Der Blick auf die Prämien der HSH Nordbank zur Absicherung des eigenen Ausfalls zeigen, die Bank hat hohes Fieber. Die vom Deutsche Derivate Verband veröffentlichten Credit Spreads des norddeutschen Instituts notierten gestern plötzlich um 20% höher bei 390 Punkten und erreichen damit einen neuen Rekordstand. Im Klartext bedeutet dies, die HSH-Nordbank zahlt für Kredite, die sie aktuell selbst aufnehmen muss einen Aufschlag von 3,9%. Angesichts der Margen im Kreditgeschäft ist so kaum noch ein wirtschaftlicher Betrieb möglich.
Gemäß der veröffentlichten Aufstellung gibt es nur eine Bank, die noch mehr zahlt: Das ist die ehemalige US Investment Bank Morgan Stanley, derem Prämie 415 Punkte beträgt.
Der Druck auf die Eigentümer der Bank steigt damit weiter deutlich an. Das Institut wird auch nicht so viel Zeit haben, bis sich die Sparkassenorganisation auf ihre Umstrukturierung geeinigt hat. Der Handlungsdruck ist jetzt da und die Bank muss dringend neben Garantien die Eigenkapital zufuhr bei der SoFFin beantragen.
Zum Hintergrund der Risikoabsicherung für Banken siehe: “Das Fieberthermometer der Finanzkrise: Credit Default Swaps”
Folgende Beiträge könnten Sie auch interessieren:
- Linkhinweise Kreditausfallversicherungen: Tagesaktuelle Preise und Charts für Credit Default Swaps (bzw. Credit Spreads oder CDS-Preise )
- Wie hoch sind die wirklichen Kosten für die Euro-Rettungsschirme?
- Hintergrund: Die Bundesbank über die Entwicklung, Aussagekraft und Regulierung des Marktes für Kreditausfall-Swaps
- Bald Stress auf Deutsche Schulden? CDS Prämien nähern sich Lehman-Niveau
- (K)eine Rettung für Griechenland und was über die Kosten geschrieben wird

Comments on this entry are closed.