So sieht die Kreditklemme 2.0 in der Praxis aus: Beispiel Hafencity

by Dirk Elsner on 8. Juni 2009

Vergangenen Freitag hatte ich in einem Artikel über die Kreditklemme 2.0 geschrieben. Diese Klemme zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Vergabe von Krediten eingeschränkt wird, weil viele Unternehmen die gestiegenen Anforderungen für Kredite nicht erfüllen. Außerdem verlangen Banken mehr Sicherheiten und wollen mehr Nachweise der Planungssicherheit.

Über ein Beispiel war jüngst im Handelsblatt zu lesen, nämlich über die Projektfinanzierung im Hamburger Vorzeigeneubaugebiet Hafencity. Ein mittelständischer Projektentwickler berichtet, dass Banken für Finanzierungen von Wohnbauvorhaben heute 20 bis 30 Prozent Eigenkapital erwarten sowie eine Vorverkaufsquote bei 50 Prozent. Früher reichten 15 bis 20 Prozent Eigenkapital verlangt und teilweise war gar keine Vorverkaufsquote notwendig.

Nach dem Bericht werden bereits erste Projekte der Hamburger Hafencity verschoben, außerdem verlaufe die Vermarktung der Büros im Überseequartier schleppend. So soll die Elbphilharmonie erst 2011 statt 2010 fertig sein soll, die U-Bahn (2012), und das Überseequartier (2012). In der Schwebe sind die Projekte Science Center (Baustart 2012), das Kreuzfahrtterminal mit Hotel (2011) und die Hafencity Universität (2009), schreibt die Zeitung.

Die Hafencity gilt als eines der ehrgeizigsten Bauprojekte nach Abschluss der Großbaustellen in Berlin. “Die Hafencity wird die Innenstadt Hamburgs um 40 Prozent vergrößern. Bis zu zwei Mio. Quadratmeter Fläche werden gebaut, es entstehen 5 500 Wohnungen für 12 000 Einwohner, Büroflächen für mehr als 40 000 Arbeitnehmer, außerdem Gastronomie, Einzelhandelsflächen, Einrichtungen für Kultur- und Freizeit, Parks und Promenaden”, erklärt das Handelsblatt. Ob tatsächlich ein so hoher Bedarf an Büroflächen besteht, ist umstritten.

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