Geplante Fusion zwischen Commerzbank und Dresdner Bank entwickelt sich zur Notehe

by Dirk Elsner on 11. November 2008

Ausriss aus Homepage der Commerzbank

Ausriss aus Homepage der Commerzbank

Im September hatte ich in diesem Blog geschrieben, dass ich die auf der damaligen Pressekonferenz getätigten Aussagen, die beiden Institute würden in den kommenden Monaten eine „zukunftsfähige Institution partnerschaftlich und kollegial gestalten“, für Augenwischerei halte.

Mittlerweile scheinen auch die beteiligten Institute sich den Sand aus den Augen gewischt zu haben. „Dicke Luft zwischen Dresdner und Commerzbank“ schreibt die FAZ. Thema dabei sind ausgerechnet die Gehaltsunterschiede zwischen den beiden Instituten, die offensichtlich für so großen Aufruhr sorgen, dass dies jetzt an die Öffentlichkeit dringt.

Für besonderen Ärger sorgt dabei ein Bonustopf in Höhe von 400 Millionen Euro, der an die Investmentbanker von Dresdner Kleinwort lt. einer Videobotschaft an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden soll. Dabei haben die Investmentbanker wesentlich die Verluste der Dredner Bank in Höhe von 2,5 Milliarden Euro verursacht.

Die Commerzbank, deren Chef dank der Inanspruchnahme des Rettungspakets nun weniger verdient als sein Kollege bei der Dresdner Bank, hält sich derweil bedeckt. Gerechnet werde jetzt mit einem Closing der Transaktion erst im Januar. Bis dahin kann allerdings noch viel passieren. Ein Scheitern der Fusion halte ich nicht für ausgeschlossen.

Die Allianz selbst hält den Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank trotz der Belastungen durch die Finanzkrise nicht für gefährdet. Die Allianz sehe keinen Anlass nachzuverhandeln, sagte ihr Vorstand Helmut Perlet in München.  „Wir haben einen unterschriebenen Vertrag“, sagte er zum im Sommer noch vor der aktuellen Verschärfung der Bankenkrise beschlossenen Deal, der Anfang 2009 abgewickelt werden soll. Der Kontrakt erlaube kein Zurück mehr.

Für eine „partnerschaftlich“ und „kollegial gestaltete“ Fusion spricht es allerdings nicht, wenn man sich jetzt schon auf Verträge berufen muss. Viel eher sieht es nach einer Notehe aus. Für die Integration der ohnehin unterschiedlichen Unternehmenskulturen werden jetzt weitere Hürden aufgebaut. Der Mehrwert für die Aktionäre der Commerzbank ist damit noch fraglicher als bei Bekanntgabe der Fusion. Da wurde die Aktie der Commerzbank bereits mit einem Kursabschlag von 6,5% bestraft.

Previous post:

Next post: