Covid-19-Notes (Tag 87): #Impfstoffsuche #Toilettenpapier #CoronaWarnApp #Peking

by Dirk Elsner on 14. Juni 2020

Warum die Impfstoffsuche nicht trivial ist

Wenn es nicht so ernst wäre, dann könnte man die verschiedenen Aussagen über die Frage ob oder wann ein Impfstoff, der den Virus SARS-CoV-2 stoppt, recht unterhaltsam. In dem Beitrag “Vielleicht wird es keinen Corona-Impfstoff geben” erklärt Annika Röcker auf Spektrum.de, warum die Suche nicht trivial ist. Weil mit dem Impfstoff gesunde Menschen behandelt werden, kommt es auf Wirkungen und Nebenwirkungen an:

“Unser Immunsystem bildet nicht nur Antikörper, die bestimmte Proteine an der Oberfläche des Virus blockieren, sondern auch solche, die nur lose daran binden. Diese können eine Infektion sogar verstärken. Denn passen die Antikörper nicht genau, so können die aufgenommenen Viren jene Immunzellen befallen, die mit Antikörpern dekorierte Viren aufnehmen und zerstören. Statt die Viren zu töten, werden sie also selbst zu Opfern – das Virus kann sich in ihnen vermehren. Ein solches Phänomen, das als »antibody dependent enhancement«, kurz ADE, bezeichnet wird, haben Virologen bereits mehrfach beobachtet, darunter auch 2003 beim ersten Sars-Coronavirus.”

Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen veröffentlichte in dem Beitrag “Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19” folgende Abbildung, die zeigt, welche Hürden genommen werden müssen.

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Annika Röcker erinnert auch daran, dass gegen einige bösartige Viren bis heute keine Impfstoffe vorliegen, wie etwa gegen HIV-Virus und Hepatitis C.

Warum Menschen massenhaft Toilettenpapier horteten

Als wir im Ende März nach Deutschland zurück kamen, sahen wir uns mit einem putzigen Phänomen konfrontiert: Während sich die Infektions- und Wirtschaftslage täglich verschlechterte, begannen die Menschen hier massenhaft Toilettenpapierrollen zu horten, u. verulkt in diesem Video.“ Der Verkauf von Klopapier soll in zeitweise um bis zu 700 Prozent in die Höhe geschnellt sein. Forscher der Uni Münster und des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie haben das Verhalten in einer Studie untersucht. Spektrum.de fasst das wie folgt zusammen:

“Dazu hatten die Forscher in der Woche vom 23. bis 29. März insgesamt 1029 Erwachsene aus 35 Ländern befragt. Sie sammelten nicht nur Daten zur Persönlichkeit, sondern fragten auch nach, wie die Probanden die Coronagefahr einschätzten und wie sie sich während des Lockdowns verhielten. Und natürlich wollten die Forscher wissen, wie viel Klopapier die Teilnehmer erworben hatten. Im Ergebnis zeigte sich: Vor allem Menschen, welche die Pandemie als Bedrohung empfanden, griffen zu mehr Rollen als nötig. In ihrem Persönlichkeitsprofil fiel besonders das Merkmal der Emotionalität auf. Sie neigen grundsätzlich zu größerer Ängstlichkeit.”

Wie die Corona-Warn-App funktioniert

Am kommenden Dienstag nun soll der Startschuss für die offizielle Corona-Warn-App erfolgen. Entwickelt wurde sie von SAP und Telekom. Prima ist, dass viel Wert auf Transparenz gelegt wird. So haben die Entwickler den vollständigen Programmcode auf Github veröffentlicht. Ich kann das natürlich nicht analysieren, verlasse mich aber auf Experten, wie etwa die Leute von Heise online, die bereits einen genaueren Blick auf den Quellcode der Smartphone-Apps geworfen haben. In “Wie die Corona-Warn-App von SAP und Telekom funktioniert” hat die Fachzeitschrift C´t sich tiefer damit befasst und erklärt hier, wie Contact-Tracing-Apps funktionieren.

Zweite Coronawelle in Peking?

Das schwierige in diesen Zeiten ist es, dramatische Überschriften nüchtern einzuordnen, wenn Nachrichten aus der Ferne eintreffen. Dramatisch jedenfalls klingt, was der Spiegel heute schreibt:

Möglicherweise neuer Virustyp – "Kriegszustand" soll zweite Coronawelle in Peking verhindern

Nun kann man vor Panik schon einmal wieder Klopapier hamstern, oder vielleicht einfach mal abwarten, bis sich der Pulverdampf wieder verzieht. Nach einer langen Pause ohne offizielle gemeldete Neuinfektionen wurden nun plötzlich laut Worldometer 57 Infektionen bestätigt, die höchste Zahl seit April.

Das mit den Mutationen soll ebenfalls nüchtern betrachtet werden. Denn das SARS-CoV-2 mutiert ist nicht neu. Darüber hat zum Beispiel das Ärzteblatt Anfang Mai schon berichtet:

“Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 hat sich seit den ersten Infektionen genetisch verändert. Die bisher entdeckten Mutationen deuten laut einem Bericht in Infection, Genetics and Evolution (2020; DOI: 10.1016/j.meegid.2020.104351) auf eine rasche Anpassung an den neuen Wirt hin.”

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