Nach der Dubai-Krise brennt es einmal mehr an den internationalen Finanzmärkten. Gestern stürzte der Dow Jones stürzt weit unter die 10.000er-Marke. Den Abwärtstrend führen dabei die Finanzwerte an. Die Märkte funken SOS, unkte die FTD und schrieb: “Die Staatsfinanzen laufen aus dem Ruder, ob in Washington, Sacramento, Athen, Madrid, Lissabon oder London.” Und ausgerechnet jetzt streiken die Anleger. Als Täter wird diesmal die europäische Schuldenkrise verdächtigt (eine Übersicht in Gärtners Blog)
Damit haben wir wie nach dem Sturz von Lehman Brothers wieder die Basiszutaten, um über Ansteckungseffekte und Herdenverhalten eine neue Krise auszulösen bzw. die Unsicherheit zu verstärken. Befeuert wird dies durch zahlreiche “Experten”, die für zusätzliches Brennmaterial sorgen. So erreichen wir wieder einen Zustand, in dem das Gerede von der Krise sich selbst nähren könnte (lesenswert dazu “Vorsicht, ansteckende Krise!”)
Es besteht mittlerweile ein gewisser allgemeiner Konsens darüber, dass bei Finanzkrisen Ansteckungseffekte (engl. contagion effcts) eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Zahlreiche empirische Studien, die eigens zur Verifizierung von Ansteckungseffekten durchgeführt wurden, bestätigen diese Wahrnehmung. Dies schreibt Stefanie Liesenfeld in einer Arbeit über Finanzmarktkrisen und Ansteckungseffekte (siehe Literatur). Sie fährt fort: “In vielen Fällen begann eine Krise in einem einzelnen Land und breitete sich dann in der gesamten Region aus.”
Liesenfeld macht sich dann Gedanken über den Begriff der Ansteckung und schreibt zur Ansteckung durch Herdenverhalten:


