Was sich CFOs für diese Jahr wünschen

by Dirk Elsner on 3. Januar 2012

Die Feiertage sind vorbei. Zur Freude vieler CFOs (das sind die Finanzchefs von Unternehmen) und zum Leid vieler Arbeitnehmer fielen die Feiertage in diesem Jahr maximal arbeitgeberfreundlich aus. Ob das ausreicht, um weihnachtliche Freude bei den Finanzverantwortlichen in Unternehmen zu konservieren, ist aber pure Spekulation. Mit Blick auf 2012 werden ihre Wunschzettel vermutlich länger ausfallen, als im vergangenen Jahr. Was könnte in diesem Jahr auf den Wunschzetteln der CFOs stehen?

Klar, Unternehmen wünschen sich eine konjunkturelle Entwicklung, die nicht so schlecht ausfällt, wie dies immer mehr professionelle Beobachter und Auguren für das gerade gestartete Jahr erwarten. Die Chancen dafür stehen nicht so schlecht, denn die meisten Vorhersageprofis haben sich in den letzten vier Jahren stets geirrt mit ihren Vorschauen.

Die konjunkturelle Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, ob und wie schnell es gelingt, die durch die europäische Schuldenkrise verursachte Lähmung des Wachstums zu überwinden. Hier steht die europäische Politik weiterhin vor einer von nationalen Interessen gestörten Herkulesaufgabe.

Unmittelbaren Einfluss hat die Lösung der Schuldenkrise auf die Stabilisierung der Finanzmärkte. Hier leiden insbesondere die Banken unter einer massiven Vertrauenskrise. Von Finanzverantwortlichen höre ich hier immer häufiger die Forderung, dass Banken selbst viel aktiver zum Überwinden der auch selbst gemachten Krise beitragen sollten. Sie werden als ausgesprochen passiv und ängstlich wahr genommen. Sie fallen außerdem nur durch einen großen eigenen Wunschzettel an die europäischen Staaten, die Zentralbank und Regulierungsbehörden auf. Eigene Geschenke wollen sie bisher nicht mitbringen.

Mit der Überwindung der Bankenkrise könnte endlich wieder die Verlässlichkeit der Finanzinstitute steigen. Das steht ganz oben auf der Wunschliste insbesondere der Unternehmen, die 2012 für ihre Investitionen und fällig werdenden Kredite dringend auf eine zuverlässige Finanzbranche angewiesen sind. Erschwert wird die Unternehmensfinanzierung durch die neuen Eigenkapital- und Liquiditätsrichtlinien, die unter dem Stichwort Basel III umgesetzt werden sollen. So manch ein Unternehmen wünscht sich mittlerweile eine Verschiebung oder gar eine Entschärfung der neuen Anforderungen.

Werden die oben genannten Wünsche nicht erfüllt, dann werden die Treasurer in den Unternehmen mit Blick auf die Kapitalbeschaffung selbst zahlreiche Wünsche erfüllen müssen, um die Finanzierung sicher zu stellen, vorausgesetzt, sie haben sich keinen Feiertagsspeck in Form umfangreicher Liquiditätsreserven angefuttert. Die Kapitalmärkte werden weiter Geld zur Verfügung stellen, nur kann dies deutlich schwieriger als im gerade abgelaufenen Jahr werden. Unternehmen müssen sich darauf einrichten, dass ihnen Kapitalgeber einen umfangreichen Wunschzettel präsentieren, bevor sie neue Mittel verpacken.

Dies ist eine überarbeitete Fassung eines Beitrags, den ich ursprünglich für die Webseite der CFOWorld geschrieben.

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