Das Bundesverfassungsgericht hat heute die Entscheidung zur Hartz IV-Gesetzgebung bekannt gegeben (Vorbericht im Spiegelfechter). Die Hartz-IV-Sätze sind danach verfassungswidrig. In dem Urteil verlangt das Gericht die gesetzliche Neuregelung bis zum 1. Januar 2011. Der Blick Log dokumentiert das Urteil und übernimmt zunächst die von der Pressestelle des Gerichts veröffentlichte Mitteilung. Der Volltext der Urteile wird in der Regel zu einem späteren Zeitpunkt über diese Seite nachgereicht.
1. Das Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom
24. Dezember 2003 (sog. „Hartz IV-Gesetz“) führte mit Wirkung vom 1.
Januar 2005 die bisherige Arbeitslosenhilfe und die bisherige
Sozialhilfe im neu geschaffenen Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II)
in Form einer einheitlichen, bedürftigkeitsabhängigen Grundsicherung für
Erwerbsfähige und die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden
Personen zusammen. Danach erhalten erwerbsfähige Hilfebedürftige
Arbeitslosengeld II und die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft
lebenden, nicht erwerbsfähigen Angehörigen, insbesondere Kinder vor
Vollendung des 15. Lebensjahres, Sozialgeld. Diese Leistungen setzen
sich im Wesentlichen aus der in den §§ 20 und 28 SGB II bestimmten
Regelleistung zur Sicherung des Lebensunterhalts und Leistungen für
Unterkunft und Heizung zusammen. Sie werden nur gewährt, wenn
ausreichende eigene Mittel, insbesondere Einkommen oder Vermögen, nicht
vorhanden sind. Die Regelleistung für Alleinstehende legte das SGB II
zum Zeitpunkt seines Inkrafttretens für die alten Länder einschließlich
Berlin (Ost) auf 345 Euro fest. Die Regelleistung für die übrigen
Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft bestimmt es als prozentuale Anteile
davon. Danach ergaben sich zum 1. Januar 2005 für Ehegatten,
Lebenspartner und Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft ein Betrag von
gerundet 311 Euro (90%), für Kinder bis zur Vollendung des 14.
Lebensjahres ein Betrag von 207 Euro (60%) und für Kinder ab Beginn des
15. Lebensjahres ein Betrag von 276 Euro (80%).
Nach der Dubai-Krise brennt es einmal mehr an den internationalen Finanzmärkten. Gestern stürzte der Dow Jones stürzt weit unter die 10.000er-Marke. Den Abwärtstrend führen dabei die Finanzwerte an. Die Märkte funken SOS, unkte die FTD und schrieb: “Die Staatsfinanzen laufen aus dem Ruder, ob in Washington, Sacramento, Athen, Madrid, Lissabon oder London.” Und ausgerechnet jetzt streiken die Anleger. Als Täter wird diesmal die europäische Schuldenkrise verdächtigt (eine Übersicht in Gärtners Blog)
Damit haben wir wie nach dem Sturz von Lehman Brothers wieder die Basiszutaten, um über Ansteckungseffekte und Herdenverhalten eine neue Krise auszulösen bzw. die Unsicherheit zu verstärken. Befeuert wird dies durch zahlreiche “Experten”, die für zusätzliches Brennmaterial sorgen. So erreichen wir wieder einen Zustand, in dem das Gerede von der Krise sich selbst nähren könnte (lesenswert dazu “Vorsicht, ansteckende Krise!”).
Es besteht mittlerweile ein gewisser allgemeiner Konsens darüber, dass bei Finanzkrisen Ansteckungseffekte (engl. contagion effcts) eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Zahlreiche empirische Studien, die eigens zur Verifizierung von Ansteckungseffekten durchgeführt wurden, bestätigen diese Wahrnehmung. Dies schreibt Stefanie Liesenfeld in einer Arbeit über Finanzmarktkrisen und Ansteckungseffekte (siehe Literatur). Sie fährt fort: “In vielen Fällen begann eine Krise in einem einzelnen Land und breitete sich dann in der gesamten Region aus.”
Liesenfeld macht sich dann Gedanken über den Begriff der Ansteckung und schreibt zur Ansteckung durch Herdenverhalten:
Nassim Nicholas Taleb, Autor des “The Black Swan” hat in einer Panel-Diskussion ein weiteres Mal betont haben, dass es zu einem Crash der US-Anleihen kommen wird. Einen Tag nach Talebs “Prognose” freut sich das Wall Street Journal, dass diese Prognose nicht eingetreten ist und missinterpretiert damit Taleb als Prognostiker für Daytrader.
Der Deutschland-Chefvolkswirt von Barclays Capital warnt vor der Geldvermehrung durch die Notenbanken und in der Folge vor Inflation. Fredmund Malik skizziert in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt die Kausalkette einer Deflation und sieht in diesem Zusammenhang drastische Kursrückgänge. Inflation werde sich als Illusion erweisen. Die Inflation wiederum sieht das Manager Magazin im Anmarsch und versucht dies mit einer Reihe von Gründen zu belegen.
Der Informationsgehalt all dieser Meldungen erscheint mir ungefähr genau so hoch, wie die seit Jahren zu lesenden Berichte über die Trennungsabsichten von Angelina Jolie und Brad Pitt: Der Mehrwert geht gegen Null. Tatsächlich kann nämlich in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren an den Märkte alles mögliche eintreten (ja auch Jolie und Pitt können sich trennen), was genau kann letztlich freilich niemand vorhersagen. Dafür sind die Abhängigkeiten, die Dynamik und die Psychologie der Marktteilnehmer viel zu unberechenbar.
Märkte treten bekanntlich nicht in völlig rationalen, gesitteten Mustern in Erscheinung, schreibt etwa Benoit Mandelbrot in seinem Buch Fraktale und Finanzen. Er schreibt weiter: [Märkte] sind als das zu erkennen, was sie sind, nämlich dynamische, vorhersagbare und manchmal gefährliche Systeme zur Übertragung von Reichtum und Macht.”
Mittlerweile findet man zu jeder möglichen wirtschaftlichen Entwicklung einen “ Experten”, der diese prognostiziert und entsprechend begründet [das eigentlich Kerngeschäft der professionellen Propheten: Die Begründung muss irgendwie professionell klingen]. In einer späteren ex-post-Betrachtung wird sich zum Erstaunen der Beobachter erweisen, dass einer der oben genannten oder ein anderer “Prophet” Recht hatte. Er wird dann als Guru gefeiert werden. Kaum einer schert sich freilich darum, was vor einem Jahr alles an düsteren Dingen prognostiziert wurde und bisher nicht eingetreten ist.
Ach ja und was Griechenland betrifft hält sich weiterhin hartnäckig das Gerücht, dass hier internationale Investoren gezielt Gerüchte gestreut haben, um eine Spekulationswelle gegen Griechenland und den Euro anzuheizen.
Die Meldungen über die europäische Schuldenkrise erinnern an die Dubai-Krise im November. Auch damals produzierte das Handelsblatt Schlagzeilen, die sich zumindest bisher als übertrieben erwiesen haben: “Ökonomen-Warnung: Dubai-Krise könnte neuen globalen Crash auslösen” titelte die Wirtschaftszeitung am 27.11.09. Nun sind medienerfahrene Ökonomen und Analysten immerhin so geschickt, dass sie ihre Vorhersagen nie mit einem Datum versehen. Daher lässt sich eigentlich alles vorhersagen.
Der frühere McKinsey Mann Wolfgang Bernhard soll in den Vorstand von Daimler Benz einziehen und dort “Vizechef” werden. Er erhält die dritte Chance, wie das Handelsblatt schreibt. Ich habe mich mit Bernhard nicht befasst und habe das auch nicht vor. Bei Durchsicht der Artikel in Handelsblatt, FTD und FAZ wundert mich allerdings die mangelnde Distanz. Bernhard wird von den großen drei Blättern in einer unkritischen Weise hochgejubelt, die Bernhard wohl selbst unheimlich vorkommen muss. Hier die Kostprobe:
„Wunderkind“ der Automobilbranche, harter Sanierer, schillernder Star, Kostenkiller, profilierter Automanager, der als Sanierer bekannte Bernhard, Ansehen bei der Sanierung von Chrysler erworben usw.
Sorry und bei allem Respekt, aber das ist mit zu viel PR-Gedrechsel. Den Meldungen mangelt es an notwendiger Distanz, denn allein die Nennung des Beispiels Chrysler sollte stutzig machen. Selbst wenn Das Duo Zetsche/Bernhard “harte Einschnitte” bei Chrysler durchsetzte und den US-Hersteller vorübergehend auf Profitabilität trimmte, hat dies weder die Daimler/Chrysler-Ehe gerettet noch Chrysler ein paar Jahre später vor der Insolvenz bewahrt. Unbeleuchtet bleibt auch, warum Bernhard bei VW ausgeschieden ist.
Wie gesagt, ich kann und will Herrn Bernhard nicht einschätzen. Ich will aber an eine Untersuchung erinnern, die zu mehr Distanz mahnt. Ulrike Malmendier und Geoffrey Tate haben in dem Arbeitspapier Superstar CEOs (Download nur gegen Entgelt) nämlich festgestellt, dass Unternehmenschefs, die besondere Medienaufmerksamkeit erhalten, sich bald zu Underperformern im Vergleich zu ihren unbekannteren Kollegen entwickel. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet man in den UCBerkeley News unter dem Titel “Beware the superstar CEO, says economist”.
Der Artikel spricht vom Fluch der öffentlichen Aufmerksamkeit, der für Unternehmensbosse wie für Nobelpreisträger und häufig auch Sportler zum Wendepunkt ihrer Karriere wird. Konkret ist gemeint, dass ihre Leistungsfähigkeit mit der großen Bekanntheit und der damit einhergehenden Medienpräsenz abnimmt. Malmendier und Tate untersuchten Aktienkurse und Rendite auf Aktiva und fanden eine unterdurchschnittliche Performance im Vergleich zu Kontrollgruppen, wenn die Firmenchefs größere Bekanntheit erlangten.
Nein, der Blick Log wird nicht zum Klimablog. Aber der gestrige Beitrag zum Einfluss des Golfstroms auf unser Klima hat mich dazu gebracht, am Samstag noch ein wenig weiter zu suchen. Was ich fand, hat mich überrascht, denn tatsächlich schwirren seit etwa einem Jahr Berichte durch das Netz über eine Anomalie des Golfstroms. So soll es in diesem Jahr im Nordatlantik eine sehr seltene Abweichung des Golfstroms vom normalen Verlauf geben. Diese habe den Temperatursturz in Großbritannien verursacht. Darüber schreibt zumindest 11k2 und verweist auf eine Quelle, die ich nicht beurteilen kann.
Bereits im Sommer berichtete der Blog Schattenblick unter Bezug auf verschiedene Quellen über große und bedenkliche Anomalien der europäischen Heizung. “Berichten zufolge sank die Temperatur in der nordatlantischen Hauptströmung des mehrfach geteilten Golfstroms seit Juni um drei Grad Celsius unter den Durchschnitt. Angesichts der Trägheit, mit der normalerweise die Wassertemperaturen den Jahreszeiten folgen, und der geringen Schwankungsbreite der Temperatur kommt diese starke Veränderung überraschend.” Im Forum von meteoradar.ch tauschen sich diverse Fachleute unter dem Titel Starke Temperaturanomalie im Nordatlantik aus.
Das Thema ist insbesondere unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten hoch interessant. Daher ist erstaunlich, dass über die Archivfunktion von Google News nur wenige Artikel zu finden sind. Lesenswert u.a. ein Beitrag der Potsdammer Neueste Nachrichten, in denen ein Klimaforscher Entwarnung gibt. Solche “Entwarnungen” haben wir freilich von vielen Fachleuten auch über den Gesundheitszustand der Finanzmärkte bis Mitte 2008 gehört.
Klar, der Sachverhalt Golfstromanomalie ist komplizierter als die Schweinegrippe, die Auswirkungen eines abgeschwächten Golfstroms wären jedoch deutlich stärker als eine Krankheitswelle, die sich behandeln lässt. Den Golfstrom können wir nicht reparieren.
Aber was genau würde mit der Ökonomie passieren, wenn der Golfstrom tatsächlich zusammen bricht? Brechen dann auch die Märkte in Europa zusammen, weil eine Wanderungswelle einsetzt oder der Anbau vieler Agrargüter gefährdet ist? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich bestimmt schon viele Fachleute befasst und kluge Texte geschrieben. Ich freue mich über entsprechende Hinweise, kann das Thema aber an diesem Wochenend nicht vertiefen.
Angesichts der Bedeutung des Klimas (und ich meine damit nicht die aktuelle kalte Wetterlage), wäre es tatsächlich angezeigt, mehr über dieses Thema zu erfahren.
Nachtrag
Wer suchet, der findet. In der Hamburger Morgenpost hat sich der Klimaforscher Mojib Latif in einem Interview geäußert:
MOPO: Sie haben den Golfstrom als Grund für den kalten Winter genannt.
Latif: Es handelt sich dabei aber um eine Prognose für die nächsten zehn Jahre. Das ist immer unter Vorbehalt. Es deutet aber einiges darauf hin, dass sich der Golfstrom abschwächt und es dadurch bei uns bis Mitte des Jahrzehnts so kalte Winter gibt.
Nach Angaben der Berliner Zeitung streiten Klimaforscher über die Kälte. Eine vom Kieler Klima-Professor Mojib Latif (Leibniz-Institut für Meereswissenschaften) geleitete Arbeitsgruppe hatte danach “im Frühjahr 2008 mit einer Untersuchung weltweit Aufsehen erregt, in der sie eine “kurze Atempause” im wärmer werdenden Treibhaus Erde voraussagte. Ihr Argument: Eine natürliche, periodisch auftretende Klimaschwankung -ausgelöst durch Veränderung der Meeresströmungen, die erstmals genauer berechnet wurden – könne den generellen Aufwärtstrend vorübergehend abschwächen.” Vom Golfstrom ist hier freilich nicht die Rede, sondern nur generell von Meeresströmungen.
Im Gastbeitrag von Lothar Lochmaier am vergangenen Freitag ging es um die Vertriebskrise bei Banken und den Einschätzungen von Peter Kruse dazu. Es gibt viele Geschichten, die den Umgang von Unternehmen mit ihren Kunden erzählen. Gefühlte 50% dieser Geschichten stammen aus der Finanz- oder Telekommunikationsbranche. Heute haben ich eine zu ergänzen, die vom Umgang mit Transparenz und Vertrauen handelt.
Einem alten Freund kündigte im vergangenen Jahr seine Bank das Wertpapierdepot. Eine große deutsche Privatbank (namentlich bekannt) teilte ihm dies schriftlich und ohne Angabe von Gründen mit. Trotz mehrfacher telefonischer Rückfrage bekam er keine Antwort zur Ursache der Kündigung. Ihm wurde vier Wochen Zeit gegeben, um seine Aktien- und Fondsbestände zu einer anderen Bank zu transferieren. Dazu muss man wissen, dass der Freund keinen sonst banküblichen Grund geliefert hat, der eine Kontenkündigung rechtfertigen würde.
Nun rief mich der Freund wieder an und berichtete, auch sein neues Institut (eine namentlich ebenfalls bekannte niederländische Direktbank) hätte ihm sein Depot gekündigt. Schon leicht geplättet rief er dort an. Im Gegensatz zum deutsche Institut verweigerte die Direktbank aber die Erklärung nicht. Die Bank wolle und könne keine Depots für amerikanische Staatsbürger mehr führen, hieß es am Telefon.
Bei mir hat es da Klick gemacht und der früher Wertpapiertransaktionsbanker in mir wurde wach. Ich erinnerte mich an den Aufwand, den wir mit der Implementierung des sogenannten QI-Verfahrens hatten. Ohne auf die Details einzugehen, führen die US-Steuervorschriften zu einem enormen Verwaltungsaufwand für Kreditinstitute, die Konten für US-Bürger in Deutschland führen. Nach meiner damaligen Einschätzung rechnet sich seit Einführung dieses Verfahrens die Depotführung für viele US-Bürger einfach nicht mehr.
Im Gegensatz zum erstgenannten Institut legte die niederländische Direktbank die Gründe transparent offen und kam mit einem konkreten Vorschlag zur Lösung des Problems. Meinem alten Freund, der die US-Staatsbürgerschaft hat aber seit seiner Geburt in Deutschland lebt, leuchtete das Vorgehen der Bank ein. Er akzeptierte den Vorschlag, der ohne Kosten und weitere Nachteile durchführbar war. Er übertrug nämlich einfach die Wertpapiere auf seine Frau, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. … hier den Beitrag weiterlesen …
Griechenland, Portugal und Spanien “schocken” die Märkte. Wieder einmal scheint die Angst zurück und schreckt Investoren ab und auf. Wieder einmal steigen die Risikoprämien für Schulden nahezu aller Länder an, besonders kräftig die der drei genannten Staaten. Ob die Situation tatsächlich so schlimm ist, wie das einige Schlagzeilen suggerieren, ist keineswegs klar.
Wie immer in solchen Situationen großer Unsicherheit wird heftig spekuliert, was denn genau passieren könnte. So überlegt etwa das Wall Street Journal, wie ein griechischer Bailout aussehen könnte. Hier eine kleine Orientierunghilfe in Form einer Grafik der Barclays Bank, die von Zero Hedge veröffentlicht wurde. Darin werden verschiedene Szenarien aufgezeigt, die entweder zur Stabilierung oder zu einer Verschärfung der Krise führen könnten.
Diese leider nur in englischer Sprache verfügbare Übersicht macht deutlich, dass die Probleme Griechenlands (analog gilt dies für Portugal und Spanien) auch Deutschland betreffen könnten.
Bevor wir uns aber in Panik versetzten lassen, sollten wir daran denken, dass auch die vor einem Jahr von vielen “Experten” befürchteten und von den Medien gern aufgenommenen düstersten Szenarien bisher keines eingetreten ist.
Der nicht enden wollende Winter gehört in diesen Tagen zum beliebtesten Smalltalk-Thema. Meist folgt dann sehr schnell der Satz: “Von wegen Klimaerwärmung …, das ist doch alles Quatsch!” Einige Medien springen auf diesen Zug auf und bezweifeln die Klimaerwärmung und belegen dies mit Daten.
Dabei irren wir Smalltalker und Hobbyexperten. Gerade die Abkühlung kann nämlich normal werden, wenn die Klimaerwärmung tatsächlich voranschreitet. Gern wird nämlich vergessen, dass wir das vergleichsweise milde Klima in unseren Breitengraden dem Golfstrom zu verdanken haben. Eine Abschwächung oder gar ein Zusammenbruch des Golfstrom würde zu einer deutlichen Abkühlung führen. Diese Abkühlung könnte zumindest in unseren mitteleuropäischen Regionen die globale Erwärmung überlagern. Und dabei könnte die Abschwächung des Golfstroms gerade durch die globale Erwärmung verursacht werden.
Die Kausalkette wird etwa so beschrieben. Die globale Erwärmung führt zu erhöhter Verdunstung und zu verstärktem Niederschlag im Nordatlantik, dies wiederum verringert dort den Salzgehalt und damit die Dichte im Wasser. Dies wiederum hätte eine Abschwächung des Golfstroms zur Folge (siehe diese Präsentation der TU-Berlin und diesen Bericht auf scinexx.de). Verringert werden könnte die Dichte nach einer belgischen Studie außerdem durch Schmelzwasser Grönlands. Dazu fasst die Netzeitung wie folgt zusammen:
Shanda Games Ltd. (WKN A0Y A15, ISIN US81941U1051, Marktkapitalisierung: ca. 750,00 Mio. US$, ca. 540,00 Mio. Euro)
Firmenlogo Shanda Games Ltd.
PROFIL
Shanda Games Ltd. zählt zu den Top3 der chinesischen Online Spiele Anbieter. Das Unternehmen produziert eigene Online Spiele und vertreibt diese im Internet. Jüngst expandierte Shanda Games auch im Ausland. Mit der Übernahme der Mochi Media stieg Shanda Games nun auch im US-Markt ein. Shanda Games ist die börsennotierte Tochtergesellschaft der Shanda Interactive Entertainment und ging 2009 an die NASDAQ. Dabei war Shanda Games im vergangenen Jahr mit einem Emissionsvolumen von über 1 Mrd. US$ der größte Börsengang an der US-amerikanischen Technologiebörse.
Peter Kruse ist Psychologe mit dem Schwerpunkt Komplexitätsverarbeitung in intelligenten Netzwerken. Er lehrt als Honorarprofessor an der Universität Bremen zum Thema kollektive Intelligenz und ist als Unternehmensberater tätig. Das Personalmagazin wählte ihn 2009 zum dritten Mal in Folge in die Liste der “40 führenden Köpfe im deutschen Personalwesen”.
Als Psychologe untersucht er insbesondere die Auswirkungen der Netzkultur auf die Gesellschaft, als Unternehmensberater entwickelt er innovative Selbstorganisationskonzepte für Mitarbeiter und Führungskräfte. In einer Studie für die Bertelsmann-Stiftung hat Peter Kruse durchaus brisante Aussagen skizziert – mehr dazu gibt es beispielsweise hier:
Selbst die soziale Marktwirtschaft wird längst nicht mehr so positiv gesehen wie früher”, sagte Meinungsforscher Peter Kruse, Leiter des Bremer Unternehmens Nextpractice, das die Studie erstellte. Es ist eine Studie mit beunruhigendem Ergebnis: Laut einer Umfrage für die Bertelsmann-Stiftung verlieren immer mehr Deutsche nach dem Krisenjahr 2009 ihr Vertrauen in die Politik. 70 Prozent der Befragten zählen weder auf die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft noch auf das Bildungssystem und das soziale Netz, wie die “Welt am Sonntag” berichtete. Das Vertrauen sei damit auf das niedrigste Niveau seit dem Zweiten Weltkrieg gesunken. Fast jeder Zweite stelle die repräsentative Demokratie in Frage. “Selbst die soziale Marktwirtschaft wird längst nicht mehr so positiv gesehen wie früher”, sagt Meinungsforscher Peter Kruse.
Glaubt man der Berichterstattung der Wirtschaftspresse, dann ging es auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zwischen dem Finanzsektor und dem Rest der Management- und Politikwelt hoch her. Ein besonderes Reizthema war und ist die neue Finanzordnung und sind die stockenden Reformbemühungen des Finanzsektors. Hier hagelt derzeit von allen Seiten Kritik auf die Finanzbranche ein, weil den Banken jeder Reformeifer abgesprochen wird. Der Vorstandschef der Deutschen Bank Ackermann sprach sogar von “bankerbashing”. In der Öffentlichkeit zeigen sich einige Institute tatsächlich nicht besonders feinfühlig (üblich ist es hier, Goldman Sachs zu nennen). Die meisten Institute bleiben freilich still und sind insgeheim froh, dass sich Josef Ackermann auf dem Regulierungsbauplatz die Stiefel schmutzig macht.
Unterdessen wird an der Großbaustelle Finanzordnung im Moment munter gehämmert und genagelt, wie Torsten Riecke vergangene Woche schrieb. “Vieles davon ist noch Stückwerk und passt nicht zusammen,” ergänzte er. Und er hat Recht. Schauen wir daher einmal, wer alles an einer neuen Finanzordnung plant und nagelt. Nach dem Zusammenbruch von Lehman forderten berufene und unberufene Architekten schnelle und umfangreiche Änderungen, um Finanzkrisen in diesem Umfang künftig zu vermeiden. In der Folge befassten sich unzählige Arbeitsgruppen und Ausschüsse mit Probebohrungen und stießen dabei auf immer härteres Gestein in Form von Länder- und Verbandsinteresseninteressen sowie auf Widerstände der Finanzbranche selbst.
Die Lage ist mittlerweile sehr unübersichtlich geworden. Die Zweifel, dass auf dieser Baustelle etwas Vorzeigbares entstehen wird, wachsen täglich. Dies wird deutlich, wenn man sich den derzeitigen Bebauungsplan der neuen Finanzordnung ansieht. Obwohl ich aus meiner Zeit als Bereichsleiter einer Bank mich viel mit Regulierungsanforderungen beschäftigen musste und viel gewöhnt bin, hat es mir am Wochenende fast die Sprache verschlagen, als ich die Mindmap zusammen stellte. Aber schauen Sie selbst hinein:
Die Karte ist auch über diesen Link direkt erreichbar. In die Map hinein gelangt man durch einen Kick auf das . Durch Drücken der linken Maustaste kann man in der Mindmap navigieren. Durch Anklicken des + klappen weitere Zweige aus. Über erhält man weitere Informationen und meist Links zu weiterführenden Artikeln. Die bisher in welcher Form auch immer verabschiedeten Maßnahmen/Vorschläge sind grün gefärbt.
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