Warum Roubini, Faber und Co. nerven

by Dirk Elsner on 8. Juni 2010

Der Blick Log hat mittlerweile eine Phobie entwickelt gegen bestimmte immer wieder in den Wirtschaftsmedien geradezu zelebrierten “Ökonomen”. Dazu gehören insbesondere die wegen ihrer düsteren Botschaften unvermeidbaren dunklen Propheten Nouriel „Die Krisen werden immer zerstörerischer“ Roubini und Marc “Die USA werden eine Inflation wie Simbabwe bekommen” Faber.

Der Mehrwert ihrer Botschaften geht inhaltlich gegen Null und dient vorwiegend der eigenen Vermarktung. Dass sich Faber und Roubini inszenieren, ist ihnen nicht zum Vorwurf zu machen, denn so steigern sie die Absatzzahlen ihrer Publikationen und die Preise für Vorträge, in denen sie für sehr viel Geld das wiederholen, was ohnehin überall nachzulesen ist.  Erschreckend finde ich viel mehr, dass die so gern auf ihrer Informations- und Aufklärungsfunktion pochenden Medien keine Gelegenheit auslassen, diese und andere Propheten düsterer Botschaften ständig zu präsentieren.

Dies fällt gerade in diesen Wochen besonders auf, in denen Nouriel Roubini sein neues Buch vorstellt. Keine Zeitung verzichtet auf die Präsentation dieses Werkes (Respekt vor der Arbeit des Campus Verlages) und dem Hinauströten Roubinis ewig gleicher Botschaften. Dabei interessiert sich kaum jemand dafür, dass viele von Roubinis dunklen Vorhersagen der letzten 24 Monaten gar nicht eingetroffen sind (siehe Sammlung unten).

Die tretmühlenartig wiederholte Aussage, Roubini gehöre zu den Wenigen, die die Finanzkrise richtig vorhergesagt haben, ist ausschließlich ein geschickter Marketingschachzug. Wer immer Unwetter vorhersagt, der wird irgendwann recht bekommen. Dies bestätigt Justin Fox im Blog der Harvard Business Review. Er schreibt:

“In fact, Roubini didn’t exactly predict the crisis that began in mid-2007. As Damien Hoffman has documented, Roubini spent several years predicting a very different sort of crisis — one in which foreign central banks diversifying their holdings out of Treasuries sparked a run on the dollar — only to turn in late 2006 to warning of a U.S. housing bust and a global "hard landing."

He still didn’t give a perfectly clear or (in retrospect) accurate vision of how exactly this would play out. Who could? The global economy is an awfully complicated thing. And once the troubles became apparent to all in the summer of 2007, Roubini adroitly adjusted his forecasts to rapidly changing circumstances, weaving a gloomy but realistic course between those who at every turn hinted that the worst was over and the growing ranks (especially in early 2009) who predicted an uninterrupted slide into economic and financial chaos.”

Blick Log über einige von Roubinis “Vorhersagen” der letzten Monate

BL: Roubini skeptisch zur Erholung der Banken

Porträt Robert Shiller: “Ausblicke haben etwas Schwammiges”

BL: Roubini bleibt vorerst gloomy und dämpft Optimismus (7.7.09)

BL: Wer es düster mag: Nouriel Roubini im Interview (25.6.09)

Nichts los in Davos oder die Ökonomie der Untergangspropheten (2.2.09)

Dr. Doom – Nouriel Roubini, der dunkle Prophet? (18.12.08)

Der Tag, an dem Wirtschaft stillsteht (18.12.08)

Roubinis Vision des Horrors für die amerikanische Wirtschaft (24.11.08)

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