Gutscheine als Konjunkturprogramm? Schlichter Vorschlag mit vielen Tücken

by Dirk Elsner on 3. Dezember 2008

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Gutscheine zum sparsamen Einkauf?

Bemerkenswert schlicht der Vorschlag, die Konjunktur mit Hilfe von Konsumgutscheinen in Schwung zu bringen. In einem internen Papier  der SPD-Bundestagsfraktion, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, wird vorgeschlagen, einen Gutschein von 500 Euro an alle erwachsenen Bürger zu verschicken. Damit könnten Konsumgüter gekauft oder Handwerkerrechnungen beglichen werden. Wirksam soll der Gutschein nur werden, wenn er mit einem Eigenanteil von 200 Euro aufgestockt wird.

Ein Blick in die USA reicht, um festzustellen, dass ein ähnliches Programm in diesem Jahr bereits verpufft ist. Dort hatte die Bush-Administration über Steuerermäßigungen den Bürgern 150 Mrd. US$ zukommen lassen. Einen Effekt hatte dieses Programm nicht. Viele US-Bürger nutzten diese Gutschrift zur Entschuldung oder sparten das Geld.

Anders wird es in Deutschland auch nicht sein. Die Gutscheine würden ausgegeben werden für Anschaffungen, die man ohnehin kaufen wollte. 500 Euro werden gespart. Dazu kommt ein enormer bürokratischer Aufwand. Allein die Verwaltungskosten werden auf 600 Mio. Euro geschätzt. Offen ist auch die Frage, wie denn die einheimische Wirtschaft so unterstützt werden soll. Sollen die Einlösung etwa an deutsche Produkte gekoppelt werden? Irrsinn.

Es lohnt sich nicht, über diesen Vorschlag weiter nachzudenken. Da gibt es jede Menge anderer Idee geben, um die Konjunktur anzufeuern.

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Arschtrompete Dezember 4, 2008 um 01:46 Uhr

Soweit ich das gelesen habe sollen die Konsumgutscheine zeitlich befristete Gültigkeit haben. Trotz allem sehe ich darin auch nur eine kurzfristige Wirkung, die in keiner Relation steht zu den Problematiken in der praktischen Umsetzung. Hierzu habe ich mal einen kleinen Artikel geschrieben: http://www.arschtrompete.de/politik/konsumgutscheine-neue-fernseher-fur-alle/

Der Softwareentwickler Blog Dezember 3, 2008 um 12:50 Uhr

Wenn der Gutschein zeitlich begrenzt ist und nur für Neu-Anschaffunngen (nicht für bestehen Rechnungen) gelten, könnte ich mir für diese Zeit schon einen Effekt vorstellen. Anschaffungen, die sonst aufgeschoben werden würden, werden so früher getätigt. Allerdings ist dieser Effekt natürlich zeitlich begrenzt und hinterlässt danach eine Lücke, die dann wiederum zu füllen ist.

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