Steinbrück hat Bankenkrise unterschätzt

by Dirk Elsner on 19. Januar 2009

Peer Steinbrück hat in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eingeräumt, dass er die Dynamik der Bankenkrise unterschätzt hat. Die Dramatik wurde Steinbrück erst nach einem Telefonat mit Henry Paulson bewußt.

Konkret sagte er:

„Es gab einen Moment, in dem mir das schlagartig klar wurde. Ich erinnere mich noch genau an ein abendliches Telefongespräch mit meinem amerikanischen Kollegen Henry Paulson im September. Lehman Brothers war bereits zusammengebrochen. Wir sprachen über die Schieflage des amerikanischen Versicherungskonzerns AIG, seine Bedeutung für den globalen Finanzmarkt und die Erschütterungsdynamik, die von einer möglichen weiteren Insolvenz ausgehen würde. Es ging konkret um die Frage, ob die amerikanische Regierung den Konzern retten oder ebenfalls pleitegehen lassen wird. In meinen Augen wäre das der GAU gewesen, der Zusammenbruch der Finanzmärkte. An jenem Abend war mir schlagartig klar, dass wir vor einer nie da gewesenen Systemkrise stehen.“

Weitere Auszüge aus dem Interview

Dass es so schlimm kommen könnte, haben Sie nicht geahnt?

„Natürlich nicht. Da würde ich mich jetzt ja als sehr naseweis darstellen. Ich habe die Dramatik noch nicht einmal ermessen können, als das Thema mit den Problemen der IKB Ende Juli 2007 erstmals in Deutschland durchbrach.“


Das komplette Interview kann unter dem oben genannten Link nachgelesen werden.

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