Imagepflege durch Extras: Wie Arbeitgeber ihre Attraktivität erhöhen

by mnockerl on 15. November 2013

Anfang November schrieb ich hier in einem Beitrag darüber, wie Arbeitgeber über bezahlte Weiterbildungsmaßnahmen ihre Attraktivität erhöhen können. Es heißt ja, die Attraktivität als Arbeitgeber soll in Zeiten des Fachkräftemangels ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen werden. Aber was bedeutet das nun für die Praxis?

Mit einem Füllhorn weiterer Maßnahmen könnten Arbeitgeber sich attraktiv machen, wie Dienstwagen, die Erwerb begünstigter Firmenanteile, „attraktive“ Arbeitsplätze, betriebliche Altersvorsorge, betriebliches Gesundheitsmanagement etc. als erfolgsversprechende Instrumente zur Arbeitnehmerbindung eingesetzt.

Studien zufolge soll das betriebliche Gesundheitsmanagement mittlerweile für manche Mitarbeiter einen höheren Stellenwert einnehmen als die betriebliche Altersvorsorge. Ein Wandel in diesem Bereich ist demnach deutlich zu beobachten. Da überraschte mich nicht, dass ein Kollege aus unserem Alumnikreis von einer betrieblichen Krankenversicherung seines Arbeitgebers sprach, mit der er zusätzlich "privat versichert" wird. Die Kosten dafür trägt der Arbeitgeber, der so die Möglichkeit erhält, bis zu 44 Euro pro Monat steuerfrei* als Sachbezug an den Mitarbeiter auszuzahlen.

Einige Arbeitgeber glauben mit der Beteiligung an sogenannten Arbeitgeber-Awards (Arbeitgeberwettbewerben und Great-Place-to-work-Wettbewerbe) könnten sie zusätzliche Punkte sammeln. Ich bin da etwas skeptisch. Klar, durch eine gute Platzierung kann innerhalb der Belegschaft ein besonderes Zugehörigkeitsgefühl entstehen. Solche nach außen sichtbaren Erfolge werden aber schnell kaputt gemacht, wenn sich die Mitarbeiter in Wirklichkeit nicht wertgeschätzt fühlen.

Natürlich sind weitere Maßnahmen möglich wie etwa vermögenswirksame Leistungen um den Arbeitnehmeranteil maximal ausnutzen zu können. Dennoch, trotz solcher monetären Goodies ist eine leistungsgerechte Entlohnung nach wie das wesentliche Attraktivitätsmerkmal des Arbeitgebers.

Was leistungsgerecht ist, entscheidet vor allem der Vergleich mit anderen Kollegen. So schrieb etwa Johannes Pennekamp im letzten Jahr für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Manager, die zu viel über den Bonus ihrer Kollegen wissen, werden schnell unglücklich.“ Pennekamp erklärt u.a.:

„Die relative Position zu anderen spielt demnach für das eigene Wohlbefinden eine extrem wichtige Rolle, außerdem leidet der Mensch an einer chronischen Verlustaversion: Er bewertet Geldbeträge, die ihm durch die Lappen gehen, höher als gleich große Beträge, die er gewinnt. Im Bezug auf die Boni bedeutet das: Die Unzufriedenheit derjenigen, die weniger als ihren angestrebten Bonus bekommen, wiegt schwerer als das Glück derer, die mehr kassieren als erhofft.“


* Laut eines Schreibens des Bundesministeriums für Finanzen vom 10.10.2013 gehören die Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung aber zum Arbeitslohn des Arbeitnehmers. Die bisherige Freigrenze in Höhe von 44 EUR für Sachbezüge ist ab 31.12.2013, nicht mehr anwendbar (siehe dazu Blog Betriebliche Altersvorsorge).

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