. August 2011

Der amerikanische Albtraum, also die US-Debatte um die Erhöhung der Schuldengrenze, wird diese Woche weiter die Finanzmärkte beherrschen, wenn es in dieser Nacht eine Einigung gegeben hat.  Eigentlich habe ich am Wochenende weder Zeit noch Lust gehabt, mich mit dem US-Chickengame auf Kosten der Weltwirtschaft zu befassen. Ich habe aber gestern schon bei Google+ etwas zum “Angstindex” der Märkte gepostet und führe das hier etwas ausführlicher aus:

Der Blick auf den S&P Volatilitätsindex VIX, der auch als Angstbarometer angesehen werden kann. Je größer die Volatilität, desto höher sind die Risikoprämien (technisch für Optionen) und damit die Unsicherheit (vulgo Angst) an den Finanzmärkten vor starken Kursveränderungen.

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Und dieser Chart trägt etwas zur Relativierung der medialen Panikmache um den US-Schuldenstreit bei. Die Finanzmärkte oder zumindest die Aktienmärkte sind nämlich noch vom Panikmodus weit weg. Der Index schloss am Freitag bei 25.25. Der Höchstkurs im Herbst 2008 nach der Lehman-Pleite betrug 80 Punkte.

Klar, der VIX bezieht sich nur auf die Aktienmärkte. Ein umfassenderes Bild auf die Nervosität der Finanzmärkte geben die Risikoprämien für die Kreditausfallversicherungen. Hier gibt es einen Chart auf die US-Sovereigns. Danach notierten die CDS in der vergangenen Woche über ihrem Hoch aus 2009 und zeigen deutlich mehr Volatilität.

Apropos CDS. Was passiert eigentlich, wenn es zu einem Kreditereignis der USA kommt? Zero Hedge hat dazu letzte Woche ein paar Informationen gepostet.

Gestern Abend sprachen übrigens die Anzeichen für eine Einigung. Und heute Morgen bestätigte Barack Obama, dass sich die Verhandlungsführer von Demokraten und Republikanern auf einen Kompromiss verständigt haben (siehe auch hier Bericht in der New York Times). Ob dieser nun auch parlamentarisch im US-Kongress ohne weitere Verzögerung durchgesetzt wird, muss man heute sehen. Es sind nun diverse Abstimmungen durchzuführen. In jedem Fall scheint das nervige Gezerre ein Ende gefunden.

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