Madeleine Nissen brachte es am vergangenen Wochenende im Wall Street Journal erneut auf den Punkt. Die traditionellen Banken reiben sich im Angesicht der neuen Konkurrenz von Ebay (Paypal) und Google verwundert die Augen und schlafen dann weiter. Vertreter großer Banken, so bestätigt Nissen meine Wahrnehmung, räumen “freimütig ein, dass die Entscheidungsprozesse in den Banktürmen sehr lang sind. Doch einen Ausweg sehen auch sie nicht.”
Bei den internen Hindernissen , mit denen Banken derzeit ihre eigene Innovationstätigkeit ausbremsen, können sie es in den nächsten Jahren gar nicht schaffen, auch nur annähernd die Taktfrequenz der Internet- oder Telekommunikationsunternehmen oder gar der Newcomer aus dem Next Generation Finance zu erreichen. Die klassische Finanzbranche wirkt hier wie eine Schildkröte, die nur noch dem Staub der flinken Hasen hinterher schaut.
In meiner neuen Kolumne zeige ich aber ein Beispiel für einen anderen Weg, den clevere Institute einschlagen. Sie suchen die Kooperation mit den innovativen Schnellboten. Das ist so, um im obigen Bild zu bleiben, als lasse sich die Schildkröte vom Hasen transportieren. In “Social Trading wird zum Milliardengeschäft” liest man u.a. wie traditionelle Player wie HSBC, Lang & Schwarz und Vermögensverwalter die Vorteile des Social Tradings für sich nutzen. Über Social Trading teilen Profis und Amateure ihre Handelsideen für Finanzanlagen. Auf Wikifolio.com können Trader aus ihren Strategien ein eigenes Finanzprodukt erstellen. Was Profis anfangs belächelten, generierte an den Börsen bereits über 1,2 Milliarden Umsatz.
Diese Kolumne betrachtet “Social Trading” vorwiegend aus der Perspektive der Initiatoren. Nicht Gegenstand ist die Frage, ob dies die ideale Form des Anlagemanagements ist. Hier bin ich etwas zurückhaltender, denn das Folgen eines Traders, dessen Anlagestrategie in den vergangenen Monaten aufgegangen ist, gibt keine Garantie für Erfolge in der Zukunft. Dazu schrieb Martin Brosy kürzlich auf Börsenpoint:
“Nicht, weil kurzfristiger Handel per se gefährlich ist, sondern weil Trader durch fehlendes oder unzureichendes Risikomanagement nach einer gewissen Zeit gewaltige Verluste produzieren können. Viele vermeintlich hochkarätige Trader mit vielen Followern waren und sind daher nur für eine begrenzte Dauer erfolgreich und stürzen dann ab.”
Wer sich auf Plattformen wie etwa Wikifolio, Moneymeets oder Ayondo engagiert, der sollte sich mit Finanzanlagen befassen und darum kümmern.
Hier geht es zu meiner neuen Kolumne: Social Trading wird zum Milliardengeschäft
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