Von dels, am 28.05.09
Auch wenn mich persönlich der Rummel um Opel und GM nachhaltig nervt und ich der Auffassung bin, dass die Bundesregierung hier eindeutig falsche Prioritäten setzt, wird der Fall GM/Opel doch ein spannendes Lehrstück für künftige Managementbücher werden. Ein Kapitel dieses Lehrstücks gebührt dem Management des Interessengeflechts (siehe dazu die aktualisierte Mindmap). Eine Gruppe der Einflussnehmer hat gestern für besondere Furore bei General Motors gesorgt, nämlich die US-Gläubiger von GM. Die haben nämlich ein Angebot zum Schuldenverzicht abgelehnt. Das Handelsblatt schrieb dazu:
“Die Zustimmung unter den mehreren zehntausend Kreditgebern sei bei weitem niedriger gewesen als zur Annahme nötig, teilte GM . . . → Read More: Warum Gläubiger von GM ein Interesse an der Insolvenz haben
Von dels, am 01.02.09
Kreditderivate sind das Thema der Stunde oder besser des Monats. Um sie geht es, wenn von toxischen Assets gesprochen wird, die an eine Bad Bank weitergereicht werden sollen. Mehrfach hat der Blick Log über einzelne dieser Finanzinstrumente geschrieben. Vor einigen Tagen habe ich eine interessantes und lesbares Arbeitspapier von Heinz Cremers und Jens Walzner aus dem Jahre 2007 gefunden und möchte daraus einige Ausschnitte präsentieren, um etwas Hintergrund zu vermitteln. Dafür habe ich die Auszüge geringfügig redaktionell angepasst (z.B. Fußnoten entfernt). Quellenangabe und weitere Literaturhinweise am Ende des Beitrags.
Definition Kreditderivate
Finanzderivate, mit denen es möglich ist Kreditrisiken vom Grundgeschäft zu trennen und separat zu handeln, werden … als Kreditderivate bezeichnet. Im Allgemeinen bedeutet dies, dass Kreditderivate es einer Partei (Sicherungsnehmer bzw. Protection Buyer) ermöglichen, das Kreditrisiko aus dem Referenzaktivum gegen Zahlung einer Prämie auf eine andere Partei (Sicherungsgeber bzw. Protection Seller) zu übertragen. Zu beachten ist dabei, dass die zugrunde liegende Forderung aus dem Referenzgeschäft in seiner ursprünglichen Form erhalten bleibt und lediglich eine Art „Versicherung“ für das Kreditrisiko abgeschlossen wird.
Continue reading Einmaleins der Kreditderivate
Von dels, am 14.11.08

Entwicklung der Prämiensätze für Kreditausfallversicherungen
Ein besonderes Finanzmarktinstrument ist in den vergangenen Wochen verstärkt in das öffentliche Bewusstsein vorgedrungen, die so genannten Credit Default Swaps genannt (CDS) und vor allem ihre Preise, die auch als Credit Spreads bezeichnet werden. Spätestens seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers gelten die Instrumente als eine Ursache für die Vertrauenskrise.
Sie sind die Risikoprämien für Kreditabsicherungen und werden häufig auch als das Fieberthermometer der Finanzkrise bezeichnet. Dieser Markt reagiert viel sensibler als die Aktienbörsen auf vermeintliche und wirkliche Schieflagen eines Finanzinstituts. Jeder Anstieg kostet vor allem die Banken viel Geld. Steigen die Absicherungskosten, müssen sie meist auch bei der Neuemission ihrer Anleihen einen zusätzlichen Zinsaufschlag bieten. Das erhöht die Finanzierungskosten oder macht, was schlimmer sein kann, eine Emission gänzlich unmöglich. Auch für den Geldmarkt, wo sich die Banken untereinander kurzfristig Geld leihen, werden die CDS-Spreads aufmerksam beobachtet. Continue reading Das Fieberthermometer der Finanzkrise: Credit Default Swaps