Multimillionen-Abfindungen für gefeuerte Bankbosse regt US-Politik auf

by Dirk Elsner on 11. September 2008

In den USA regt sich starke Kritik an den Abfindungssummen, die die Chefs der verstaatlichten Hypothekenbanken, Fannie Mae and Freddie Mac, erhalten sollen. Nach Angaben der LA Times sollen sie zusammen etwa 24 Millionen US-Dollar bekommen. Eine hübsche Summe für einen so miesen Job.

In meinem gestern erschienen eher theoretischen Artikel über neue Regulierungsansätze im Bankwesen hatte ich noch geschrieben:  Das Risiko für Bankmanager, nur den Arbeitsplatz zu verlieren gehen sie gern ein, wenn die Aussicht höher ist, durch riskante Geschäfte hohe Bonuszahlungen zu erhalten, als im Fall des Misserfolgs beschäftigunglos zu sein.

Mit der oben genannten Meldung lässt sich nun feststellen, auch für den Misserfolgsfall existiert hier keine Sanktion. Die Manager agieren also vollkommen frei von persönlichen Risiken. Sie müssen einzig aufpassen, dass sie nicht gesetzwidrig handeln. Schlechtes oder hochriskantes Unternehmensmanagement zu Lasten der Allgemeinheit verstößt aber bislang nicht gegen Gesetze.

Immerhin macht sich in Washington jetzt die richtigen Gedanken und denkt darüber nach, welche Möglichkeiten es gibt, die Zahlungen zurückzuhalten. Zitat dazu aus der LA Times:

„As the government has committed more and more tax dollars to bailing out huge financial institutions to protect the overall economy, it has become more important to avoid even the appearance of rewarding those seen as having contributed to the problem.“

Vielleicht haben die Behörden als neuer Eigentümer ja Möglichkeiten, die Zahlungen zu stoppen. Interessanter wäre es aber, eine generelle Regelung zu finden, die das Zurückhalten von Zahlungsansprüchen an unfähige und entlassenen Manager vorsieht.

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