Warum die Blase platzen wird

by Dirk Elsner on 2. September 2014

Gastbeitrag von Andreas Langa*

Nun nicht jede Blase platzt zwangsläufig, z.B. die im Weltraum ja die nicht. Okay die Seifenblasen auf unserer Erde, ja die platzen alle irgendwann. Das hat mir der Schwerkraft zu tun: irgendwann setzt sich das Wasser in der Seifenblase ab und wird oben immer dünner bis sie schließlich platzt. Sogar Spekulationsblasen platzen, obwohl diese zumeist nicht aus Seife bestehen.

Inzwischen glaube ich, dass die gesamte Börse eine einzige riesige Blase ist. Weltweit gibt es militärische Konflikte, die immer mehr zu eskalieren scheinen, das Erdöl wird knapper, die Wirtschaft in China schwächelt, die Eurokrise ist nach wie vor allgegenwärtig, die USA sind vollkommen überschuldet und würden zusammenbrechen, sobald der US-Dollar nicht mehr die Weltleitwährung wäre, der Terrorismus hat mit der ISIS eine ganz neue Dimension erreicht, die Umwelt wird von Sekunde zu Sekunde stärker verschmutzt, die Wälder gehen weltweit zurück, in Lebensmitteln finden sich immer mehr Giftstoffe, wachsende politische Spannungen mit Russland, eine ausbreitende Epidemie in Westafrika (Pharmakonzerne könnten hier profitieren), das Wachstum vieler Schwellenländer kühlt ab und auch Nordkorea droht noch immer mit Krieg.

Jeder einzelne dieser Aspekte wäre ein Grund weshalb die Börse oder zumindest einzelne Unternehmen eigentlich fallen müssten, schließlich hat sich die Anzahl der globalen Krisen erhöht. Und doch ist der S&P 500 sowie der Dow Jones in Amerika auf Allzeithoch, auch der Dax hat ebenfalls vor kurzem sein Allzeithoch erreicht. Auch andere Börsen weltweit sind zumindest auf einem hohen Niveau.

Als ich damals begann die Börse intensiver zu betrachten wurden Kleinigkeiten, wie selbst die Vogelgrippe zum riesigen Elefanten gemacht. Alles verunsicherte die Börsen. Inzwischen scheint es als ob die letzte Finanzkrise vergessen wurde. Die Banken – besonders in den USA – machen wieder gewaltige Gewinne, als hätte es nie eine Krise gegeben und vergeben den billigen Zinsen sei Dank Geld an jeden der etwas benötigt.

Das billige Geld der Zentralbanken

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Gastbeitrag von Tim Ernsting*

Der Kapitalismus ist in unserer modernen Gesellschaft allgegenwertig. Sei es in der Familie, auf der Arbeit oder unter Freunden, überall kommt früher oder später die Frage nach dem Geld auf. Durch diese Allgegenwärtigkeit und für alle verständliche Gewissheit, kommt, in den meisten Fällen, die Frage nach der Realität von Geld viel zu kurz. Genau wie Gott und die Religionen entstammt das Gedankenkonstrukt “Geld” dem Wunsch des Menschen nach Sicherheit. Der Wert des Geldes, ob nun digital oder haptisch, besteht rein in dem Glauben, dass jemand anderes dies als ebenso wertvoll ansieht wie man selbst. Aufgrund dieser recht offensichtlichen Hinweise kam ich zu dem Schluss, dass das Geld und sein Verfechter der Kapitalismus als Religion gelten müssten. Also versuche ich nun die Religionsdefinition durch den Funktionalistischen Religionsbegriff darzulegen.

Der funktionalistische Religionsbegriff besagt, dass eine Religion für das Individuum und die Gesellschaft eine prägende Rolle spielt und diese mitgestaltet. Dies ist für das Konzept des Kapitalismus und der Finanzmärkte eindeutig gegeben. In unserer Gesellschaft dreht sich vieles, wenn nicht sogar alles, ums Geld. Kein Tag vergeht, an dem man nicht bangend auf den Kontostand oder in sein Portemonnaie starrt und hofft, dass doch noch irgendwo etwas versteckt ist. Jeder versucht möglichst viel zu verdienen da eine gefüllte Brieftasche ein besseres Leben verspricht. Die Religionswissenschaftlerin Emile Durkheim definiert Religion als solidarisches System von Überzeugungen und Praktiken, die sich auf heilige Überzeugungen und Praktiken beziehen, die in einer moralischen Gemeinschaft, die Kirche genannt wird, alle Personen vereint, die ihr angehören. Auch dies trifft auf die Finanzmärkte zu, da diese, ebenso wie etablierte Religionen, ihre festen Praktiken und Regeln haben, die vom Klerus, den Banken, vorgegeben und von der Gemeinschaft des Wirtschaftssystems zu einer Einheit zusammen geschweißt werden. [klicken zum Weiterlesen …]

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Überall stolpert man derzeit über die Samwer-Brüder und ihr Unternehmen Rocket-Internet. Das sicher von PR-Profis inszenierte Storytelling läuft auf Hochtouren, vielleicht oder wahrscheinlich um das Interesse an den Börsengängen von Zalando und Rocket-Internet hochzuhalten. Aktuell befeuern Medien unter Berufung auf  “Insider” täglich die Gerüchte um die Börsen-Listings der beiden Unternehmen nebst Kapitalerhöhung.

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Der Tenor der Beiträge wiederholt sich und lässt sich mit folgenden Stichworten zusammenfassen:

  • größter deutscher Inkubator
  • herrischer Führungsstil
  • zweifelhafte Geschäftsmethoden oder clevere Verhandler
  • geschickte Umsetzer
  • Copycats

Mir ist aber zum Beispiel schleierhaft, warum man sich seitenlang mit den Beispielen des Führungsstils befasst. Über das z.B. in einem ausführlichen Artikel des Handelsblattes beschriebene Führungsverhalten, mag sich manch einer aufregen. Die meisten werden darin aber ein Verhalten erkennen, dass sie mindestens von einem ihrer Chefs in der eigenen Berufslaufbahn ebenfalls erfahren haben. Ähnliche Geschichten gibt es ganz sicher aus allen Unternehmen zu berichten. Aber anscheinend ist es hier nicht so spannend.

Harte Geschäftemacher findet man überall

Ein anderer Grundtenor scheint zu sein, die Samwers verhalten sich nicht gerade zimperlich im Umgang mit ihren Geschäftspartnern um. “Ethisch und moralisch gehen die Zalando-Macher an die Grenzen,” schrieb das Handelsblatt. Was soll man daraus ableiten? Es sieht freilich nicht so aus, als werde von Rocket jemand mit illegalen Methoden über den Tisch gezogen. Harte Verhandlungen sind im Großen und Kleinen üblich, egal ob man mit einem Finanzinvestor über den Kauf eines Unternehmens, mit einem Freelancer über den Tagessatz für Projekte verhandelt oder den Schlüsseldienst beauftragt, der am Wochenende horrende Gebühren nimmt für das Öffnen einer Autotür. Die jeweils andere Seite sucht ihre Vorteile. Und wenn die andere Seite, eine Schwäche entdeckt, dann wird diese oft genug (manchmal auch aus-)genutzt.

Sorry, aber ich frage mich, warum man das bei den Samwers stets so auswalzt, während man das sonst akzeptiert oder besser ignoriert. Anschauungsmaterial liefern dazu derzeit jeden Dienstag auf Vox in der Sendung “Die Höhle der Löwen” die fünf Investoren. Mal abgesehen davon, dass die Dialoge merkwürdig geschnitten und viele Begründungen für Absagen schlicht oberflächlich sind, halte ich den Grundtenor für sehr realistisch, jedenfalls entspricht er meinem Erfahrungshorizont. Die Investoren verhalten sich hier nicht als die vom Sender inszenierten “Gutmenschen”, die Gründern einen Gefallen tun wollen, sondern als sehr in der Realität stehende Geschäftsleute. So funktioniert die Wirtschaftspraxis, auch wenn viele gern eine andere Seite sehen würden. Und auch die Spieltheorie und die Evolutionsbiologie zeigen, dass ein durchgängig kooperatives und gutmütiges Verhalten, den eigenen Untergang eher beschleunigt. Etwas Härte und die Durchsetzung eigener Interesse gehören (wie übrigens auch die Kooperation) zu unseren biologischen Programmen.

Wer wirft Apple Copycat-Methoden vor?

Den Copycat-Vorwurf finde ich übrigens mittlerweile abgestanden und langweilig, denn dieser reine Neidvorwurf lässt sich auf 99,9% aller Unternehmensgründungen anwenden. Ich kann den ökonomischen Sinn eines solchen Vorwurfs nicht erkennen. Ich glaube eher, hier haben die Samwers ein Imageproblem, weil sie zu wenig kommunizieren. Ich habe nicht einmal den Vorwurf gehört, dass Apple mit dem iPad die viel früher auf dem Markt befindlichen Tablets von Microsoft kopiert hat. Im Gegenteil Apple wird weiter unkritisch bewundert und geliebt. Und btw, wer die Isaacsons herausragende Biografie über Steve Jobs gelesen und daraus über seinen Umgang mit Mitarbeitern und Geschäftspartner erfahren hat, der muss die Samwer-Brüder eigentlich für Chorknaben halten.

In vielen Äußerungen über die Samwers und Rocket Internet spürt man einen unterschwelligen Neidfaktor über das Vermögen, was die drei Brüder sich mit vergleichsweise unspektakulären Produkten erwirtschaftet haben. Manchmal klingt das so, als würden die Neider denken, sie hätten das auch mit diesen Methoden gekonnt. Nein! Sie hätten das nicht gekonnt, sonst hätten sie es ja gemacht und nicht die Samwers.

Pflegen die Samwers absichtlich ihr krudes Image?

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Plusminus: Die Google Republik

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Die Nachricht erreichte mich gerade aus dem Nichts und richtig überraschend, und sie freut mich natürlich. Das Blick Log belegt den ersten Platz in dem neuen Ranking der meinungsführenden Wirtschaftsblogger in Deutschland.  Erstellt wird das Ranking von der aserto GmbH, die mit aserto wise die deutsche Bloggosphäre beobachtet. Das aktuelle Ranking findet sich auf dieser […]

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@blicklog Wochenende 30./31.8.2014 Wirtschaft, Finanzen + mehr

30.08.2014

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Die Anstalt: Unabhängiger Journalismus

30.08.2014
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Mein Gastbeitrag für den GFT-Blog Für Unternehmen ist es nicht einfach, ihre Investitionen über Kredite von Banken zu finanzieren. Es gibt allerdings Alternativen: Ein Kredit im Nichtbankensektor. Bei anderen Unternehmen oder direkt bei den Kreditgebern. Diese Peer-to-Peer-Finanzierungen werden über Crowdfunding-Plattformen im Web abgewickelt – mit wachsendem Erfolg. Ein Blick auf ein neues Phänomen. Die Unternehmensfinanzierung […]

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Indexfonds sind nicht trivial – Teil 2

28.08.2014

Fortsetzung des Beitrags vom 26. August 2014 Modethemen gibt es auch bei Indexfonds Davor, bei Anlagentscheidungen auf Modethemen hereinzufallen, ist man auch mit Indexfonds nicht geschützt. Viele Indexfondsanbieter bieten im Rahmen einer weitergehenden Differenzierung ihrer Produktpalette auch immer mehr Themenfonds an, die bestimmte Segmente eines Marktes abbilden. Hierbei gibt es durchaus sinnvolle Konstruktionen, wie z. […]

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@blicklog 28./29.8.2014 Wirtschaft, Finanzen + mehr

28.08.2014

Digitale Finance Digitale Wirtschaft Banken und Finanzmärkte Ökonomie und Gesellschaft Management und Praxis Rechts- und Streitfälle [View the story "@blicklog 28./29.8.2014 Wirtschaft, Finanzen + mehr" on Storify]

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Austausch mit Kunden: Die neue Bank-Innovationsplattform

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@blicklog 27.8.2014 Wirtschaft, Finanzen + mehr

27.08.2014

Digitale Finance Digitale Wirtschaft Banken und Finanzmärkte Management und Praxis Rechts- und Streitfälle Und sonst noch [View the story "@blicklog 27.8.2014 Wirtschaft, Finanzen + mehr" on Storify]

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Indexfonds sind nicht trivial – Teil 1

26.08.2014

Es gibt kaum einen klareren Trend an den internationalen Kapitalmärkten als das Vordringen von Indexfonds zulasten anderer Finanzprodukte. Ein Schlaglicht auf diese Entwicklung zeigten die US-Absatzzahlen für Investmentfonds bei den Branchengrößen im ersten Halbjahr. Während Fidelity als internationaler Marktführer bei aktiv gemanagten Fonds Abflüsse von insgesamt 3,5 Mrd. US$ verkraften musste, legte Vanguard als der […]

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