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Ich bin etwas in Rückstand geraten, hier in meinem Blog auf meine eigenen Kolumnen für andere Medien hinzuweisen. Die letzte Kolumne für Capital steht freilich nicht unter Aktualitätsdruck. In “Crowdinvesting vor der Bewährungsprobe setze ich meine Betrachtungen aus den letzten Jahren fort. Diesmal schaue ich etwas genauer auf die Risiken für die Anleger und wie Plattformen und sich finanzierenden Unternehmen mit den Informationsbedürfnissen der Kunden umgehen. Zur Erklärung bzw. Definition von Crowdinvesting siehe “Crowdsourcing und meine Definition des Crowdfundings”.

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Weil wir uns in der Beratungspraxis für Banken auch mit der Anlegerschutzrichtlinie MiFID II befassen, fallen mir die Unterschiede zum herkömmlichen Anlagegeschäft von Banken ganz besonders auf, insbesondere vor dem Hintergrund der sogenannten Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung. Aber keine Angst, ich führe in der Kolumne nicht in die im vergangenen Jahr in Kraft getretene Richtlinie für Finanzmarktinstrumente ein und rufe auch nicht auf, Crowdinvesting unter das MiFID-Regime zu stellen. Das wäre noch verheerend.

Dennoch, die Diskussionen auch der Interessensvertreter der Crowdinvestingplattformen zum weiterhin sehr unglücklichen Entwurf des Anlegerschutzgesetzes zeigen, wie schnell zumindest Teile der heftigen  Finanzmarktregulierung schnell auf FinTechs ausgeweitet werden können, wenn sich die Informationsqualität nicht verbessert.  Es geht dabei nicht darum, dass Crowdinvestings keine Risiken haben dürfen, sondern darum, dass auf die Risiken angemessen hingewiesen werden sollte. Hier haben Plattformen die Möglichkeit, sich mit Qualität von anderen Anbietern abzusetzen. Qualität heißt dabei, dass Investoren die Risiken auf Basis der bereit gestellten Informationen möglichst klar selbst einschätzen können.

Was das konkret bedeutet, lasse ich aus Platzgründen sowohl in der Kolumne als auch in dieser Ankündigung weg, denn man kann lange darüber philosophieren, was eine angemessene Risikoinformation ist. Ein Hinweis im Kleingedruckten auf einen möglichen Totalverlust jedenfalls meine ich nicht damit. Der mag zwar rechtlich angemessen sein, ökonomisch ist ein solcher Hinweis aber vollkommen wertlos, weil er inhaltsleer ist. Und ernst genommen wird man damit von Investmentprofis auch nicht.

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Das Ergebnis der der Deutschen Bank zum vierten Quartal ist besser ausgefallen als von Analysten erwartet. Gute Fortschritte sind dem Institut beim Kapitalaufbau und dem Verschuldungsgrad gelungen. Während sich die Kapitalquote (CET1) zum Quartalsende unter voller Anwendung der Basel 3 Regelungen gegenüber dem Vorjahr um 20 bp auf 11,7% verbesserte, stieg das Leverage Ratio (LR) von 3,2% auf 3,5%. Im Vergleich zum US-Konkurrenten J.P. Morgan schneidet die Deutsche Bank zwar bei der Kapitalquote besser ab – die US-Bank kam zuletzt auf eine CET1-Quote von 10,1% – bei der aussagefähigeren und nicht manipulierbaren LR jedoch kam JPM auf der Holding-Ebene auf 5,6% und damit über den von den US-Aufsichtsbehörden geforderten 5%.

Auch Goldman Sachs erreichte im Q4 erstmals eine Supplementary Leverage Ratio von 5%. Fortschritte sind der Deutschen Bank auch beim Abbau der Risk Weighted Assets (RWA) gelungen, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 401,5 Mrd. auf 394 Mrd. Euro gesunken sind. Ausblickend ist davon auszugehen, dass das Institut vor dem Hintergrund der weiter steigenden regulatorischen Anforderungen ihre Kapitalbasis wird weiter stärken müssen, nicht zuletzt deshalb, weil das Institut zu den global systemrelevanten Instituten zählt (s. TLAC-Puffer). Deutlich verbessern muss das Institut vor allem die Profitabilität. Zwar konnte der Vorsteuergewinn im vierten Quartal auf 300 Mio. Euro (Q4 2013: -1,8 Mrd. Euro) und im Gesamtjahr 2014 auf 3,2 Mrd. Euro gesteigert werden (2013: 1,4 Mrd. Euro).

Unterm Strich blieb dennoch eine Eigenkapitalquote (RoE) von lediglich 2,7% übrig – und damit weit entfernt von der anvisierten Rendite von 12%. Im Vergleich dazu generierten US-Peers wie J.P. Morgan und Goldman Sachs im abgelaufenen Jahr RoE`s von 10,0 % bzw. 11,2%. Selbst die höheren Renditezahlen der US-Wettbewerber verdeutlichen, dass die Banken von den Renditekennziffern vor der Finanzkrise noch weit entfernt sind und angesichts steigender Eigenkapitalanforderungen wohl so schnell nicht mehr erreicht werden. Zu bemängeln ist ferner die unzulängliche Kosteneffizienz der Bank. Zum Ende des vierten Quartals belief sich die Cost-Income-Ratio bei 92% (auf bereinigter Basis bei 77%).

Festzuhalten ist, dass das besser als erwartete Q4-Ergebnis (wiederum) zum großen Teil der Investmentbanking-Disvision (CB&S) zu verdanken ist. Mit 516 Mio. Euro lag der Vorsteuergewinn nicht nur deutlich über dem Vor-, sondern auch über dem Vorjahresquartal bei 374 Mio. bzw. 132 Mio. Euro. Positiv dazu beigetragen haben das Anleihe- und Aktiengeschäft sowie die erhöhten Erträge im Bereich Advisory. Während die Erträge im Teil-Segment Sales & Trading Debt auf Vorjahreshöhe lagen (und damit deutlich besser als einzelne der US-Peers), konnten die Einnahmen im Aktiengeschäft im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden. Diese Zahlen belegen, dass die Bank von dem Teilrückzug aus dem FICC-Segment einzelner Wettbewerber wie UBS und Barclays profitiert haben. Im abgelaufenen Jahr konnte die Bank neben Morgan Stanley den größten Anstieg bei den Investmentbanking-Fees (unter die Top 10-Banken) verbuchen und dadurch den sechsten Platz im globalen Investmentbanking untermauern (Quelle: Thomsen Reuters). Einhergehend mit den US-Investmentbanken konnte die Deutsche Bank auch im M&A-Geschäft (188 Mio. vs 140 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen, während die Erträge im Emissionsgeschäft ungefähr auf Vorjahresniveau lagen.

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Gastbeitrag von Stephan Hess und Hendrik Kuhr*

Fortsetzung von Teil 2

Chancen und Risiken für Banken

In diesem Kapitel soll noch einmal dezidiert auf die Chancen und Risiken eingegangen werden, die mit den Entwicklungen im Mobile sowie im Web Payment einhergehen. Wo liegen die Potentiale und in welchen Bereichen könnten Kreditinstitute in den nächsten Jahren ins Hintertreffen geraten, wenn keine adäquate strategische Ausrichtung in diesem Geschäftsfeld stattfindet?

Implementierung von Mobile Payment – Vier Strategiemodelle

Kreditinstitute müssen sich die Frage stellen, wie sie als Teil eines Business-Ökosystems des Mobi­le Payment, bestehen wollen und welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um ihre vorherrschende Position im Zahlungsverkehr nicht zu verlieren. Grundsätzlich haben sich bis dato vier mögliche Strategiemodelle entwickelt, wie Mobile Payment implementiert werden könnte. Ausführlicher soll in diesem Kapitel das bankzentrierte Modell mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen erörtert werden. Um ein vollständiges Bild zu zeichnen, werden die anderen Strategiemodelle in der Folge ebenfalls kurz angesprochen.

Bankzentriertes Strategiemodell

Viele würden vermuten, dass Banken, alleine auf Grund der Kompetenz im Zahlungsverkehr, im Rahmen des Mobile Payment eine herausragende Rolle spielen müssen. Diese Vermutung ist durchaus richtig, da die Banken in diesem wachsenden Marktfeld eine exponierte Stellung einnehmen, auch wenn sie nicht der Innovationstreiber der Branche sind. Von Vorteil für Kreditinstitute ist die Tatsache, dass Kunden die Banken als die Kompetenzträger schlechthin in Sachen Zahlungsverkehr ansehen. Hinzukommt der große Stamm an Privat- und Firmenkunden, mit denen meist langjährige und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen bestehen und auf den die Institute zurückgreifen kön­nen. So besteht immer die Möglichkeit neue Services und Produkte auf einer breiten Basis einzufüh­ren.

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  1. Digital Finance

  2. Digitale Wirtschaft

  3. Banken und Finanzmärkte

  4. Ökonomie, Politik und Gesellschaft

  5. Management und Praxis

  6. Blickrand

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Ein bizarrer Wettbewerb

28.01.2015

Wer erzählt den größeren Unfug? Die EZB oder ihre Kritiker? Im Nachgang der jüngsten Zinsentscheidung von Donnerstag ist dies schwer zu ermitteln, wenn man sich die Argumente im Einzelnen anschaut: 1) Die Begründungen des quantitativen Easing: a) Die Inflation ist zu niedrig. Die Inflation in den wirtschaftlich starken Ländern der Eurozone derzeit vor allem deshalb […]

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@blicklog 28.1.2015 Wirtschaft, Finanzen und mehr

28.01.2015

Digital Finance Digitale Wirtschaft Banken und Finanzmärkte Ökonomie, Politik und Gesellschaft Management und Praxis Blickrand

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WEB/MOBILE PAYMENT SOLUTIONS – BEDROHUNG ODER CHANCE FÜR BANKEN? (Teil 2)

27.01.2015

Gastbeitrag von Stephan Hess und Hendrik Kuhr * Fortsetzung von Teil 1 Vergleich von Internetzahlungssystemen und aktuelle Entwicklungen Die stetige Verbreitung und die damit steigende Zugänglichkeit neuer Informations- und Kommuni­kationstechnologien, mit besonderem Fokus auf das Internet, ist eine der entscheidenden Determi­nanten in Bezug auf die starke Veränderung innerhalb der aktuellen Geschäftswelt. Hierbei lässt sich explizit […]

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@blicklog 27.1.2015 Wirtschaft, Finanzen und mehr

27.01.2015

Digital Finance Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Banken und Finanzmärkte Banken und Finanzmärkte Management und Praxis Streit- und Rechtsfälle Blickrand

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Warum das Liquiditätskraftwerk der EZB nicht die Realwirtschaft antreibt

26.01.2015

Am vergangenen Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihr lang erwartetes Programm zum Ankauf von Vermögenswerten angekündigt. Die Finanzmärkte drehten euphorisch durch, weil das geplante Volumen der Operation in Höhe von über 1,1 Billionen Euro die ohnehin hohen Erwartungen deutlich übertrifft. Warten auf den Geldregen? Die EZB dehnt dazu die Ankäufe von Anleihen aus, die […]

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@blicklog 26.1.2015 Wirtschaft, Finanzen und mehr

26.01.2015

Digital Finance Bitcoin und Blockchain Digitale Wirtschaft Eurokrise und Wahl in Griechenland Banken und Finanzmärkte Ökonomie, Politik und Gesellschaft Management und Praxis

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World Economic Forum: Strategic Shifts in Finance

25.01.2015
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@blicklog Wochenende 24./25.1.2015 Wirtschaft, Finanzen + mehr mit Schwerpunkt "Digital"

24.01.2015

Digital Finance Bitcoin und Blockchain Digitale Wirtschaft Banken und Finanzmärkte Ökonomie, Politik und Gesellschaft Management und Praxis Streit- und Rechtsfälle Blickrand Satire

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Die Anstalt: Steueroasen | Starbucks | Apple | Amazon | TTIP

24.01.2015
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Web/Mobile Payment Solutions: Bedrohung oder Chance für Banken? (Teil 1)

23.01.2015

Gastbeitrag von Stephan Hess und Hendrik Kuhr * Einleitung Problemstellung und Zielsetzung Kreditinstitute als zentrale Intermediäre auf dem Finanzmarkt sehen sich in den letzten Jahren betändig zunehmenden Herausforderungen und Belastungen ausgesetzt. Zum einen müssen Banken den im Zuge der Finanz- und Staatsschuldenkrise verschärften regulatorischen Auflagen gerecht werden und zum anderen werden sie mit einem immer […]

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