Kreis der Finanzkrise geschlossen: Goldman Sachs und AIG machen wieder in Hypotheken

by Dirk Elsner on 3. April 2012

Heute nur ganz kurz, weil ich werktags meist wenig Zeit zum Schreiben habe. Aber ich muss einfach diese Entwicklung wenigstens dokumentieren, denn zwei zentrale Spieler der Finanzkrise setzen wieder auf den Häusermarkt. Das ist eigentlich nicht besonders erwähnenswert, denn die ersten Investitionen in den US-Häusermarkt hat es bereits Anfang 2009 gegeben. Schon damals kauften die ersten Fonds die vollkommen unterbewerteten Immobilienpapiere, die niemand anfassen wollte.

Nun setzen aber Goldman Sachs und AIG wieder auf US-Immobilien

Goldman Sachs hat bekanntlich u.a. viel Geld mit Papieren verdient, die die Investmentbank lange vor dem Ausbruch der Finanzkrise für den US Hedgefonds von John Paulson Papier gebastelt hatte und mit den Paulson viel Geld gewonnen hatte, weil die Papiere auf nur im Falle sinkender Immobilienpreis einen Gewinn versprachen (alle Details unter Goldman Sachs und Abacus).

Der Versicherungsriese American International Group(AIG) wiederum hat viel Geld damit verloren, weil er zu viele riskante Kredite versichert hatten und gerade nicht mit einem Zusammenbruch des US-Häusermarktes rechnete. Weil AIG sein Risikomanagement nicht im Griff hatte und zu viele dieser Versicherungen fällig wurden, musste die Gesellschaft verstaatlicht und mit massiven Geldern gestützt werden.

Ein Teil dieser “Stütze” ging an Goldman Sachs. Die hatten sich nämlich bei AIG gegen Kreditausfälle versichert, was im Grunde für deren Cleverness sprach. Leider hatten sie übersehen, dass AIG gar nicht so stark war, wie damals vermutet. Ist ja aber noch einmal gut gegangen, denn “die gefährlichste Firma der Welt” (Spiegel Titel 29/2009) AIG wurde ja mit 182 Mrd. US$ vom Steuerzahler rausgehauen.

Ich würde mich übrigens nicht aufregen, dass die beiden Häuser nun wieder auf Hypotheken setzen. Das gehört zum Business und spielt keine besondere Rolle. Dramatisch ist eigentlich nur, dass keine Regeln gibt, einen staatlichen “bail out” im Fall einer Schieflage zu verhindern. Beide Unternehmen sind weiterhin  “to big to fail” und können sich darauf verlassen, mit Staatsgeld gerettet zu werden. Das ist der eigentlich Skandal.

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