Blick Log Shortcuts v. 12.9.11

by Dirk Elsner on 12. September 2011

Staatsverschuldung und Financial Engineering

Lesehinweis DIW-Wochenbericht
Abstract:
„Das Vertrauen in die Stabilität der Staatsfinanzen vieler europäischer Länder und der USA wurde durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise nachhaltig erschüttert. Expansive Fiskalprogramme zur Konjunkturstützung und Bailouts zur Rettung des Bankensystems haben die Staatsverschuldung nach oben getrieben. In vielen Fällen wurden die Schulden über Derivate finanziert, die die wirkliche Höhe der Defizite verschleiern und die Spekulationen über die Finanzstabilität der Länder weiter anfachen. Die Finanzmärkte reagieren auf diese Unsicherheit mit Preisaufschlägen für Kreditausfallrisiken, die Ratingagenturen mit der Herabstufung der Länder-Bonitäten. Um diesen Trend zu brechen, sind nicht nur Konsolidierungen der öffentlichen Haushalte notwendig – sie müssen durch mehr Transparenz und klarere Regeln auch glaubwürdiger werden.“
Kompletter 10-seitige Unterschung
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.378372.de/11-36-3.pdf

Solche Politiker sind das Problem der EURO-Zone

FTD: Italienkrise – Berlusconi hält sich für Wundertäter: Der italienische Ministerpräsident irrlichtert durch die Finanzpoitik. Silvio Berlusconi gibt amerikanischen Banken und Fonds die Schuld, dass die Renditen für Staatsanleihen des Landes so stark steigen.

Unsinnige EURO-Debatte

Bei allem Respekt vor Herrn Prof. Sinn, aber ich halte die Diskussion um Berechnungen der Kosten/Erträge eines Austritts Deutschlands aus der Euro-Zone für überflüssig. Die Berechnungen von Sinn, der KfW und wem auch immer auf diesem hohen Abstraktionsnivau kann doch niemand wirklich nachvollziehen. Und angesichts der Treffersicherheit solcher Berechnungen halte ich das für ein reines Glückspiel.
HB: Gastbeitrag von Ifo-Chef Hans-Werner Sinn: D-Mark-Rückkehr ist keine Drohkulisse: Bei einer Rückkehr zur D-Mark hätte Deutschland ein um 50 Milliarden kleineres BIP, besagt eine KfW-Studie. Doch laut Sinn stimmt dies hinten und vorne nicht. Daher fordert er: Deutschland kann und mu…

Mittelstand hadert mit Basel III

Nicht nur die Großbanken, sondern auch mittelständische Unternehmen hadern mit Basel III und fühlen sich bisher schlecht über die Folgen informiert. Leider hat man nur ständig den Eindruck, dass Banken den Mittelstand vorschieben, um ihre eigenen Interessen duchzusetzen.
CFO World: Unternehmensfinanzierung: Mittelstand hadert mit Basel III: Kleine und mittelständische Unternehmen fühlen sich über die Anforderungen von Basel III schlecht informiert und befürchten eine Verteuerung von Krediten. Entsprechend wenige sind vorbereitet.

Ergänzend dazu passt im Risiko-Manager: Markt für Mittelstandsbonds wächst stark

 

Britische Regierung will Banken enge Fesseln anlegen

 

Ist nur ein Merker für mich und keine Leseempfehlung. Via Alphaville: Independent Commission on UK-Banking — the report
This Final Report sets out the Commission’s recommendations on reforms to improve stability and competition in UK banking. It builds on the Interim Report published on 11 April 2011 and responses to its consultation on reform options.
http://av.r.ftdata.co.uk/files/2011/09/ICB-Final-Report.pdf
Reuters-Bericht dazu
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE78B05I20110912

Unmut des Mittelstands über EURO-Rettungsfonds

Ich kann den Unmut des Mittelstands gut nachvollziehen.

HB: Mittelstand: Aufstand der Unternehmer gegen die Euro-Retter: Deutschlands Mittelstand macht mobil: Immer mehr Unternehmer lehnen die milliardenschweren Rettungspakete für angeschlagene Euro-Länder vehement ab und fordern einen Schuldenschnitt.

Stimmten die Gerüchte im August über die Société Générale doch?

Wenn man jetzt die Berichte über die SocGen liest, dann muss man sich rückwirkend fragen, warum so viel Wind um die Gerüchte im August gemacht wurde. Irgend etwas schien ja wohl doch dran gewesen zu sein, dass das französische Haus Probleme hatte.

FAZ: Stellenabbau und Spartenabgabe: Société Générale will sparen und verkaufen: Société Générale will Stellen streichen und durch Spartenverkäufe 4 Milliarden Euro einnehmen Angesichts des Engagements… 

Damals waren ja schnell Schuldige gefunden. Das Handelsblatt schrieb am 30.8: „Eilfertig erklärte die in Paris angesiedelte EU-Börsenaufsichtsbehörde ESMA im Fall Société Générale sogleich, Leerverkäufer, die Gerüchte verbreiteten, manipulierten die Märkte. Beweise dafür, dass Shortseller tatsächlich Gerüchte gestreut haben, blieben die Aufseher schuldig.“
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/das-geschaeft-mit-dem-boersenabsturz/4554366.html?p4554366=2

US-Banken-Kritik an Basel III

Auch wenn ich dafür Prügel beziehe, ich stimme Jamie Dimon, dem Chef der US-Bank JP Morgan Chase zu bei seiner Kritik an Basel III. Allerdings würde ich andere Argumente verwenden. Während er sein Institut diskriminiert sieht, sehe ich dass Unternehmen im Vergleich zu anderen Kapitalverwendungsformen stark benachteiligt werden. Und die Schieflage von Basel II, die erst zu den hohen Ausleihungen der Banken an die Euro-Staaten geführt hat, wird mit Basel III noch deutlich weiter verschärft (Stichwort Liquiditätsregeln).

FTD: Eigenkapitalausstattung der Banken – Dimon nennt Basel III: Der Chef von JP Morgan glaubt nicht, dass schärfere Vorgaben für die Finanzwirtschaft etwas für die USA sind. Er gefährdet damit entscheidende Pläne zur Stabilisierung der Finanzmärkte.

Alles muss raus

Anleger verkaufen alles und wohin fließt die Liquidität?
Dax stürzt kurz unter 5.000 Punkte
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/marktberichte/dax-stuerzt-kurz-unter-5-000-punkte/4599556.html

Euro im freien Fall
http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/euro-im-freien-fall/4599618.html

Anleger verkaufen Rohstoffe
http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/anleger-verkaufen-rohstoffe/4599786.html

Und wohin fließt das Geld? In Geldmarktfonds? Und von dort wird es weiter gereicht an Kapitalsammelstellen außerhalb des regulierten Finanzsektors (im Volksmund Schattenbanken genannt). Das jedenfalls habe ich gerade im Zug in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Finance“ gelesen.

Zertifikatemarkt: Geschichte wiederholt sich doch

Finanzgeschichte wiederholt sich doch irgendwie: Strukturierte Produkte:

FAZ: Strukturierte Produkte – Zertifikatekäufer leben gefährlich: Kaum haben Anleger wieder etwas Vertrauen in Zertifikate gefasst, haben viele Papiere ihre Sicherheitsschwellen gerissen und die Käufer machen Verluste. Die Emittenten legen trotzdem immer mehr und immer kompliziertere Zertifikate auf.

Schuldenkrise springt auf Frankreichs Banken

Irgendwie hätten die Finanzmärkte ja auch einmal wieder ein ruhigere Woche verdient. Aber der Herbst kommt mit großen Schritten und so sieht es halt schon zum Start wieder duster aus, wie etwa die drohenden Gewitter aus Frankreich

FTD: Griechen-Krise – Frankreich droht neues Bankenbeben: Wie ein Damokles-Schwert schwebt eine befürchtete Herabstufung durch Moody’s über den Aktienkursen der großen französischen Banken – ein neuerlicher Absturz ist möglich. Dass die europäischen Partner .

Warum Banken nicht wirklich innovativ sind

Beinahe hätte ich diesen Beitrag übersehen, der gut zu der Veranstaltung „Banken im Umbruch“ in der vergangenen Woche gepasst hätte. Dort wurde zwar viel gejammert und immerhin Selbstkritik geübt. Von neuen Ansätzen war jedoch wieder einmal nichts zu erkennen.
Dr. Hansjörg Leichsenring ist im Bank Blog der Frage nachgegangen, warum Banken nicht wirklich innovativ sind:

Der Bank Blog: Warum Banken nicht wirklich innovativ sind: Eines der Schwerpunkte im Bank Blog sind ja die Themen Innovation und Innovationsmanagement, warum sich Banken damit so schwer tun und was und wie sie es besser machen könn(t)en. Im heutigen Artikel w…

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