Noch keine Erleuchtung vom Attac Kongress in Berlin

by Dirk Elsner on 7. März 2009

In Berlin veranstaltet Attac an diesem Wochenende die Konferenz: Kapitalismus am Ende? Der Freitag berichtet über einen Blog von dieser Konferenz. Das was Alexander Wragge von dort an Eindrücken vermittelt erinnert mich aber eher an eine Uni-Vollversammlung als ein konstruktives Forum. Kleiner Vorgeschmack:

“Heiner Flassbeck, Chefökonom der UN-Organisation für Handel- und Entwicklung (UNCTAD), legte als erster Redner seine Analyse der Krise dar. Schattenbanken, Pivate-Equity-Gesellschaften, und private Pensionsfonds bezeichnete er als Elemente eines großen Kasinos: "Es war ein Spiel mit Währungen, Rohstoffen, Firmen und Hypotheken." Das große Kasino sei zusammengebrochen, jedes einzelne Teil müsse jetzt repariert werden. Das Wort "reparieren" sorgte für Gelächter und Pfiffe. "Abreißen" kam der Ruf aus dem Plenum. Heiner Flassbeck verbesserte sich: "Jedes einzelne Kasino muss geschlossen werden."

Für mich klingt das genau so populistisch, wie die Forderung nach der Abschaffung der Spekulation auf Rohstoffe. Dies käme ja quasi der Abschaffung des Handels gleich.  Dennoch, ich will die Konferenz hier nicht aufgrund weniger Informationen in den Boden polemisieren. Persönlich habe ich auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und den Ausweg parat. Interessant wird es immer dann, wenn sich Vertreter verschiedenen Denkrichtungen direkt treffen. In Berlin deuten die ersten Eindrücke allerdings darauf hin, dass hier vorwiegend marktwirtschaftskritische Gäste versammelt sind. 

Previous post:

Next post: