Europäische Schuldenkrise: Versteckte Informationen und Herdenverhalten verunsichern Finanzmärkte

Estructura del virus de la Influenza / Structure of the influenza virus / Influenza en México 6

Verbreitung von Viren (Foto: flickr/Hector Aiza)

Nach der Dubai-Krise brennt es einmal mehr an den internationalen Finanzmärkten. Gestern stürzte der Dow Jones stürzt weit unter die 10.000er-Marke. Den Abwärtstrend führen dabei die Finanzwerte an. Die Märkte funken SOS, unkte die FTD und schrieb: “Die Staatsfinanzen laufen aus dem Ruder, ob in Washington, Sacramento, Athen, Madrid, Lissabon oder London.” Und ausgerechnet jetzt streiken die Anleger. Als Täter wird diesmal die europäische Schuldenkrise verdächtigt (eine Übersicht in Gärtners Blog)

Damit haben wir wie nach dem Sturz von Lehman Brothers wieder die Basiszutaten, um über Ansteckungseffekte und Herdenverhalten eine neue Krise auszulösen bzw. die Unsicherheit zu verstärken. Befeuert wird dies durch zahlreiche “Experten”, die für  zusätzliches Brennmaterial sorgen. So erreichen wir wieder einen Zustand, in dem das Gerede von der Krise sich selbst nähren könnte (lesenswert dazu “Vorsicht, ansteckende Krise!”)

Es besteht mittlerweile ein gewisser allgemeiner Konsens darüber, dass bei Finanzkrisen Ansteckungseffekte (engl. contagion effcts) eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Zahlreiche empirische Studien, die eigens zur Verifizierung von Ansteckungseffekten durchgeführt wurden, bestätigen diese Wahrnehmung. Dies schreibt Stefanie Liesenfeld in einer Arbeit über Finanzmarktkrisen und Ansteckungseffekte (siehe Literatur). Sie fährt fort: “In vielen Fällen begann eine Krise in einem einzelnen Land und breitete sich dann in der gesamten Region aus.”

Liesenfeld macht sich dann Gedanken über den Begriff der Ansteckung und schreibt zur Ansteckung durch Herdenverhalten:

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Lesehinweis: über das Gerede von der Krise und mediale Ansteckungseffekte

Rudolf Bretschneider geht in einem Artikel heute in der Wiener Zeitung den Ansteckungseffekten in Krisenzeiten nach. Er zeigt, wie sich die Finanzkrise von Fachpublikationen in die Wirtschaftsteile der Tagespresse und anschließend auf die Titelseiten hocharbeitete. Bretschneider macht auf das Phänomen aufmerksam, wie häufig die Finanzkrise mittlerweile für viele Pseudoerklärungen missbraucht wird:

“Die “Krise” dient zur Pseudoerklärung für vieles. Sie bedient das weitverbreitete Bedürfnis, eine Ursache für ein (neues) Phänomen zu benennen; und weil sie so allgegenwärtig erscheint, braucht man oft nur wenige Gedankenschritte, um von ihr auf das zu Erklärende zu kommen. Strenge Beweisführung, die bei sozialen . . . → Read More: Lesehinweis: über das Gerede von der Krise und mediale Ansteckungseffekte

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