Blick in Banken und Finanzen

by Dirk Elsner on 14. Juni 2009

Hier ausgewählte Schlagzeilen der abgelaufenen Woche aus der Bank- und Finanzwelt:

Dilbert.com

HB: Hoffen auf den neuen Boom: Die Wirtschaftskrise sorgt bei den Banken für mehr faule Kredite. Wertlos sind sie aber keineswegs. Warum die Geldhäuser jetzt wieder versuchen könnten, Kreditportfolios in großem Umfang zu verkaufen.

FTD:  Die neue Sehnsucht nach Verbriefungen: Die Geschäftsbanken lechzen geradezu danach, die Verbriefung von Krediten und damit eine wichtige Refinanzierungsquelle wiederzubeleben.

HB: USA erleichtern Bankenübernahmen für Private Equity-Firmen: Einem Medienbericht zufolge wollen die US-Aufsichtsbehörden die Übernahme von in Schieflage geratenen Banken durch Beteiligungsgesellschaften erleichtern.

NYT: Regulators Feud as Banking System Overhauled: The personal feud between two bank regulators is shaping the president’s attempt to revamp financial regulation.

FAZ: Blackrock wird weltgrößte Investmentgesellschaft: Der Fondsanbieter Blackrock übernimmt von der britischen Großbank Barclays das Fondsgeschäft. I-Shares soll den Einstieg in das Geschäft börsengehandelter Indexfonds (ETF) ermöglichen.

NZZ: Die Furcht der Banker vor dem Morgen danach: Die Bankenwelt hofft auf ein Ende der Krise, fürchtet aber den Morgen danach. Enorme Staatsengagements machen eine Exit-Strategie nötig, neue Regulierungen werden die Branche verändern.

HB: Zweiter Frühling für Banken: Das Comeback des Investment-Bankings hält an. Vertreter der ertragsstarken Großbanken und Analysten rechnen nach kräftigen Gewinnsteigerungen in den ersten drei Monaten auch im zweiten Quartal mit guten Ergebnissen. Zu verdanken sei dies vor allem den unverändert hohen Gewinnmargen bei Kapitalmarktgeschäften.

FTD: Talf als Blaupause: EZB soll Brief und Siegel geben: Jahrelang waren Verbriefungen eine der wichtigsten Refinanzierungsquellen der Banken. Doch dann kam die Krise. Nun fordern Geldhäuser von Notenbanken einen Anschub für den Verbriefungsmarkt. Das Ziel: eine Kreditklemme abzuwenden.

HB: Trau keiner Investmentbank! Wenn Investmentbanken Beratungsgebühren berechnen, bedeutet das noch lange nicht, dass Sie unabhängig beraten. Drei Ökonomen aus Europa und den USA können empirisch nachweisen, dass beratende Investmentbanken und mit diesen verbundene Anlagegesellschaften oft ihr eigenes Spielchen spielen.

NZZ: Drohende Abschottung der Finanzmärkte:  Internationale Banken sehen Licht am Ende des Tunnels Das IIF als Organisation der internationalen Banken glaubt, dass der Tiefpunkt der Krise erreicht ist und es wieder langsam aufwärts geht. Dazu müssten die Institute allerdings die richtigen Lehren ziehen und drohende protektionistische Rückschläge abgewendet werden.

FAZ: 3700 Milliarden Euro Staatshilfe für EU-Banken: Wie in Amerika sollen Banken in Europa einem Stresstest unterzogen werden. Die EU-Kommission will dabei aber weiter gehen, als die Mitgliedstaaten bereit sind. Auch Finanzminister Peer Steinbrück sprach sich gegen nationale Tests aus.

HB: IWF kritisiert EU-Maßnahmen für Finanzsektor: Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) reichen die bisherigen Maßnahmen im europäischen Finanzsektor nicht aus. Die Verantwortlichen im Euro-Raum müssten die Finanzstabiliät und die Restrukturierung der Banken energischer vorantreiben – und auch Bankenpleiten nicht ausschließen.

HB: Kabinett billigt Bad-Bank für Landesbanken: Die Einigung verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen in Berlin. Der Gesetzentwurf von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) für das sogenannte „Bad-Bank“-Modell sieht vor, dass Landesbanken „Ramschpapiere“ sowie ganze Geschäftsfelder auf Abwicklungsgesellschaften auslagern können.

FTD: Wie die Bad Bank funktionieren kann: Das Konzept der Bundesregierung lähmt die Banken. Um sie wieder funktionsfähig zu machen, müsste der Staat Anteile übernehmen – auch wenn die politische Entwicklung schwierig ist.

Welt: Bad Banks Warum die Bankenrettung scheitern könnte Die deutschen Geldinstitute haben sich verspekuliert. Ihre Milliardenverluste durch inzwischen unverkäufliche Wertpapiere sollte der Steuerzahler übernehmen. Doch der Bad-Bank-Entwurf der Bundesregierung schont den Steuerzahler und schiebt die Risiken nur auf die lange Bank. Damit könnte er sein Ziel verfehlen.

HB: Steinbrück knöpft sich die Sparkassen vor: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sieht die Sparkassen bei der Sanierung der Landesbanken weiterhin in der Pflicht. Steinbrück fordert volle Mithaftung der Institute beim Umbau der Landesbanken. Unterdessen erhielt die WestLB am Dienstag eine weitere staatliche Garantie in Milliardenhöhe. Nun droht der CDU in NRW Ärger mit der FDP.Sparkassen stemmen sich gegen Bad Bank: Die Sparkassen torpedieren das erst am vergangenen Donnerstag aus der Taufe gehobene Bad-Bank-Modell der Bundesregierung für die Landesbanken. Sie wollen bei der darin vorgesehenen Haftung der Sparkassen für mögliche Verluste in den Bad Banks der Landesbanken nicht mitmachen.

Welt: Die Angst der Sparkassen vor der Bad Bank: Lange war Heinrich Haasis der Liebling der Berliner Politik. Seine Sparkassen stehen trotz Krise gut da, und die maroden Landesbanken wollte er lieber heute als morgen entrümpeln. Im Streit um deren Altlasten sieht sich der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands aber hart attackiert.

HB: Banker verdienen weniger: Schlechte Nachricht für Deutschland Bankangestellte: Ihre Gehälter schrumpfen im Zuge der Wirtschaftskrise. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Dabei gibt es einen klaren Trend: Leitende leiden besonders.

Zeit: Zocken oder Geld verleihen Manche Banken machen wieder Milliardengewinne, doch bei den Unternehmen werden die Kredite knapp. Wie sollte der Staat reagieren?

FAZ: Bayern-LB-Chef Michael Kemmer „Brauchen nicht zwingend eine Bundes-Bad-Bank“ Der Vorstandsvorsitzende der Bayern LB gibt sich im F.A.Z.-Interview gelassen – auch wenn der politische Druck hoch ist. Denn Michael Kemmers Institut hat 2008 mit mehr als 5 Milliarden Euro den höchsten Verlust aller Landesbanken gemacht.

FTD: Die Zwickmühle des Mr. Lewis: Bank-of-America-Chef Lewis hat den Kauf von Merrill Lynch durchgezogen. Auf Druck der Fed, sagt er – und bringt damit deren Chef Bernanke in Bedrängnis. Siehe dazu auch Bericht in der NYT

HB: Politiker nehmen Derivatemärkte an die Kandarre: Als mögliche Verursacher der Weltwirtschaftskrise sind Finanz-Derivate auf den Radarschirm der Politik geraten. Weltweit sind Politiker bestrebt, diese teils komplexen Märkte stärker zu zähmen. Wie die Politik die Derivatemärkte regulieren will.  

FT: Wetterderivate: Ich kauf mir Sonnenschein: Damit Schäden durch Wetter abgefedert werden, bietet die Finanzindustrie Lösungen – zum Beispiel so genannte Wetterderivate. Der Begriff klingt kurios, doch die Funktionsweise ist logisch.

FAZ: Depotbanken Auslandsbanken ringen um deutsche Fondsdepots: Unter den deutschen Depotbanken steht eine Konsolidierung an. Von den knapp 60 in Deutschland tätigen Instituten werden nur wenige übrig bleiben, meinen Fachleute. Vor allem kleinere Anbieter stünden unter Druck.

Alphaville: The problem with commodity ETFs: The day ahead of the United States Natural Gas (UNG) ETF’s futures roll from the July to August contract, Olivier Jakob of Petromatrix — who has inadvertently become a bit of a lone crusader in the mission to expose the influence of exchange traded funds on commodity markets — presents an impressive summary of the story so far.

RMRG: Warnung vor Pauschalkritik an „Value-at-Risk“ / Neue Ansätze im Fokus „Die Quantifizierung von Anlagerisiken gehört zu den elementaren Herausforderungen im Asset Management. Ziel ist es, die abstrakten Risiken mit konkreten Werten und Kennzahlen zu belegen, um sie so für den Portfoliomanager handhabbar zu machen“, erklärt Alexander Schindler, Vorstandsmitglied von Union Investment, in einem Gastbeitrag für die Börsen-Zeitung.

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