Letzte Woche hatte ich bereits über die Keynes-Serie im Handelsblatt geschrieben. Seit gestern hat das Handelsblatt nun auch die Doppelseite “Der Stammbaum der Makroökonomie” als pdf online gestellt. Die kann ich bestens empfehlen, denn dort werden vier Hauptströmungen der Ökonomie vorgestellt mit zentralen Thesen, Annahmen, Menschenbildern, Kritikpunkten und Schlussfolgerungen für die Wirtschaftspolitik.
Heute ging es dann los mit dem ersten Teil der Serie. Anja Müller stellt darin den Menschen Keynes vor. Da erfährt man dann viel aus seinem Leben und auch die Tatsache, dass er nur acht Wochen Ökonomie studiert hat. Aber auch Müller arbeitet die lange verdrängte und jetzt gerade von Shiller und Akerlof wiederentdeckte Leidenschaft von Keynes für psychologische Komponenten heraus: “Keynes will … das Handeln der Menschen von ihren Motiven her ergründen. Verhalten aus Gleichungen abzuleiten wie die mathematische Ökonomie erscheint ihm abwegig".
Eine andere Episode aus Keynes Leben könnte so manchen wissenschaftlichen Diskurs der Ökonomen in einem anderen Licht erscheinen lassen.
“1934 reicht ein 22-jähriger Amerikaner einen Beitrag ein mit dem Titel "Professor Pigou’s Method for measuring elasticities of demand from budgetary data". Keynes überzeugt die Arbeit nicht, er lehnt sie ab. Der Autor, ein gewisser Milton Friedman, wird Jahrzehnte später einer seiner größten Kritiker.”
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