Ebola gehört zu den Themen, die ich hier genauso wenig intensiv betrachte wie andere Krankheiten. Aber seit einigen Wochen scheint sich die Berichterstattung über Ebola in einen typischen Hypecycle hineinzusteigern. Als am vergangenen Donnerstagabend im Deutschlandfunk jeder einzelne neu erkrankte Fall bekannt gemacht wurde, war ich doch erstaunt über das Ausmaß der Hysterie. Daneben heizen Berichte, wie “Ist Ebola die Pest der Neuzeit?” erst richtig die Gemüter auf. Ebola bestimmt und dominiert sogar gegen Fußball die Schlagzeilen, wie folgende Auswertung aus Google Trends erkennen lässt.

 

Ich bin kein Fachmann für Ebola und habe mich mit den Details dieser Krankheit nicht befasst. Was aber auffällt, ist die “mediale Panik”, die wieder einmal verbreitet wird und die es schwer macht, die Risiken zu bewerten. Ein absurdes Beispiel etwa liefert Eric Lupher von einem Schiff der  Carnival Cruise, das umgedreht ist nachdem der Kapitän vermutet, an Bord könne jemand an Ebola erkrankt sein. Lupher von einer TV Station in Denver, wundert sich darüber, dass die Menschen an Bord noch so ruhig sind und locker am Buffet essen:

Was sollen sie denn sonst machen? In Panik alle potenziell erkrankten von Bord werfen?

Manche dürften sich erinnern an die EHEC-Panik oder die Informationskernschmelze zur Katastrophe in Fukushimaa. Ältere Semestern könnten aus den Geschichtsbüchern noch die Schweinegrippe oder die Angst um den Rinderwahn BSE in Erinnerung sein, deren Entwicklungen wochenlang die Schlagzeilen dominierten. Meldungen wie Creutzfeldt-Jakob bedroht mehr Menschen als angenommen sorgte für besorgtes Gruseln beim Steakessen. Irgendwann endete die Panik, und heute erinnert sich kaum einer daran.

Gemeinsam ist allen diesen Fällen, wie jetzt bei Ebola, dass plötzlich eine Übersensibilisierung stattfindet und dabei aktuelle Gefahren über- und viele andere Risiken unterschätzt werden. Wir neigen dazu, “die relative Bedeutung von Problemen danach zu beurteilen, wie leicht sie sich aus dem Gedächtnis abrufen lassen – und diese Abrufleichtigkeit wird weitgehend von dem Ausmaß der Medienberichterstattung bestimmt.” (Daniel Kahneman in: Schnelles Denken, langsames Denken, , S. 20).

Kahneman schreibt weiter

“Häufig erwähnte Themen ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich, während andere aus dem Bewusstsein verschwinden. Andererseits entspricht das, worüber die Medien berichten, ihrer Einschätzung dessen, was die Öffentlichkeit gegenwärtig bewegt. Es … Da das Interesse der Öffentlichkeit am leichtesten durch dramatische Ereignisse und Stars geweckt wird, sind mediale »Fressorgien« weitverbreitet.”

Kahneman erinnert daran, dass beispielsweise nach Michael Jacksons Tod mehrere Wochen lang es praktisch unmöglich war, einen Fernsehsender zu finden, der über ein anderes Thema berichtete. Andere wichtigere Themen, die weniger ergreifend sind, finden dagegen keine Beachtung.

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Unfug der Anlageschützer: Nur Unternehmen mit Gewinnen an die Börse bringen

17.10.2014

Das Thema Kapitalanlage und Risikobereitschaft gehört zu den Dauerthemen hier in dem Blog. Dazu haben wir* hier immer wieder das gestörte Risikoverständnis der Deutschen zu Kapitalanlagen thematisiert. Aus welchen Gründen auch immer scheint in der Anlage-DNA vieler (zum Glück nicht aller) Köpfe verankert zu sein, dass Kapitalanlage ohne Risiko sein muss. Sollte es daher trotz […]

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Investitionsangst – Teil 2: Die Weltwirtschaft ist resitenter, als man denkt

16.10.2014

Dies ist die Fortsetzung des Beitrags “Investitionsangst – Teil 1: Droht eine säkulare Stagnation?“, der sich mit der aktuellen Schwäche privater realwirtschaftlicher Investitionen und Befürchtungen hinsichtlich der Konsequenzen befasst hat.   Das Offensichtliche wird ignoriert Auf die relativ offensichtliche Idee, dass man das Klima für private Investitionen verbessern könnte, indem man Regulierungen vereinfacht und die […]

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Die EBA renoviert die 2. Säule des Baseler Regelwerkes – SREP reloaded

15.10.2014

Gastbeitrag von Mario H. Sladek, TriSolutions GmbH und Dr. Frank Richter, HSH Nordbank AG* Der qualitative Überwachungsprozess – Supervisory Review Process (SREP) – ist neben den quantitativen Mindesteigenkapitalanforderungen und den Offenlegungsvorschriften eine der tragenden Säulen des aufsichtsrechtlichen Regelwerkes. Die Entwicklung der regulatorischen Normen und Leitlinien wird seitens der europäischen Bankaufsichtsbehörde (EBA) und des Baseler Komitees […]

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15.10.2014

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Wirtschaftswachstum schwächt sich ab – was Unternehmen jetzt tun können

14.10.2014

Neben der schrecklichen Krise um den IS ist das beherrschende Thema in den Medien aktuell die teilweise massive Abkühlung des Wirtschaftswachstums. So haben laut spiegel.de die sogenannten Wirtschaftsweisen in ihrem Herbstgutachten die Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum in den Jahren 2014 und 2015 deutlich nach unten korrigiert. Demnach soll die Wirtschaft 2014 nur noch um […]

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Investitionsangst – Teil1: Droht eine säkulare Stagnation?

14.10.2014

Warum erholt sich die Weltwirtschaft selbst 6 Jahre nach der Finanzkrise nur so zögerlich? Weshalb kommt die Eurozone einfach nicht aus ihrem Wachstumsloch heraus? Im Grunde sind sich alle Ökonomen einig, dass dies vor allem an einer ausgesprochenen Schwäche der realwirtschaftlichen privaten Investitionen liegt. Denn nicht nur bei den Kriseneuropäern will keine so rechte Lust […]

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14.10.2014

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Angst vor ABS-Käufen der EZB geht in die falsche Richtung

13.10.2014

Gegen die Europäische Zentralbank (EZB) wird wegen ihrer Anleihen-Ankaufpläne verstärkt Kritik laut. Ich lese zum Beispiel davon, dass die EZB Ramschpapiere kaufen will. Die EZB will zur Förderung der Kreditvergabe Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities) und Covered Bonds in einem Volumen von 500 Milliarden Euro ankaufen (siehe dazu Bericht in der FAZ). Die Wirtschaftswoche schreibt, die […]

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