Obama Watch am Wochenende

by Dirk Elsner on 9. November 2008

Ausriss aus Website Eines Tages

Ausriss aus Website Eines Tages

Ich gebe es zu, dass Phänomen  Barack Obama fasziniert mich ebenfalls. Schon fast gierig sauge ich die Informationen über den „President elect“ auf und lasse mich von der allgemeinen Euphorie anstecken. Dabei sollte doch aufkommende Euphorie immer auch ein Warnzeichen sein. Doch zunächst werden diese Warnzeichen in eine untere Schublade gepackt und ausgewählte Nachrichten des Wochenendes betrachtet.

Zu den lesenswerten Geschichten an diesem Sonntag gehörte die vom Spiegel Online Redakteur Florian Gathmann unter dem Titel „Shakehands mit dem Superstar„. Während eines Praktikums bei der Tageszeitung „Chicago Tribune“ traf Gathmann auf einer Veranstaltung in Washington auf Barack Obama 2006. Zitat von Gathmann zum damaligen Auftritt des Senators:

„Dann geht plötzlich ein Raunen durch den Saal: Von der linken Seite des Rednerpults nähert sich, mehr schlendernd als gehend, ein schlanker farbiger Mann dem Podium – inzwischen kennt man diesen coolen Obama-Gang. Durbin ist bereits vom Mikrofon zurückgetreten, einige Sekunden darauf ist diese tief sonore Stimme zu hören: „Good Morning“, sagt der Junior-Senator und lächelt in den Raum. … Vor und hinter, rechts und links von mir hängen die Menschen allerdings an Obamas Lippen.“

Man kann nachlesen, wie sich Gathmann selbst ein wenig anstecken ließ von der Obamania. zurück in Deutschland, Gathmann arbeitete damals für die Thüringer Allgemeine, mußte er wahre Überzeugungsarbeit leisten, um einen Artikel überhaupt halbwegs prominent ins Blatt zu bringen.

Auf seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl am vergangenen Freitag hatte Obama noch betont, er sei noch nicht Präsident und könne deswegen nicht so handeln. In der Praxis handelt er aber doch wohl mehr als das seine vielen Vorgänger in der Transitionphase getan haben.

So hat er mit dem russischen Präsidenten telefoniert und ein baldiges Treffen abgemacht. Möglicherweise findet dies bereits am Rande des Gipfels zur Finanzkrise am kommenden Wochenende in Washington statt. Und auch auf diesem Treffen wird Obama, der offiziell gar nicht an dem Treffen teilnehmen kann, sicher mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als Georg Bush.

Die Washington Post schreibt heute, es kursiere bereits eine Aufstellung auf der etwa 200 Gesetze und Verordnungen der Bush-Administration rückgängig gemacht werden sollen. Das Team von Obama bemüht sich derweil erfolgreich um umfangreiche Medien Präsenz, wie Sarah Wheaton in ihrem Blog feststellt. In den Haupttalkshows tauchen Mitarbeiter seiner Mannschaft auf. Da kann mir keiner sagen, dass hier nicht bereits Einfluss ausgeübt wird.

Gefeiert wird Obama auch vom Spiegel, weil er auf Flickr Bilder aus einem „Familienalbum“ zur Verfügung gestellt hat. Gelobt wird wieder einmal sein gekonnter Umgang mit dem Netz. Persönlich vermute ich, dass Netz wird auch zu den ersten Kritikern gehören, wenn es irgendwann nicht mehr so optimal läuft. Viele Blogs werden sich die Mühe machen und die Handlungen Obamas als Präsident mit seinen Wahlkampfreden abgleichen. Ich erwarte daraus nicht das Entstehen einer Anti-Obama-Stimmung, gleichwohl werden die Elektronen im Netz künftig mehr zwischen als jetzt. Ach, auf die Fotoserie hatte ich bereits gestern in meinem Blog hingewiesen.


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