Blogparade: Schülerfragen zur Eurokrise

by Dirk Elsner on 20. Februar 2013

Vor ein paar Monaten fragte mich Dr. Kammeier, Lehrer des Hans-Ehrenberg-Gymnasium in Bielefeld, ob ich dort der Oberstufe etwas zur Eurokrise erzählen könnte und die Fragen beantworten könne. Begeistert sagte ich zu, weil ich Freude an solchen Veranstaltungen habe und auch gern höre, wie junge Menschen über die Krise denken. Leider konnte ich meine beruflichen Termine nicht so einrichten, dass ich diesen Termin wahrnehmen konnte.

Ich möchte aber die Fragen, die der engagierte Lehrer mir eingereicht hat, hier posten und gleichzeitig zu einer Blogparade der Wirtschaftsblogger aufrufen. Zu allen Fragen gibt es je nach ökonomischer Person verschiedene Antworten. Ich weiß, dass meine eigenen Antworten nicht allein richtig sein können. Die Herausforderung dieser Blogparade sollte aber darin liegen, schülergerechte (12./13. Klasse gymnasiale Oberstufe zu formulieren) und für die Antworten nicht mehr als zwei oder drei Absätze zu benötigen (+ eine Einleitung, deren Länge nicht vorgeben wird). Ich freue mich, wenn möglichst viele Blogger mitmachen, wobei es nicht nur auf die Wirtschaftsblogger beschränkt ist. 

Hier die Fragen

  1. Wer ist Schuld an der Krise?
  2. Haben wir das Schlimmste hinter uns oder steht uns das erst bevor?
  3. Sind die Schulden eigentlich rückzahlbar?
  4. Kann man den Politikern eigentlich noch trauen?
  5. Warum bekommen die Banken Geld, die Armen aber nicht?
  6. Können Griechenland, Italien etc. eigentlich ihre Schulden abbauen?
  7. Was würde passieren, wenn diese Länder keinerlei finanzielle Unterstützung mehr bekämen?
  8. Was können WIR BÜRGER zur Verbesserung der Finanzen/Weltwirtschaft beitragen?

Meinen Bloggerkollegen aus dem Ökonomenhangout habe ich vorgeschlagen, diese Fragen in einen Hangout zu beantworten. Auch hier wird die Herausforderung darin liegen, dies schülergerecht zu machen. Ich finde das nämlich gar nicht so einfach.

Unseren Premieren Hangout kann man übrigens noch hier nachsehen:

Das war der Ökonomen live Hangout: Soll Deutschland in der Eurozone bleiben?

Peter Stich März 6, 2013 um 12:18

Interessantes Projekt. Meine Antworten:
http://nagelstiche.de/2013/03/schulerfragen-zur-eurokrise/

Robert Michel Februar 21, 2013 um 23:22
Häschen Februar 21, 2013 um 22:48

Kann man den Politikern eigentlich noch trauen?
– ’noch‘ bedingt, dass man es jemals konnte. Nein. Im Sinne von 8) können sie hergehen und Politiker die Wahlversprechen abgeben die mit ‚Geld‘ verbunden sind schlicht nicht wählen. Regierungen können schon lange nicht mehr auf Erfolge in der Legislaturperiode verweisen – Inkompetenz in der Sachpolitik für Bürger.

Wahl besteht aus 2 Akten
a) Teilnahme an der Wahl
b) Auswählen der Alternative

Finden sie keine Alternative so attraktiv, dass sie sich mit den Ergebnissen in der Sachpolitik einverstanden sind (mit einem Teil – 100% gibt es nirgends), dann gehen sie nicht hin. Es gibt keine politverdrossenen Bürger, es gibt politisch nicht interessierte Menschen und Politiker die andere Ziele verfolgen als jene die sie wählen.

Verbesserung der Weltwirtschaft
a) Erkenne was ist Wert und was ist Preis
Die Arbeitszeit eines jeden Menschens ist gleich. Er investiert eine Stunde seines Lebens in die Aufrechterhaltung der Gesellschaft und der Wirtschaft.

Der Wert der Arbeit eines Politikers, Lehrers, Bauarbeiters, Informatikers, Bankdirektors oder Vorstand eines Autokonzerns ist gleich eine Stunde Lebenszeit ist eine Stunde Lebenszeit. Der Preis ist ein anderer.

Leider ist es so, dass just jene die wenig verdienen grauslig behandelt werden. In einer sozialen Marktwirtschaft darf man sich auf sein Gehalt nichts einbilden. Das wird ‚vom Staat festgelegt‘, das läuft nach ganz anderen Kriterien und hat mehr die Einkommensverteilung über die Lebensarbeitszeit im Fokus als einen direkten Bezug zum Output.

Es die Summe des zielstrebigen Zusammenwirkens das ein Unternehmen ausmacht und jeder nach seinen Fähigkeiten und mit der Geschwindigkeit die zu demjenigen/derjenigen passt.

Die Politik ist in diesem Punkt massiv involviert den Weg jenen zu bereiten die anderen nicht helfend zur Seite stehen. Das kann man ändern, in dem man Aufgaben für die Gesellschaft selbst übernimmt aus eigenem Grundverständnis und Ermessen. Der Staat respektive Politik sucht bestenfalls billigere Wege sich billiger im Sattel zu halten. Deren Vorschläge wären zu hinterfragen, wäre eher ein Maß sein eigenes Ermessen neu zu beurteilen.

Sie gehen in keine Zeit in denen ‚Geld‘ jemals wieder so etwas wie Wert gewinnt. In diesem Sinne haben wir das ‚Schlimmste‘ hinter uns – die Ungewissheit. Ab jetzt ist relativ klar, Dollar als auch EURO sind Tote Pferde die wir am Weg in die Hölle reiten. Genießen den Ritt, aber investieren sie Zeit in Werte – Bildung, soziale Bande, Versorgungssicherheit durch erlernte Fähigkeiten usw … Make Hell A Place Worth Living. Das hilft jetzt auch schon. Dinge die Sinn machen kann man immer machen, sie machen immer Sinn. Nicht alle Dinge die der Herr Sinn macht, sind solche, aber er liegt gar nicht so schlecht;) Geben sie den Fernseher weg und informieren sie sich selbst.

JazzMe Februar 20, 2013 um 23:55

Gute Idee!

Thomas Februar 20, 2013 um 23:13

Ich habe mir ein Blog angelegt um einen Beitrag zur Blogparade abliefern zu können: http://zweitblo.blogspot.be/2013/02/mein-beitrag-zur-blogparade.html

Ich bin kein Wirtschaftsblogger.

Häschen Februar 21, 2013 um 21:05

Ihr Beitrag ist sehr positiv.

Thomas Februar 21, 2013 um 21:38

Ich halte nichts davon, immer alles schwarz zu malen. Ich habe mir oft genug eine düstere Zukunft ausgemalt, das hilft ja doch nicht beim Treffen der richtigen Entscheidungen.

egghat Februar 20, 2013 um 12:46

Zu 1) Ich nicht 😉
Zu 2) Schwierig. Wenn sich die Politik nicht ändert, wird die Krise (=Rezession = zunehmende Arbeitslosigkeit) auf jeden Fall länger als es nötig wäre.
Zu 3 und 6 ) Prinzipiell ja, in der Praxis nein. Ausnahmen bestätigen die Regel
zu 4) Ich übergebe an die einschlägigen Talkshows im TV, die solche nicht-beantworten Fragen gerne behandeln, weil man sich dazu Leute lustig anschreien können und zu Hause jeder eine Meinung haben darf, die während der Sendung nicht einmal ansatzweise gefährdet ist.
zu 5) Weil Banken wichtig sind. Und ein einzelner Mensch nicht. Auch viele einzelne Menschen werden sich nie so gut organisieren können, dass sie über das gleiche Drohpotenzial verfügen wie eine Bank oder der Bankensektor.
zu 7) Wer bekommt denn Hilfen? Italien und Spanien (offiziell) auf jeden Fall nicht. Griechenland kann auf jeden Fall die Wende nicht aus eigener Kraft schaffen.

Dieter K. Februar 20, 2013 um 11:40

@FD Dominicus
Nein, mit diesen Antworten kann niemand etwas anfangen. Sorry, aber das sind hingeworfene Meinungsäußerungen, die kein Mensch nachvollziehen kann. Als Schüler wäre ich damit nicht zufrieden.

FDominicus Februar 21, 2013 um 06:59

Tja die hingeworfenen Meinungsäußerungen können Sie noch nicht einmal widerlegen. Denn sonst hätten Sie es ja sicher getan. Somit waren die Antworten vielleicht unschön aber treffend. Danke für diese indirekte Bestätigung.

FDominicus Februar 20, 2013 um 07:50

Hier meine kurzen Antworten (sollten auch von Schülern zu verstehen sein)
1) Zwangszahlungsmittelsystem, Mindestreservesystem, Zentralbanken, abgeschaffte Märkte
2) Das Schlimmste steht uns noch bevor.
3) Eher friert die Hölle zu.
4) Trick me once shame on you trick me twice shame on me.
5) Etatismus, abgeschaffter Markt, Merkantilismus, Staatswirtschaft
6) siehe 3)
7) Es ginge Ihnen nach einiger Zeit weitaus besser, speziell wenn Eigentumsrechte gestärkt, Zentralbanken abgeschafft, der Staat verkleinert und die Banken fremdes Geld nicht mehr ungefragt verleihen dürften
8) Weniger Schulden.

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