Stimmung in der Wirtschaft wird nach unten geprügelt

by Dirk Elsner on 26. August 2008

Heute verstärkt sich wieder einmal mein Eindruck, dass die Stimmung ordentlich nach unten geschrieben wird. Spiegel Online titelt „Stimmung in der Wirtschaft verdüstert sich drastisch“ undWirtschaftskrise  bedroht den Arbeitsmarkt“, die Financial Times setzt nach mit „Ifo-Index fällt auf Dreijahrestief“ und das Handelsblatt krönt mit „Ifo-Index schockiert Analysten“. Vergleichsweise positive Nachrichten wie die Wachstumsprognosen des IWF oder der Meldung, dass die Hauskäufe in den USA wieder steigen sind offensichtlich nicht schlagzeilentauglich. Oder sie gehen unter in den Negativschlagzeilen, die auch heute wieder dominieren.

So reitet sich Deutschland natürlich noch schneller in eine Krise, die vielleicht gar keine war. Aber wir sind bereits mitten in einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Denn nachdem die negativen Schlagzeilen der vergangenen Monate zunächst zum Stimmungsumschwung bei den Konsumenten geführt hat, werden als nächstes einige Unternehmen ihre Investitionen zurückstellen. Damit werden wieder neue negative Schlagzeilen produziert.

Der DAX selbst hat auf seine Weise reagiert, nämlich nach Börseneröffnung zunächst mit einem Kursrückgang, von dem er sich aber schon wieder deutlich erholt hat. Hier denken die handelnden Akteure offensichtlich weiter und schöpfen Optimismus aus wieder gefallenen Rohölpreisen und einem sich weiter verteuernden US-Dollar, vom dem der Export profitiert. Möglicherweise handelt es sich auch nur ein kurzes Strohfeuer, weil die Abwärstdynamik mit Zinssenkungshoffnungen begleitet werden.

Zur Klarstellung: Mit den oben genannten Aussagen will ich nicht den Medien die Schuld an der negativen Wirtschaftsstimmung anlassten. Es gibt genügend Politiker und andere Meinungsträger in diesem Land, die reagieren könnten. Vielleicht haben aber viele Köpfe des Landes Furcht davor als Schönredner dargestellt zu werden oder befinden sich schlicht im Urlaub.

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