Dokumentation zu Sarrazin Rauswurf: Pressemeldungen der Bundesbank (+Pressemeldungen)

Am Finanzplatz Frankfurt sehnsüchtig erwartet ist dies die einzige Aufmerksamkeit die Sarrazin vom Blick Log erhält: Der Vorstand der Bundesbank will die Entlassung Sarrazins beim Bundespräsidenten beantragen. Konkret meldete die Bundesbank heute Nachmittag in einer Pressenotiz:

Vorstand der Deutschen Bundesbank beantragt Abberufung von Dr. Thilo Sarrazin

Der Vorstand der Deutschen Bundesbank hat heute einstimmig beschlossen, beim Bundespräsidenten die Abberufung von Dr. Thilo Sarrazin als Mitglied des Vorstandes zu beantragen. Der „Corporate Governance“-Beauftragte der Deutschen Bundesbank, Professor Dr. Uwe Schneider, unterstützt diesen Antrag uneingeschränkt.

Sie schob außerdem gleich eine neue Geschäftsverteilung hinterher, in der Sarrazin freilich noch auftaucht:

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Wie die Propheten der Ökonomie danebenliegen

Auf einen besonderen Artikel im Handelsblatt konnte ich wegen meines Urlaubs nicht hinweisen. Im Beitrag “Geschäftsmodell Schwarzsehen: Die düsteren Propheten der Ökonomie relativiert die Zeitung endlich einmal die Wirtschaftsgurus. Matthias Eberle und Dirk Heilmann schreiben über prominente “Experten”, die ihren Promibonus vor allem dadurch erreicht haben, dass sie mehr oder wenig genau bestimmte Ereignisse vorhergesagt haben. Wirtschaftsmedien neigen dann dazu, diese “Experten” unkritisch in einen “Gurustatus” zu  befördern und ohne Distanzierung für die düster klingenden Prognosen als Presseverteiler zu arbeiten.

Eberle und Heilmann schreiben u.a.

“Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat ganze eine Schar ultrapessimistischer Außenseiter-Ökonomen zu Stars gemacht. Auch Marc Faber oder Nouriel Roubini haben sich so einen Namen gemacht. Und sie verdienen prächtig mit ihren düsteren Prophezeiungen zu Inflation, Immobilien- und Börsen-Crash – obwohl die Welt nicht wie versprochen untergeht.”

In dem Beitrag porträtieren Eberle und Heilmann folgende “Analysestars”:

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extra 3: Die deutsche Durchschnittsfamilie: Commerzbank

Immer noch to big to fail: Taleb und die Natur als Vorbild für das Finanzsystem

Andrew Haldane, verantwortlich für die Finanzmarktstabilität bei der Bank of England, ließ in einem Interview vor kurzem wissen, dass man für die Überwindung der Finanzkrise mehr tun müsse, als nur bessere Regeln für das alte Spiel zu entwickeln, zitiert ihn Michael Maisch in seiner Kolumne im Handelsblatt.  Nach Haldanes Meinung ist der Finanzsektor schlicht zu groß, zu komplex und zu riskant (siehe dazu diesen Aufsatz mit Haldane als Co-Autor sowie diesen Bericht in der FAZ).

Einen Befürworter hat Haldane sicher in Nicholas Nassim Taleb, der in seiner Fortsetzung des Schwarzen Schwans ebenfalls auf die Größe und Komplexität im Finanzsystem eingeht (Auszug aus dem Buch im Handelsblatt unter Die Natur als Vorbild für das Finanzsystem)

“Charles Tapiero und ich haben mathematisch gezeigt, dass viele unvorhergesehene Fehler und zufällige Schocks großen Organismen mehr schaden als kleineren. Wir haben auch die enormen Kosten berechnet, die der Gesellschaft dadurch entstehen; wenn Unternehmen fallen, müssen wir ja die Rechnung zahlen. Das Problem ist aber, dass Regierungen dazu neigen, vor allem diese großen Unternehmen zu unterstützen, da ja „viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen“. Außerdem haben solche Unternehmen Lobbyisten, die lautstark falsche Behauptungen aufstellen. Große Unternehmen bekommen daher staatliche Unterstützung, werden noch größer und fragiler und reißen in gewisser Weise die Regierung an sich, wie Karl Marx und Friedrich Engels vorhergesagt haben. Friseure und kleine Firmen scheitern hingegen, ohne dass das irgendjemanden kümmern würde; sie müssen effizient sein und sich an die Spielregeln halten.”

Taleb schaut in dem Beitrag auf biologische Systeme und ihre durch die Evolution entwickelten Mechanismen, Risiken zu reduzieren. Das ist gefällig und interessant zu lesen, auch wenn man die zum Teil überhebliche Arroganz mit der Taleb schreibt, nicht teilen muss.

Leider aber erfüllt der Artikel nicht das, was er in der Überschrift verspricht, nämlich mit welchen “Anleihen” in der Natur, das Finanzsystem tatsächlich profitieren könnte.

Ist die Frage “Wem gehört der Aufschwung” relevant?

Als ich nach meinem Urlaub durch die Überschriften der Handelsblatt Printausgabe blätterte blieb ich bei einer Ausgabe hängen, in der auf der Titelseite gefragt wurde: Wem gehört der Aufschwung? Darin vermuten die Autoren, Kanzlerin Merkel wolle jetzt an einer medialen Strategie tüfteln, um den wirtschaftlichen Aufschwung für sich zu reklamieren.

Das ist schon bemerkenswert, denn trotz der Risiken des vor allem durch Exporte getriebenen Konjunkturfeuers (hoffentlich kein Strohfeuer)  ist es jetzt nicht wichtig zu schauen, wie nachhaltig die neue und zum Teil auf statistischen Effekten beruhende Freude ist, sondern wem der Lob dafür gebührt. Ist das typisch deutsch? Uninteressant sind ebenfalls die Fragen nach den Folgen und den mangelnden Konsequenzen aus den Krisenerfahrungen

Jedenfalls habe ich nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 – 2009 bisher niemanden ausmachen können, der sich so schnell als verantwortlich gesehen hat für die Verursachung. Aber offenbar entspricht es der medialen Erfolgsasymmetrie. Für Erfolge sind bestimmte Personen verantwortlich, für Misserfolge das System.

Ohnehin kommt mir die deutsche Aufschwungparty etwas verfrüht vor, weil sie sich nur auf den Rebound des 2008/09 stark gefallenen Sozialprodukts bezieht. Wer es etwas differenzierter mag, der liest mal bei den Querschüssen nach. Dort macht sich Steffen Bogs regelmäßig die Mühe differenzierter auf veröffentlichte Daten zu schauen und sich nicht den Blick durch einzelne Wachstumsdaten vernebeln zu lassen. Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe sinkt im Juni um -2,7%”.

Der Blick Log hält die Frage wem der Aufschwung gehört für irrelevant. Allenfalls kann man fragen, wer profitiert vom Aufschwung. Die aktuelle Regierung bisher offenbar noch nicht.

Blicke in die Wirtschaft am 2010-08-31

Kurzer Hinweis: Die Blick in die Wirtschaft werden vorerst eingestellt, weil die automatisierte Erstellung nach einem Update der Twitter-Tools nicht klappt

Weltwirtschaft: Wie Lateinamerika die Weltwirtschaft stützt – WirtschaftsWoche http://tinyurl.com/369cdzp

Sinkende Arbeitslosenzahl: Ökonomen entzaubern deutsches Jobwunder – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft http://tinyurl.com/33qajqv

Abmahnungen gegen Blogs: Notwehr als Geschäftsmodell – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Netzwelt http://tinyurl.com/38nhq72

Erster Expertenbericht: Google-Denkfabrik für Selbstregulierung des Web – computerwoche.de http://tinyurl.com/37p9ptk

Gartner Hype CycleDie heißesten IT-Trends 2010 http://tinyurl.com/377qrzu Überzogener Erwartungen für Cloud Computing, iPad, Augm. Reality,

Bankenaufsicht Bafin verlangt Rücktritt von zehn Aufsichtsräten http://tinyurl.com/3x7ol4r

Bankhaus Oppenheim: Räume früherer Oppenheim-Eigner durchsucht – Unternehmen – Wirtschaft – FAZ.NET http://tinyurl.com/3yamx4e

Dokumentation via Alphaville: The Jackson Hole papers (finally) http://tinyurl.com/3427yy4

Weissgarnix über Pandoras Büchse. Zu Thilo Sarrazin, dem Pausenclown der deutschen Politik http://tinyurl.com/2wtmf3f

Beteiligungsgesellschaft MBB Industries wird etwas weniger optimistisch | Die Börsenblogger http://tinyurl.com/2uhkzt2

Nachrichten im Netz: Google adelt AP http://tinyurl.com/3xohqb5 Nachrichtenagentur wird Google künftig wieder Inhalte liefern

Amerikaner verabschieden sich vom Eigenheim http://tinyurl.com/35ap5sa Wieder ein Bruchstück des amerikanischen Traums

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ePrivate Banking: Wer sind die «First Mover»?

Gastbeitrag von Dr. Franz-Josef Lerdo*

Sind Sie auch bei Facebook? Und wie viele Freunde/Freundinnen haben Sie dort? Als Ex-Banker mit 10 Jahren
Schweiz-Expertise bin natürlich noch reservierter als viele andere, persönliche Dinge preiszugeben. Dann schon
eher bei Xing, dem fast schon klassischen Netzwerk-Forum im deutschsprachigen Bereich. Dort habe ich 247
direkte Kontakte und weitere 256’364 Kontakte meiner Kontakte. Networking ist «in» und kann interessante Geschäftskontakte eröffnen.

Was hat das mit Banking zu tun? Eine ganze Menge. Die Banken haben eine riesige Internet-Community, aber nur theoretisch, leider nicht wirklich. Für Privatkunden ist es zur Gewohnheit geworden, ihren Zahlungsverkehr
über entsprechende eBanking Tools abzuwickeln. Überweisungen tätigen, Daueraufträge einrichten und ändern,
alles das ist so normal geworden, wie Flüge, Bahnreisen und Hotels im Internet zu buchen. Einige Bankkunden
gehen noch einen Schritt weiter und wickeln auch ihre Wertschriftengeschäfte über die entsprechenden Angebote ihrer Hausbanken oder spezialisierte Discount Broker ab. Das Betreten einer Bankfiliale ist nur noch für
spezielle Beratungsgespräche erforderlich, sofern der Kunde dieses physische Vor-Ort-Angebot überhaupt wünscht. Stattdessen boomt das Surfen im Internet. Gerade Finanzthemen erleben einen grossen Zulauf. Kunden, die als sogenannte Selbststeuerer ihre Anlageentscheidungen autonom treffen, erwarten von ihren Banken, vor allem den kostengünstigen Discount Brokern, mobile Lösungen via Smartphones.

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Dilbert: Suche mit dem Smartphone

Blicke in die Wirtschaft am 2010-08-30

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Banklobby mit starkem Regulierungsvorschlag: Bail-in statt Bail-out als Modell zur Bankenrettung

Politiker und Notenbanker hatten der verunsicherten Weltöffentlichkeit nach der Lehman-Pleite vor fast 24 Monaten und dem Taumeln der Finanzmärkte, in deren Folge die größte Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren ausgebrochen ist, eine neue Finanzordnung versprochen. Was daraus geworden ist, kann in den Archiven des Blick Logs besichtigt werden (Diskussion bis Ende 2009 und hier ab 2010).

Über den Sinn vieler Vorschläge will dieser Beitrag nicht streiten. Bisher habe ich keinen Vorschlag gesehen, der zwei wichtige Stakeholdergruppen einer Bank selbst stärker in die Verantwortung nimmt, nämlich die Aktionäre und die Anleihegläubiger. Dabei profitieren diese überdurchschnittlich stark von den staatlich Hilfsmaßnahmen und den weiterhin bestehenden impliziten Rettungsversprechen von Regierung bei Gefährdung “systemrelevanter” Banken.

Die Association for Financial Markets in Europe (AFME) hat nun einen für eine Lobbyorganisation der Finanzbranche starken Vorschlag gemacht (Presseerklärung dazu hier), der nach meiner Auffassung für ein verbessertes Gleichgewicht der Interessen der Stakeholder und dem Steuerzahler sorgen könnte: Diese Idee firmiert unter dem Titel Bail-in Capital. Darunter versteht man die Pflicht zur Umwandlung von (Teilen des) Fremdkapital(s) in Eigenkapital, wenn ein Unternehmen kriselt. Dadurch wird automatisch die Eigenkapitalausstattung eines taumelnden Finanzhauses verbessert und damit die Fähigkeit, sich wieder besser refinanzieren zu können.

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Blick auf Business und Management: Strategie und Praxis

Nach der Sommerpause geht es heute wieder los mit Hinweisen auf ausgewählte Artikel der letzten Wochen, die im Netz zur Wirtschaftspraxis zu finden sind. Schwerpunkte heute sind Strategie und Praxis.

HB: Wirtschaftswissenschaft: Bauchgefühl verdrängt Lehrbücher: Was passiert wenn sich eine Wirtschaftswissenschaftlerin mit der Frage beschäftigt, was einen Firmengründer erfolgreich macht? Sie findet heraus dass man sich bloß nicht an die Postulate der traditionellen BWL halten sollte. Saras Sarasvathy kann sich dabei auf fundierte, eigene Erfahrungen berufen.

FTD: Outsourcing – Billige Helfer gefährden den Betrieb: Unternehmen müssen nicht alles selbst machen – dafür gibt es ja Zulieferer. Jetzt erreicht Outsourcing eine neue Stufe, die Verwaltung. Das spart Geld, nervt aber viele Mitarbeiter.

IB: Buchrezension: Aus der Giftküche des Managements. 2010 von Thomas Bubeck

FAZ: Compliance – Knigge gegen die Korruption: Kleine Geschenke und Einladungen erhalten die Freundschaft. Das gilt privat ebenso wie geschäftlich. Doch die Spielregeln sind strenger geworden. Was ist erlaubt, was tabu?

UDE: Ist Ihr Geschäft ein Kundenmagnet? Die Kunden sollen kaufen. Das ist der wohl zentrale Wunsch eines jeden Geschäftsinhabers. Aber wie den Kunden ins Geschäft ziehen und zum Verweilen animieren, wenn es ihm aufgrund der Vergleichbarkeit und Preistransparenz egal ist, wo er kauft?

HB: Gruppen-Intelligenz: Warum Ameisen die besseren Manager sind: in Mensch ist intelligent – viele Menschen sind dumm. Wer hat noch nicht die Erfahrung gemacht, dass sich eine große Gruppe bisweilen sehr dumm verhalten kann?! Bei Tieren ist es anders herum: Lebewesen mit kleinstmöglicher Intelligenz können in einer Gruppe Unglaubliches zustande bringen. Peter Miller, leitender Redakteur beim Fachmagazin National Geographic, hat ein lesenswertes Buch über solche Schwärme geschrieben, indem es vor allem darum geht, was Menschen von Tieren lernen können.

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Blicke in die Wirtschaft am 2010-08-28/29

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Maturana und Varela oder was Ökonomen von Biologen über Vorhersagen lernen könnten

Als der Blick Log vor zwei Wochen in die Pause ging, da hätte ich mich mit der Vorhersage weit aus dem Fenster wagen können, dass der Blog nach zwei Wochen Pause wieder neue Beiträge veröffentlicht. Aber konnte ich wirklich sicher sein? Natürlich nicht, denn ich hätte im Urlaub auf die Idee kommen können, den Blog einzustellen oder wir hätten den Urlaub nicht gesund überstehen können oder aus vielen anderen Gründen wäre es heute nicht weiter gegangen. Was ich damit sagen will: die Wahrscheinlichkeit, dass der Blog nach der Urlaubspause den ersten Beitrag wieder veröffentlicht war zwar hoch, sie lag aber nie bei 100%. Einzig die Absicht ihn heute wieder zu starten, lag vor dem Urlaub nahe bei 100%.

Der Umgang mit ökonomischen Vorhersagen der “Experten” gehört seit dem Start dieses Blogs zu den gern genommenen Beobachtungsobjekten nebst der Kritik am Umgang mit ihnen und der Berichterstattung darüber. Gerade Medienberichte über spektakuläre Vorhersagen lassen häufig eine notwendige kritische Distanz vermissen. Insbesondere, wenn ein “Experte” aus welchen Gründen auch immer richtig prognostiziert hat, dann stürzt man sich gern auf seine neue Einschätzung. Die Wahrscheinlichkeit einer medialen Wiedergabe steigt dabei mit der Spektakularitätsgrad der Prognose.

Es fällt auf, dass sich zumindest die medial verbreiteten ökonomische Vorhersagen durch erhebliche Mängel an Distanzierung, Vorsicht und Risikoeinschätzung auszeichnen und damit erhebliche Zweifel an ihrer Ernsthaftigkeit aufkommen lassen. Seriöse Analysten verweisen zumindest auf ihre Modelle und nennen ihre wesentlichen Annahmen. Dabei endet aber meist die Vorsicht. Ganz selten sind Hinweise darauf zu lesen, dass ein Modell nur eine Annäherung sein kann, dadurch nicht die gesamte Komplexität der Realität abgebildet wird und die Annahmen erheblich schwanken könnten. Da die Modelle außerdem nicht offen gelegt werden, entziehen sich die Vorhersagen einer kritischen Würdigung und können so tatsächlich nur als das bezeichnet werden, als was der Blick Log sie wahrnimmt: als Anekdoten, die der Unterhaltung und dem Smalltalk dienen und bestenfalls als Meinungsäußerungen.

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Urlaub over im Blick Log

Schade, heute geht die Urlaubszeit des Blick Logs vorbei. Manchmal geht man ja in den Urlaub und hofft nach der Rückkehr, dass sich viele Themen erledigt haben. Ich bin mir aber nicht sicher, ob wirklich so viel passiert ist. Die zwischendurch gesichteten Schlagzeilen (ja, zum Leidwesen meiner Frau hatte das Hotel WLAN) deuteten nicht darauf hin, dass die zweite Hälfte im August 2010 besonders schlagzeilenträchtig war.

Wenn ich jetzt zurück schaue, dann bleibt das Ende der Noa Bank in Erinnerung, der Sturz des DAX unter 6.000 wegen neu aufflackernder Konjunkturängste vor allem in den USA und ein einmaliges Gefangenendilemmaspiel der HSH Nordbank, die in New York und Hamburg wieder einmal für Schlagzeilen sorgt.

Die Sommertheatersturm dagegen um Google Streetview ist längst abgeflaut. Das Rennen um Karstadt ist weiterhin offen und die Medien ziehen sich an an einem Bundesbankvorstand Sarrazin hoch, den man viel besser ignoriert hätte, als ihm Plattform für sein Buch zu bieten.

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Blicke in die Wirtschaft am 2010-08-27

Ex-Porsche-Chef: Wiedeking hat die erste Runde gewonnen. Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen ein http://tinyurl.com/33hdu4w

Kapitalerhöhung: Commerzbank will sich vom Staat befreien http://tinyurl.com/2v36sfh

Rezessionsangst: Geballte Kraft der Fed soll US-Wirtschaft anschieben | FTD.de http://tinyurl.com/353dvgv

Alltag in der Schuldenkrise: Aufstand im Reich des Terminators | FTD.de http://tinyurl.com/3xkp6jt

Neues Angebot von Borletti: Insolvenzverwalter hätte Karstadt-Angebot "fast übersehen" | FTD.de http://tinyurl.com/326yhkl

Causa New York: HSH kämpft mit zweitem Brandherd | FTD.de http://tinyurl.com/35n35jc

HSH-Nordbank-Spitzelaffäre: Nonnenmacher weist alle Vorwürfe von sich – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft http://tinyurl.com/3874xjt

Showdown in Jackson Hole – Kopf des Tages: William . . . → Read More: Blicke in die Wirtschaft am 2010-08-27

Wunschanalyse Sandisk Corp.

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von Sharewise in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de). Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse des Flash-Speicheranbieters Sandisk Corp. gewünscht.

Sandisk Corp. laut Sharewise.com:

Prognostiziertes Kursziel kaufen halten verkaufen
2 Mitglieder Ø 18,90 € (ca. 24,00 US$) 0 - 2
1 Analyst Ø 46,00 US$ (ca. 36,25 €) 1 0 0

Sandisk Corp. (WKN 897 826, ISIN US80004C1018, Marktkapitalisierung: ca. 8,80 Mrd. US$, ca. 6,93 Mrd. Euro)

Firmenlogo Sandisk Corp. Continue reading Wunschanalyse Sandisk Corp.

Blicke in die Wirtschaft: Ausgewählte Schlagzeilen währen der Sommerpause

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Dokumentation: Gesetz zur Reorganisation von Kreditinstituten

Das Bundeskabinett hat sich auf einen Gesetzentwurf zur staatlichen Bankenrettung verständigt. Der Blick Log dokumentiert die Presseerklärung mit dem Link auf die Gesetzesvorlage, die jetzt das parlamentarische Verfahren durchlaufen muss.

Gesetz zur Restrukturierung und geordneten Abwicklung von Kreditinstituten, zur Errichtung eines Restrukturierungsfonds für Kreditinstitute und zur Verlängerung der Verjährungsfrist der aktienrechtlichen Organhaftung (Restrukturierungsgesetz)

Nach den am 31. März 2010 beschlossenen Eckpunkten zur Finanzmarktregulierung hat das Bundeskabinett heute den Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums und des Bundesjustizministeriums angenommen.

Der Gesetzentwurf (Restrukturierungsgesetz) zieht die richtigen Lehren aus der Finanzmarktkrise. Enteignungen wie bei der HRE sind – auch als ultima ratio – mit einer marktwirtschaftlichen Ordnung nicht in Einklang zu bringen. Das Restrukturierungsgesetz bietet mit seinem Verfahren eine klare Alternative zur Enteignung. Der Gesetzentwurf stellt sicher, dass Bankinstitute weit unterhalb der Schwelle der Enteignung in einem geordneten Verfahren frühzeitig saniert werden können. Das Restrukturierungsgesetz setzt auf Privatautonomie und stärkt die Eigenverantwortung der Unternehmer. Das Modell bietet die Chance, eigenverantwortlich und zunächst ohne Eingriffe in Aktionärsrechte die Sanierung des Kreditinstituts einzuleiten. Ziel ist es, die Schieflage einer systemrelevanten Bank ohne Gefahr für das Finanzsystem zu bewältigen und dafür zu sorgen, dass Restrukturierung und geordnete Abwicklung einer solchen Bank nicht, wie in der Vergangenheit, durch die öffentliche Hand, sondern vorrangig vom Finanzsektor selbst finanziert werden. Aus ordnungspolitischen Gründen sollten staatliche Eingriffe nur dann ergriffen werden, wenn es den Beteiligten nicht gelingt, im Wege von Verhandlungen eine angemessene Bewältigung der Krise zu erreichen.

Hintergrund: Eckpunkte des BMJ im Einzelnen

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Welche TecDAX Aktien haben das größte Potenzial?

Die Analysten favorisieren derzeit die Aktien des DAX-Konzerns ThyssenKrupp AG, des MDAX-Konzerns Hochtief AG sowie des TecDAX-Konzerns SMA Solar Technology AG. Dies verwundert nicht, da alle drei Unternehmen zuletzt mit positiven Nachrichten auf sich aufmerksam machen konnten. So hat die ThyssenKrupp AG zuletzt mit einer Erhöhung der Gewinnprognose geglänzt, die Hochtief AG legte, unter anderem aufgrund einer exzellenten Geschäfts-entwicklung bei der australischen Tochter Leighton erstklassige Geschäftszahlen vor und auch die Zahlen der SMA Solar Technology AG konnten überzeugen. . . . → Read More: Welche TecDAX Aktien haben das größte Potenzial?

Ende eines Newcomers: Die Noa Bank war eine gute Idee

Das ist die Krux mit dem Netzzugang. Eigentlich wollte ich während meines Urlaubs keinen Beitrag veröffentlichen. Aber mit großer Ernüchterung habe ich die Berichte über die Noa Bank (siehe unten) gelesen und formuliere während meine Familie noch schläft ein paar Gedanken zu der Einstellung des Geschäftsbetriebs des ambitioniert gestarteten Newcomers.

Wer in Deutschland den Schaden hat, der kann sich sicher sein, dafür auch Spott und Häme zu ernten. Und dies gilt natürlich erst recht, wenn man mit hohen moralischen Ansprüchen an den Start geht und sich traut das Establishment anzugreifen. Die Reaktionen, die nun mit Gewalt auf Francois Jozic einprasseln, sind ausgesprochen heftig. Und wie immer in solchen Fällen tauchen nun die Fachleute aus den Versenkungen auf, die es im Nachhinein schon vorher besser gewusst haben.

Der Blick Log hat es vorher übrigens nicht besser gewusst, sondern wie bei jeder Neugründung mit einem hohen Risiko gerechnet. Und Risiken bergen nun einmal die Gefahr des Scheiterns in sich. Dafür jemanden mit Häme und Besserwisserei zu bestrafen, erschreckt mich immer wieder, erklärt aber möglicherweise, warum sich in diesem Land so wenig Menschen trauen, etwas zu gründen.

Die im Herbst letzten Jahres gegründete Noa Bank hatte Probleme, die zunächst zur Insolvenz der Tochter Noa Factoring GmbH haben und nun die BaFin bewogen haben, “die Bank für den Verkehr mit der Kundschaft zu schließen.” Weiter schreibt die BaFin: “Man habe das Moratorium anordnen müssen, um die verbliebenen Vermögenswerte zu sichern, teilte die BaFin zur Begründung mit. Dem Institut drohten nach dem Insolvenzantrag der zum Konzern gehörigen noa Factoring AG die Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung.”

Über die Ursachen wird schon länger in Fachkreisen spekuliert. Den von Herrn Jozic öffentlich in seinem Blog dargestellten Gründe, die sich immer noch wie eine Verschwörung lesen, kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist zwar deutlich einflussreicher, als es in der Öffentlichkeit den Anschein hat, aber sie allein dafür verantwortlich zu machen, mutet kurios an.

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Willkommen

Der Blick Log ist ein privates Weblog mit Gedanken über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr. Beruflich berate ich für die Innovecs GmbH Banken und mittelständische Unternehmen (hier der aktuelle Flyer).

Mehr über diesen Blog und mich auf dieser Seite.

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