Von Ludger Heidbrink u. Imke Schmidt
Die Rolle des Konsums hat sich in den letzten Jahren auf bemerkenswerte Weise verändert. Immer mehr Verbraucher interessieren sich für die Löhne von Kaffeebauern, für Schadstoffe in Kinderspielzeug oder den CO2-Ausstoß ihres Autos. An die Stelle der Schnäppchenmentalität und des demonstrativen Luxus tritt zunehmend eine neue Haltung der Verantwortung, die sich auf die schädlichen Folgen des Konsums richtet.
Diese Entwicklung ist kein isoliertes Phänomen, sondern steht im Zusammenhang mit einem allgemeinen Trend hin zu moralisch verfassten Märkten. Auch wenn die Finanz- und Wirtschaftskrise in die gegenteilige Richtung zu deuten scheint: Gütern und Dienstleistungen, die über einen moralischen Mehrwert verfügen, kommt eine hohe ökonomische Aufmerksamkeit zu. Moral und Verantwortung stellen heute wichtige Marktfaktoren dar.
Dieser Umstand wirft eine Reihe von Fragen auf: Was steckt hinter der neuen Verantwortung der Konsumenten, und welche marktwirtschaftlichen Konsequenzen hat sie? Handelt es sich bloß um ein kurzfristiges Mode- und Marktphänomen? Oder befinden sich die Konsumenten auf dem Weg in eine Verbraucherdemokratie, in der sie stärkeren Einfluss auf die Unternehmenspolitik und eine nachhaltige Gestaltung der Zukunft nehmen?[1]
Hier die weiteren Abschnitt
Der Trend zur Moral
Lücke zwischen Bewusstsein und Handeln
Unsicherheit und fehlende Kontrolle
Hohe Preise und unzureichende Informationen
Verzicht und mangelnde Alternativen
Handlungsspielräume und Verbraucherschutz
Vernetzung und gemeinsame Dialoge
Die Verantwortung der Konsumenten
* Beitrag aus Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32-33/2009). Ludger Heidbrink Prof. Dr. phil., geb. 1961; Direktor des Center for Responsibility Research (CRR) am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und apl. Professor an der Universität Witten-Herdecke, Goethestraße 31, 45128 Essen. Imke Schmidt Dipl.-Kulturwirtin, geb. 1982; Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Center for Responsibility Research (CRR) am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, Goethestraße 31, 45128 Essen.
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