Finanzmarktregulierung in Europa: Änderungsvorschläge für die MiFID zur Verbesserung der Funktion und Transparenz der Kapitalmärkte

Irgendwie scheint die Wirtschaftspresse in Deutschland dieses trockene Thema zu ignorieren. Dabei hat der Ausschuss der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörden (CESR) der EU-Kommission umfangreichen Änderungen der “Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente” (MiFID) vorgeschlagen. Und die können erhebliche praktische Konsequenzen haben.

Für Anleger interessant sind Vorschläge, wie künftig die Informationen über den Handel von Finanzinstrumenten, die mittlerweile auf verschiedensten börslichen und außerbörslichen Plattformen laufen. Es gibt nämlich keine öffentlich zugängliche zentrale Plattform für die Erfassung aller Post-Trade-Daten, die einen Preisvergleich ermöglichen. So wurden vor drei Jahren Aktien im FTSE 100 vorwiegend an der London Stock Exchange gehandelt. Jetzt sind sie an 21. Handelsplätzen handelbar. Dadurch werden, so die CESR, die Transparenzziele der MiFID untergraben.

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Dokumentation: Bundestag verbietet ungedeckte Leerverkäufe ein bisschen

Am Freitag, 2. Juli 2010, hat der Bundestag die von den Koalitionsfraktionen vorgeschlagenen Regelungen zur Eindämmung von Finanzmarktspekulationen beschlossen. Entsprechend der durch den Finanzausschuss abgeänderten Fassung des Gesetzes zur Vorbeugung gegen missbräuchliche Wertpapier- und Derivatgeschäfte (17/1952, 17/2336) sind nun ungedeckte Leerverkäufe von Schuldtiteln von Staaten der Eurozone, die an einer inländischen Börse zum Handel im regulierten Markt zugelassen sind, ebenso untersagt wie der Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS), soweit die Referenzverbindlichkeit zumindest auch eine Verbindlichkeit eines Staates der Eurozone ist und sie nicht der Absicherung von Ausfallrisiken dienen. (Quelle: Deutscher Bundestag)

Hier pdf-Download des Gesetzentwurfes (Bundestagsdrucksache 17/1952): Entwurf  eines  Gesetzes  zur  Vorbeugung  gegen  missbräuchliche  Wertpapier- und Derivategeschäfte

sowie

Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses (Bundestagsdrucksache 17/2336): Banken regulieren – Spekulationsblasen verhindern

Vorläufiges Protokoll der Sitzung

Fortsetzung der Pressemeldung des Bundestages

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Dokumentation: Obama mit milden Tönen an der Wall Street (Volltext und Video)

38 Minuten Fußweg entfernt hat Obama heute eine Rede in New York gehalten.

 

Dokumentation des Redetextes

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Dokumentation: Die US-Finanzmarktreform (Version Repräsentantenhaus)

Gestern hat das US-Repräsentantenhaus den Grundstein für die möglicherweise umfassendste Finanzmarktreform gelegt. Nach dreitägiger Debatte stimmte das Haus mit 223 zu 202 Stimmen für das umfangreiche Werk (siehe unten). Ob diese Reform so Gesetz wird, ist freilich noch offen, denn der Senat arbeitet an einer eigenen Vorlage und wird darüber erst im nächsten Jahr abstimmen. Die Unterschiede sollen umfangreich sein, so dass die neue Finanzordnung zwar viel Papier produziert, jedoch noch immer keine Ergebnisse zeigt.

Was geplant ist, fasst das Handelsblatt in zwei Absätzen zusammen:

Mit dem Gesetz sollen Lücken zur Regulierung des Geldmarktes geschlossen werden. Es sieht dafür die Einrichtung neuer Kontrollorgane vor. Außerdem soll US-Notenbank mehr Aufsichtskompetenz bekommen, um Bedrohungen des Finanzsystems rechtzeitig zu erkennen. Dort, wo sich ein Fehlverhalten einer einflussreichen Bank abzeichnet, soll die Regierung eingreifen können. Geldinstitute sollen außerdem künftig nur dann mit riskanten Papieren handeln dürfen, wenn sie genug Rücklagen haben.

Die Reform sieht auch eine neue Behörde zum Schutz von Finanzkunden vor. Sie soll darüber wachen, dass beispielsweise Hypothekenbanken und Kreditkartenfirmen keine illegalen oder irreführenden Geschäfte mit ihren Kunden machen.

Eine weitere Zusammenfassung gibt es in der NYT:

The bill’s principal provisions establish a process for dismantling large, failing financial institutions; set up a council to identify and regulate firms that are so big, interconnected or risky that they need heightened supervision to keep them from bringing down the whole financial system; create a new consumer financial-protection agency to squelch unfair and abusive practices; and for the first time, regulate over-the-counter derivatives markets. The bill also contains provisions on executive pay, investor protection, credit ratings, hedge funds and insurance.

Juristen und Bankpraktiker haben leider nicht so einfach. Sie haben tagelangen Lesestoff , um die 1.279 Seiten zu studieren und zu verstehen. Wer den Blick riskieren will: H.R. 4173, Wall Street Reform and Consumer Protection Act of 2009

Hier die Presseerklärung des Repräsentantenhauses und unten weitere Dokumente:

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Blicke auf ausgewählte Schlagzeilen: Banken und Finanzierung

SB 2.0: Mensch 2.0: Die “systemrelevanteste” aller Komponenten: Was zählt in der “Bank der Zukunft” wirklich? In meinem Beitrag zum Risikomanagement in der Finanzindustrie habe ich vor wenigen Tagen aufgezeigt, dass es keinen wirklichen “Rettungsfallschirm” im Finanzsystem gibt.

Bad Bank oder die Quadratur des Kreises Der Bundestag macht den Weg frei für Bad Banks, schreibt Spiegel Online. Jetzt dürfen deutsche Finanzkonzerne faule Wertpapiere in Zweckgesellschaften auslagern und damit ihre Bilanzen polieren. Für die Zweckgesellschaften garantiert der Staat. Doch den Steuerzahler wird das nichts kosten. Steinbrück hat dahin gehende Vorwürfe bereits zurück gewiesen.

RMRG: EU-Finanzminister wollen Banken zum “dynamic provisioning” . . . → Read More: Blicke auf ausgewählte Schlagzeilen: Banken und Finanzierung

Das Rennen um die Bankenaufsicht in Europa und den USA

An die gerade abgelaufene Woche könnte sich die Finanzwelt möglicherweise noch sehr lange erinnern, denn die Woche der Regulierung in Europa und den USA könnte den Kreditinstituten und ihren Beratern viele Hausaufgaben bescheren, wenn die Pläne in entsprechende Vorschriften gegossen sind. Bis dahin vergeht freilich noch ein wenig Zeit.

Nach Bekanntgabe von Einzelheiten zur “Jahrhundertreform” in den Vereinigten Staaten will nun auch die Pläne für eine zentralisierte Finanzaufsicht ausarbeiten. Selbst Großbritannien soll seine Großbanken an die Kette legen wollen. Zu den Inhalten ist u.a. zu lesen:

“Nach dem Entwurf sollen die drei bestehenden EU-Aufsichtsgremien für den Banken-, Versicherungs- und Wertpapiersektor zu Behörden aufgewertet und miteinander sowie mit den nationalen Behörden vernetzt werden. Die neue Aufsichtsbehörde solle zwar „bindende und angemessene“ Befugnisse bei der Beaufsichtigung nationaler Stellen innehaben, in nationale Haushaltsentscheidungen soll sie sich aber nicht einmischen dürfen. Damit nehmen die EU-Mitgliedstaaten vor allem auf britische Bedenken gegen zu großen Einfluss der Europäischen Zentralbank (EZB) und Einmischung in die nationale Haushaltspolitik Rücksicht.

Die EU will bei der Europäischen Zentralbank (EZB) dem Entwurf zufolge einen Europäischer Rat für Systemrisiken (European Systemic Risk Board / ESRB) ansiedeln und Frühwarnungen und unverbindliche Empfehlungen abgeben. Die Mitglieder des Führungsgremiums soll die EZB bestellen.”

Gesetzesvorschläge für die neue Aufsicht sollen ab Herbst vorliegen. Die Umsetzung ist für 2010 geplant.

Schade, dass moderne Vorschläge zur Regulierung, wie den hier skizzierten Ansatz, bisher keine Berücksichtigung finden. So wird die Bürokratie im Finanzgewerbe  wohl weitere Monster schaffen, das in ein paar Jahren durch die nächste Krise noch kompliziertere Regelungen hervorbringt.

Wenig überraschend: In den USA formiert sich derweil im Senat ernster Widerstand gegen die große Finanzmarktreform. Ein zähes Ringen um mehr Kontrolle auf den Finanzmärkten zeichnet sich ab. So stören sich Mitglieder des US-Kongress an der vorgesehenen Machtfülle der Notenbank Fed wie bei RMRG zu lesen ist.

Hier gibt es das Dokument zur Sitzung des EU-Rates.

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Obamas “Jahrhundert-Reform” der Finanzmärkte (Video, Dokumente und Berichte)

Barack Obama hat gestern “tiefgreifende Veränderung der Aufsichtsstruktur vorgelegt” (Handelsblatt) und damit Konsequenzen aus der anhaltenden Finanzkrise gezogen. Hier zunächst das Video zur vermeintlich größten Finanzreform in den USA seit 70 Jahren:

Die Rede zum Nachlesen gibt es hier. Die Details zum Plan können in diesem White Paper des US-Finanzministeriums in englischer Sprache nachgelesen werden. Ein Übersichtsseite mit weiteren Informationen gibt es hier vom Weißen Haus. Hier außerdem ein Interview mit CNBC vom 16.6. mit Barack Obama

Aus den Inhalten berichten Handelsblatt, Spiegel Online, FAZ, NZZ und:

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Bad Bank und toxische Wertpapiere im Bundestag: “Keine finanziellen Auswirkungen”

Der Bundestag hat sich gestern (hier zum vorläufigen Protokoll der Debatte) mit dem “Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung” (Drucksache 16/13156) befasst.  Beim Überfliegen des Protokolls kann ich keine besondere neue Position entdecken. Ich bleibe daher auch bei meiner in diesem Artikel dargelegten Auffassung, dass das deutsche Bad Bank Modell folgenlos bleiben wird und kaum eine Bank es nutzen wird. Daher ist die Aussage in der Bundestagsdrucksuche unter Buchstabe D. richtig: “Finanzielle Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte Keine.”

Wenn das Gesetz allerdings wirken soll, wie von den Verfassern beabsichtigt, ist das aus verschiedensten Gründen eine sehr blauäugige . . . → Read More: Bad Bank und toxische Wertpapiere im Bundestag: “Keine finanziellen Auswirkungen”

Die Blicke in die Wirtschaft am 14. Mai 2009

HB: Wann ist die Talfahrt endlich vorbei?

HB: Hoffnung lässt den Ölpreis klettern

HB: Steuerschätzer erwarten Ausfall von 320 Mrd.

FTD: EZB zündet Anleihenmarkt

FTD: Ende der Rezession in Sicht – Euphorie führt zu Dollar-Ausverkauf

Time: If Consumers Won’t Kick-Start the Economy, What Will?

HB: Britische Produktion bricht ein wie noch nie

CWD: A bearish view on Eastern Europe

ÖB: Inflation ist Diebstahl

Eifelphilosoph: DIE KRISE IST VORBEI! EHRLICH!!!

FTD: Chinas Krisenpolitik schlägt an

HB: Deutschlandfonds lockt die Firmen

Spon: Finanzierungsprobleme: Unternehmen leiden unter fehlenden Krediten

HB: Staatshilfen: Die Stunde der Desperados

HB: USA drängen auf Verstaatlichung von . . . → Read More: Die Blicke in die Wirtschaft am 14. Mai 2009

Presseschau: Die Blicke in die Wirtschaft am 27. März 2009

Der Blick auf ausgewählte nationale und internationale Wirtschaftsschlagzeilen aus Nachrichtenmedien und Blogs.

HB: US-Börsen schließen deutlich fester

Egghat: Der NASDAQ Index ist im Plus …

Time: Is the Economy Starting to Recover? Or Just Less Bad?

CWD: U.S. jobless claims of 652,000 show continued weakness

Alphaville: In better-than-expected GDP we trust

Spon: Kampfansage an das wilde Kapital

HB: Geithner plant Revolution an der Wall Street

Welt: Tim Geithner – Obamas einsamer Ausputzer

Alphaville: Geithner’s game plan

FTD: USA wollen neue Spielregeln für die Märkte

HB: EZB schwenkt auf Fed-Linie ein

Zeit: Der Dollar ist noch nicht tot

HB: „Finanzsystem-Reform ist der Schlüssel“

HB: KfW in tiefroten Zahlen

Weissgarnix: NRW-Bank – oder wie man über China in Bottrop förderte

Alphaville: CDS update: Indices flat as markets prove resilient Continue reading Presseschau: Die Blicke in die Wirtschaft am 27. März 2009

Studie zu Defiziten der Bankenaufsicht

Nach dem Kollaps der Finanzmärkte ist die Bankenaufsicht in die Kritik geraten. Das IW Köln hat zusammen mit den Professoren Thomas Hartmann-Wendels und Martin Hellwig im Auftrag des Finanzministeriums ein Gutachten erstellt, das die Stärken und Schwächen der Bankenaufsicht analysiert. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Bankenaufsicht in Deutschland und in anderen Ländern, dem durch Finanzinnovationen geprägten Umfeld der letzten Jahre nicht gewachsen ist.

Auf INSM ist weiter dazu zu lesen:

“Bei der schweren internationalen Bankenkrise hat auch die Bankenaufsicht versagt. Die staatlichen Aufseher haben die Risiken der Banken nicht erkannt. Wie dieser Fehler künftig vermieden werden . . . → Read More: Studie zu Defiziten der Bankenaufsicht

Presseschau: Die Blicke in die Wirtschaft am 25. Februar 2009

Der Blick auf ausgewählte nationale und internationale Wirtschaftsschlagzeilen aus Nachrichtenmedien und Blogs.

HB: Brüssel sucht nach Grenzen für die Risiken

NYT: Fed Chairman Says Recession Will Extend Through the Year

IW: Eine neue Weltwirtschaftskrise?

Spon: Finanzkrise: EU bastelt am Bad- Bank- Konzept

Time: Europe’s Twin Messages: Spend! Stop Spending!

NYT: Stress Test for Banks Exposes Rift on Wall St.

Börsennotizbuch: Wie der Rettungsplan der Titanic?

FAZ: Ein Frühwarnsystem für die Finanzmärkte

HB: Obama will Finanzsektor gesetzlich neu ordnen

Weissgarnix: Bill Gross in: “Oops, I did it again”

Alphaville: CDS report: European bank’s bulging balance sheets

Vox: Buying assets, recapitalising banks, and getting incentives right

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Der Blick Log ist ein privates Weblog mit Gedanken über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr. Beruflich berate ich für die Innovecs GmbH Banken und mittelständische Unternehmen (hier der aktuelle Flyer).

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