Finanzmarktkrise: Gipfel der Hilfe ist erreicht, nun müssen Banken und Märkte mit Vertrauen zurückzahlen

by Dirk Elsner on 12. Oktober 2008

Beispiellos sind die Kraftanstrengungen, die Notenbanker und Politiker in diesen Wochen in aller Welt geleistet haben, um die Finanzmärkte zu stabilisieren. Beispiellos sind auch die Summen, die Staaten auf Kosten ihrer Steuerzahler riskieren, um den „Run“ auf die Banken und den kompletten Zusammenbruch noch zu verhindern.

Nachdem bis zu diesem Wochenende, einzelstaatliche Maßnahmen die Agenda bestimmten, haben gestern die G7-Finanzminister und heute die Euro-Staaten weitere umfangreiche Maßnahmen beschlossen. Diese umfassen im Kern Kapitalspritzen, Bürgschaften, Garantien und neue Bilanzregeln. Diese Pakete, die eigentlich ordnungspolitischer Selbstmord sind, werden in den nächsten Tagen und Wochen noch im Detail Gegenstand vieler Diskussionen sein. In Monaten und Jahren wird man erst wissen, was man hätte besser machen können. So viel Zeit bleibt allerdings nicht.

Aktuell geht es nur darum, eine Bankenpanik zu verhindern, die die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems und der Realwirtschaft nachhaltig stört. Damit sind aber jetzt die Finanzinstitute, die zuletzt nur noch geschwiegen haben, selbst am Zug. Ihnen werden jetzt Rahmenbedingungen serviert, von denen jedes Unternehmen der Privatwirtschaft nur träumen kann. Sie fallen in ein Meer aus Federn, aus denen jeder halbwegs vernünftige Manager aufstehen können muss. Jetzt müssen die Banken Verantwortung zeigen und mit Vertrauen zurückzahlen. Sie müssen die Kreditmotoren wieder anschmeissen, den Credit Crunch beenden und vor allem dafür sorgen, dass sie sich nicht gegenseitig weiter kaputtmachen durch Kreditverweigerung und Fantasiesätze im Interbankenhandel.

Allein ausreichend ist das noch nicht für den Weg aus der Krise. Die Märkte und ihre Akteure werden die zuletzt auch durch die Medien angeheizte Massenhysterie beenden müssen. Die aktuellen Marktbewertungen eröffnen unglaubliche Chancen für diejenigen, die über ausreichend finanzielle Mittel verfügen. Sie müssen eigentlich nur die Perlen aus den Trümmern der Börsenkurse fischen.

Wenn Finanzinstitute und Finanzmarktakteure ihre Beiträge leisten, dann werden die Auswirkungen auf die geschockt zuschauende Realwirtschaft begrenzt bleiben. Die erstarrten Unternehmen werden ihre Motoren wieder anwerfen. Und erst dann wird man auch von den Konsumenten erwarten können, dass sie wieder ans Geldausgeben denken.

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