Fortsetzung von Teil 3

Auswirkungen auf Finanzinstitute

Die beiden vorgestellten innovativen Finanzierungsmöglichkeiten erobern zunehmend mehr Markt­anteile. Für Kreditinstitute ergeben sich aus diesen Veränderungen sowohl Risiken als auch Chan­cen. Diese werden im Folgenden identifiziert und anschließend analysiert.

Risiken durch Next Credit

Die zukünftig stärkere Regulierung der traditionellen Finanzdienstleistungsbranche hat tendenziell positiv Auswirkungen auf Online-Kreditplattformen. Strengere aufsichtsrechtliche Vorschriften für Kreditinstitute, wie z.B. bei Basel III, fordern erhöhte Eigenkapitalunterlegungen vor allem für risiko­behaftete Darlehen. Dies kann Banken dazu bewegen, die Zinsen für Kredite zu erhöhen. Mit einer daraus resultierenden Abwanderung von potentiellen Kreditnehmern zu innovativen Finanziers soll­te gerechnet werden. Außerdem steigen durch den erhöhten Anleger- und Kundenschutz die Kos­ten. Um die zusätzlichen Aufwendungen egalisieren zu können, müssen diese auf andere Berei­che bzw. Produkte umgelegt werden. Dies könnte auch auf Finanzierungen Auswirkungen haben.

Seit der Finanzmarktkrise 2007 ist ein Rückgang des Vertrauensverhältnisses gegenüber Banken zu erkennen. Aktuelle Vorkommnisse, wie z.B. der LIBOR-Skandal, führen zu negativen Schlagzeilen über den traditionellen Finanzdienstleistungssektor in der Presse. Durch diese Entwicklungen erlei­den Kreditinstitute einen starken Imageverlust. Das Misstrauen von einigen Kunden gegenüber Bankprodukten ist mittlerweile gewachsen. Zum Teil besteht sogar mehr Vertrauen in die Angebote auf Internetkredit-Plattformen. Diese Entwicklungen können auch dazu führen, dass stärker regu­lierte Online-Kreditmarktplätze den traditionellen Banken gefährlich werden können. Die Online- Kreditplattformen haben in den letzten Jahren ihre Produktbandbreite erweitern können. Mittlerwei­le werden nicht kleinere Kreditsummen finanziert, sondern auch Projekte mit Finanzierungsvolumen im Millionenbereich. Früher war es ausschließlich für Kreditinstitute möglich, solch eine Bandbreite anzubieten. Projektfinanzierungen und Kreditlinien ganzer Unternehmen werden heutzutage über die Plattformen finanziert. Bezeichnend für die Risiken, die Online-Kreditmarktplätze für Banken darstellen, zeigt sich die Umfrage der Steria Mummet Consulting. Jedes dritte Kreditinstitut sieht im Jahr 2011 in innovativen Online-Finanzierungsmöglichkeiten eine ernst zu nehmende Konkurrenz. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von mehr als 100%.

Chancen durch die Implementierung von Next Credit

Eine Chance für traditionelle Banken besteht darin, sich für die neuen Finanzierungsalternativen zu öffnen. Durch das negative Image, welches in den letzten Jahren entstanden ist, haben die Kreditin­stitute für Unmut bei ihren Kunden gesorgt. Dieser führte dazu, dass diese auf innovative Finanzie­rungsmöglichkeiten aufmerksam wurden. Nachfolgend werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Ban­ken positiven Nutzen aus Crowdfunding- und P2P-Plattformen ziehen und die innovativen Ge­schäftsmodelle in die bestehenden Systeme implementieren können.

Crowdfunding

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Gastbeitrag von Spiros Margaris*

Das von mir entwickelte innovative „Hedgefonds Win-Win-Gebührenmodell“ (Hedge Fund Win-Win Fee Model) geht einen neuen Weg, einen Weg, der für Kunden Sinn macht, verständlich ist und eine ausgeglichenere Win-Win-Situation für Fonds und Investoren schafft.

Es handelt sich hierbei nicht um ein Zertifikat, sondern um ein innovatives, vereinfachtes, unkompliziertes und intuitives Gebührenmodell.

Damit zielt das neue Modell auf eine Generalüberholung der Gebührenmodell-Politik der Hedgefonds-Industrie ab.

Die Gebühren der Hedgefonds (Hedge Funds) und Dach-Hedgefonds (Fund of Funds) werden in der Regel als zu hoch empfunden und werden deshalb auch immer mehr von Investoren hinterfragt.

Die meisten Hedgefonds verlangen eine Managementgebühr (Management Fees) von 1-2 Prozent und zusätzlich kommt dazu eine Gewinnbeteiligung (Performance Fees) von 20 Prozent. Bei Dach-Hedgefonds kommen noch zusätzliche Gebühren zu denjenigen hinzu, die der üblichen 2/20-Gebührenstruktur entsprechen.

In neuester Zeit hat sich ein Trend abgezeichnet, dass einige Fonds-Manager tiefere Gebühren verlangen, aber meistens nur dann, wenn sich der Investor für eine längere Investitionsperiode (Lockup Period) verpflichtet.

Die Hedgefonds-Industrie gibt sich bis jetzt aber sehr zögerlich, den Kunden wirklich innovative Gebührenmodelle anzubieten.

In der Regel neigen nur schwache oder neue Fonds-Manager zu reduzierten Gebührenmodellen, die von der 2/20-Gebührenstruktur abweichen. Das Win-Win-Modell sollte aber auch für etablierte Fonds attraktiv sein, da es bei Erfüllung einer positiven Rendite über die Investitionsperiode keine Minderung der üblichen Gebührenstruktur bewirkt.

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Fortsetzung von Teil 2:

Von Julia Semle und Jan Ackermann*

 

Begriffseinordnung und Historie

Der Peer to Peer Markt (engl. peer = Gleichgestellte(r)) teilt sich nach Moenninghoff/Wieandt in die fünf folgenden Bereiche auf:

  • Peer to Peer – Equity Investing,
  • Peer to Peer – Foreign Exchange,
  • Peer-based Investing,
  • Peer to Peer – Foreign Exchange Hedging,
  • Peer to Peer – Lending.

Beim Peer to Peer – Equity Investing wird Eigenkapital von Investoren direkt für Startups und klein- und mittelständische Unternehmen bereitgestellt. Über Peer to Peer – Foreign Exchange treten Un­ternehmen und Privatpersonen online in Kontakt, um ausländische Zahlungsmittel direkt auszutau­schen. Das Peer-based Investing unterstützt Mitglieder dieser Plattform bei der Nachbildung von Investitions- und Handelsentscheidungen anderer Peer-Netzwerkteilnehmer. Beim Peer to Peer – Foreign Exchange Hedging sichern sich Unternehmen, die direkt Fremdwährungsfutures eingehen, gegen Währungsrisiken ab. Über Peer to Peer – Lending werden Darlehen direkt vom Geldgeber für private Kreditnehmer oder klein- und mittelständische Unternehmen bereitgestellt. Im Folgenden der Untersuchung wird ausschließlich der Bereich des Peer to Peer – Lending (P2P) fokussiert, da nur dieses Teilgebiet sich mit Finanzierungsaspekten aus Sicht des Kreditnehmers befasst.

P2P führt über das Web 2.0 zwei Parteien zusammen. Einerseits die Geldgeber und andererseits die potentiellen Kreditnehmer, die kleine Kreditbeträge benötigen, diese aber nicht von traditionellen Kreditgebern, wie z.B. Banken oder Förderinstituten, bekommen. Auf diesen Online-Marktplätzen ist somit ein Abgleich von den Interessen privater Anleger mit den Interessen privater Abnehmer als auch mit den Interessen von Freiberuflern, Selbständigen und Startups möglich. Kreditnehmer können sich hierüber Geld zu individuellen Konditionen leihen und bezahlen darüber hinaus eine Gebühr an die P2P-Plattform (ist in der Regel vom Kreditvolumen abhängig). Allerdings wird auch auf solchen Plattformen eine gewisse Bonität vorausgesetzt. Anleger und Kreditnehmer einigen sich nicht ausschließlich über die Konditionen, sondern auch über den Kreditbetrag und die Laufzeit des Darlehens. Der Kreditvergabeprozess ähnelt einer Auktion. Ist die gewünschte Summe er­reicht, wird die Kreditanfrage geschlossen und der Kredit ausbezahlt. Alle solche Online- Marktplätze haben die Gemeinsamkeit, dass kein Kreditinstitut als Finanzintermediär, das heißt als Zwischenvermittler zwischen Geldgeber und Kreditnehmer, bei der Kreditvergabe zwischengeschal­tet ist.

Das erste Unternehmen weltweit, das über eine Online-Plattform P2P-Kredite vermittelte, heißt Zopa und stammt aus dem Vereinigten Königreich. Im Jahr 2005 schaltete das Unternehmen die P1P-Plattform im Internet frei. Bereits ein Jahr später wurde in Amerika ebenfalls ein Unterneh­men (Prosper) gegründet, das solch eine Online-Plattform als Marktplatz für P2P-Kredite anbietet. Das Interesse war damals allerdings noch verhalten. Dies hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt geän­dert: das 2007 gegründete Unternehmen Lending Club bereitet seit dem Jahr 2013 den Börsengang vor. In Deutschland startete ebenfalls im Jahr 1007 eine P1P-Plattform: das Unternehmen Smava. Im selben Jahr im März wurde in Deutschland ein zweites Unternehmen namens Auxmo- ney gegründet, das einen Online-Marktplatz für P2P-Kredite anbietet.

Marktsituation

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Als ich am Freitagabend mit der Bahn nach Hause fuhr, las ich auf der Webseite der Wirtschaftswoche einen Bericht über die erste Beratung des Kleinanlegerschutzgesetzes im Bundestag. Marthin Gerth schrieb darin u.a. den Satz, der mich aufzucken ließ:

“Positiv ist, dass die Finanzaufsicht BaFin künftig nicht nur die Formalien von Anlageprospekten prüfen soll, sondern auch ob das Geschäftsmodell langfristig tragfähig ist.”

Ich hatte mich zwar in verschiedenen Zusammenhängen mit dem Kleinanlegerschutzgesetz befasst (und befassen müssen), diese Interpretation war aber für mich neu. Und ich weiß nicht, was daran bitte positiv sein soll.

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Hält nichts von Vorschriften: Walter White

In Deutschland hält sich hartnäckig der Mythos von der risikofreien Kapitalanlage. Der Staat kommt nicht aus der Elternrolle. Daher ist der private Anleger vor riskanten Finanzprodukten zu schützen. Jede große Pleite wird Drama interpretiert und als vermeidbar angesehen, wenn nur der Staat vorher richtig drauf geschaut hätte.

Schon jetzt ist die Bürokratie für die Finanzierung von Unternehmen über Banken und Finanzplätze aberwitzig. Wer heute für eine Finanzierung einen Verkaufsprospekt erstellen muss, der hat zahlreiche Hürden zu nehmen. Für große Unternehmen und Banken ist das kein Problem. Die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten marginalisieren sich mit Höhe der Finanzierung. Für kleiner oder mittlere Unternehmen werden diese Kosten aber zu einem Hindernis, das die Unternehmensfinanzierung erheblich verteuert und damit ver- und behindert.

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Aus der Ankündigung auf YouTube

“Die Bank 2.0 steht in den Startlöchern. Finanzdienstleister präsentieren neue Apps für bargeldlosen Zahlungsverkehr. Große Banken starten Inkubationsprogramme und holen sich Innovationen ins Haus. Die FinTech-Szene in Deutschland steht vor einem Umbruch. Wir möchten über die Möglichkeiten für Startups sprechen und euch erfolgsversprechende Startups präsentieren. Zudem werden Vertreter traditioneller Banken ihre Sichtweise auf die Entwicklungen der FinTech-Szene erläutern.

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@blicklog Wochenende 28.2. – 1.3.2015 Wirtschaft, Finanzen + mehr

28.02.2015

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extra 3: Karneval in Griechenland

28.02.2015
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@blicklog 25. – 27.2.2015 Wirtschaft, Finanzen und mehr

26.02.2015

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Simple, smart, sexy: Welches Potenzial haben innovative Finanzierungsformen? (Teil 2): Crowdfunding

26.02.2015

Fortsetzung von Teil 1: Von Julia Semle und Jan Ackermann* Marktsituation Finanzierungen durch Crowdfunding wuchsen in den vergangenen Jahren stetig. Nicht nur im Be­reich der Projektfinanzierungen nahm das Interesse für Finanzierungen zu. Immer mehr Unterneh­mer sehen in Crowdfunding eine interessante Finanzierungsform für ihre Gründungsfinanzierung. Wachstum des weltweiten Crowdfunding-Volumens Wie in Abbildung 1 dargestellt, ist sehr […]

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Lesehinweis: Banken lassen sich mit “digitalen Störern” ein

25.02.2015

An der Zukunft des Bankings wird an verschiedensten Stellen innerhalb und außerhalb der traditionellen Finanzbranche gearbeitet. Dazu werden immer wieder Beiträge mit Überschriften verfasst, die einen Kampf zwischen alter und neuer Finanzwelt heraufbeschwören. So schrieb jüngst der US-Blog Business Insider:  Tech investors have gone to war against banks. Tatsächlich kann ich aber eine verbreitete Festungsmentalität […]

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@blicklog 24.2.2015 Wirtschaft, Finanzen und mehr

24.02.2015

Digital Finance Digitale Wirtschaft Banken und Finanzmärkte Ökonomie, Politik und Gesellschaft Griechenland Management und Praxis Blickrand Satire

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Simple, smart, sexy: Welches Potenzial haben innovative Finanzierungsformen? (Teil 1)

24.02.2015

Von Julia Semle und Jan Ackermann* Zielsetzung Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise müssen sich Kreditinstitute zahlreichen neuen Herausforde­rungen, z. B. aufgrund verschärfter regulatorischer Rahmenbedingungen stellen. Diese neuen Rege­lungen, insbesondere im Kontext von Basel III, tragen teilweise auch dazu bei, dass Banken bei Fi­nanzierungen vorsichtiger agieren. Sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen, die von Kreditinstituten […]

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@blicklog 23.2.2015 Wirtschaft, Finanzen und mehr

23.02.2015

Digital Finance Digitale Wirtschaft Banken und Finanzmärkte Ökonomie, Politik und Gesellschaft Management und Praxis Blickrand Oscar Nacht 2015

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Neoklassik und “Homo Oeconomicus” (Teil 3): Ausgewählte Kritikpunkte

23.02.2015

Nachdem ich in Teil 1 die Reihe eröffnet und in Teil 2 den “Homo Oeconomicus” vorgestellt habe, folgen hier heute einige ausgewählte Kritikpunkte, die mir besonders aufgefallen sind[1]. Rost angesetzt, wie der “Homo Oeconomicus” Die neoklassischen Ansätze stützen sich auf die Annahme, dass sich selbst überlassene Märkte prinzipiell zu einem Marktgleichgewicht tendieren. Verteilungsprobleme ließen sich […]

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@blicklog Wochenende 21.2. – 22.2.2015 Wirtschaft, Finanzen + mehr mit

22.02.2015

Digital Finance Bitcoin, Blockchain und Kryptowährungen Digitale Wirtschaft Banken und Finanzmärkte Griechenland Ökonomie, Politik und Gesellschaft Management und Praxis Blickrand Oscar-Verleihung

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