Heftiges Börsenbeben: Nach- oder Vorbeben schlechter Wirtschaftsdaten?

by Dirk Elsner on 15. Januar 2009

Außerbörslicher DAX am 14.1.09

Außerbörslicher DAX am 14.1.09

Meine Herren, war das gestern wieder ein heftiger Börsentag. Der erinnerte an längst verdrängte Tage im Oktober und November. DAX – 4,89%  (außerbörsliche Veränderung), Dow Jones -2,94%

Es strömen jetzt die schlechten Zahlen vom komplett verkorksten 4. Quartal auf die Märkte. Der heutige Paukenschlag der Deutschen Bank und die dissonanten Konjunkturnachrichten waren dazu leider erst das Präludium. Schwache Zukunftsausblicke von Siemens und eine mögliche Mehrheitsbeteiligung des Staats an der Hypo Real Estate gehören ebenfalls zum Echo des Q4.

Es ist klar, wir müssen uns auf weitere sehr düstere Meldungen einstellen, denn die meisten Buchhalter und Statistiker arbeiten noch an ihren Zahlen. Diese tiefroten Daten kommen ja nicht unerwartet. Mitte September hat die Lehman-Pleite die Verunsicherung maximiert. Die Auswirkungen dieser „Angst“ fließt  jetzt in Statistiken und Bilanzen. Die spannende Frage wird sein, ob es das jetzt war oder ob es noch schlimmer wird.

Zumindest die Banken könnten mit dem 4. Quartal ihren Tiefpunkt erreicht haben. Ich werde das Warum in einem späteren Beitrag erläutern. Ebenfalls am Donnerstag werde ich mir genauer die Bankenrisiken ansehen, diese erwarte ich rückläufig im Monatsvergleich.

Auch der Ökonom Greg Mankiw kommt in seinem Blog dazu, dass das TARP-Programm in den USA Wirkungen entfaltet und macht dies am deutlich gesunkenem Zinsspread zwischen Interbankengeld und den staatlichen T-Bills fest.

Auffällig ist, dass Medien diesmal das apokalyptische Vokabular meiden. Die FTD hatte im Dezember noch vom „nuklearen Winter“ geschrieben. Weitere Zitate aus dem letzten Quartal: Die Weltwoche schrieb von einem „weltwirtschaftlichen Armageddon“, die Börsen-Zeitung von einer „Apokalypse“, die Zeit sah eine „finanzpolitische Kernschmelze“ und ein Kommentator der Süddeutschen Zeitung beschwor das „Fegefeuer des Kapitalismus“. Auch vom biblischen Endzeithorror und einer christliche Hölle war zu lesen.

Ich lege mich heute erstmals fest: Die Daten für das 1. Quartal 2009 werden besser ausfallen als die Daten des Q4.   Allerdings müssen wir auf diese Werte noch bis Mitte April warten. Bis dahin wird es an so manchem Tag noch heftig vibrieren. Genau, eigentlich müsste ich ja noch konkretisieren, welche Daten besser werden. Aber das hebe ich mir für den März auf 🙂

Berichte zum Thema

Staat prüft Mehrheitsübernahme der HRE

FAZ: Wirtschaftswachstum sinkt auf 1,3 Prozent

HB: Deutsche Bank schockt mit Milliardenverlust

Kommentar: Die Schmach des Josef Ackermann

Stimmung an der Börse kippt: Banken und Siemens lassen Dax einbrechen

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